Goodbye Neuseeland und ein Blick in die Vergangenheit: Maupiti – Gesellschaftsinseln

Freitag, 29.4.2018

Unsere Tage in Neuseeland sind gezählt. ZIG ZAG is almost ready to go. Gestern sind wir nach 4 Nächten vor Roberton Island (Bay of Islands) zurück an unsere Mooring heimgekehrt. Ich war gar nicht von Bord. Georg und die Kids haben zwei Stunden das schöne Inselchen erkundet und den Rest der Zeit haben wir einfach auf ZIG ZAG verbracht. Nachdem Noah am letzten Wochenende mit etwas erhöhter Temperatur und Schnupfen begann, erwischte es uns nach und nach alle, naja Mia war tapfer und ist gesund geblieben und Lino hat nur ein kleines Hüsterchen.
Schon auf der Hinfahrt zur Insel haben wir eine Gruppe Delfine gesehen. Mia entdeckte sie als erstes. Sie spielten im Wasser, spielten mit unserem sauberen Unterwasserschiff und dann sprangen sie tatsächlich auch noch in die Luft. Unser Wunsch mal wieder Delfinchen zu sehen war gleich am ersten Tag in Erfüllung gegangen. Mia und Noah waren höchst erfreut sie so nah bewundern zu können; Augen, Blasloch, Flossen alles dran. Roberton Island ist eine überschaubar kleine und schöne, semiprivate Insel.
Es war ein herrlicher Ankerplatz, die Sonne schien und der Blick in die Bucht war einfach schön. So schön, dass wir die Hängematte auf dem Vorschiff aufgehangen haben. Die Kids haben in ihr geschaukelt und Noah hat seinen ersten Mittagsschlaf mit Rettungsweste an in der Hängematte gemacht. Sie haben ganz viel an Bord gespielt, Georg hat es geschafft den Wassermacher wieder zu aktivieren, ich bin wieder gesund geworden und wir haben kleinere Aufgaben unserer To do Liste wie zum Beispiel die Reparatur der Heizungsrohre, dem Polieren von Edelstahlteilen, das Online stellen unseres Vans und anderer Dinge von denen wir uns trennen wollen erledigt. Das Highlight des Ausflugs war die Delfinshow, die uns die Meeressäuger direkt am Ankerplatz boten. Solche Drehungen und Luftsprünge hatten wir auf der gesamten Reise noch nicht präsentiert bekommen. Da standen wir jubelnd im Cockpit und freuten genau in diesem Moment an diesem Ort diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen. Danke Delfine!
Gestern Abend gab es eine Farewell Party für alle Segler, die in den nächsten Wochen in Richtung Tonga, Fidschi, Vanuatu, Neukaledonien aufbrechen werden. Mia und Noah haben sich tatsächlich zu einem Mittagsschlaf überzeugen lassen, so dass wir den Abend mit live Musik im Gemeindehaus in Opua richtig geniessen konnten. Es tat gut sich mit ‚Gleichgesinnten‘ auszutauschen und zu sehen, wer sonst noch alles so auf der Reise ist.

17.05.2018

Zum online stellen sind wir irgendwie in den letzten zwei Wochen nicht gekommen…wir liegen erneut vor Roberton Island und haben heute ausklariert. Goodbye Neuseeland! Wir haben unseren Van verkauft sowie auch unsere Klappfahrräder; mehr Platz für Pampers und Co;-) Wir haben uns verabschiedet von all den liebgewonnen Freunden und Gewohnheiten in Neuseeland. Wir sind noch einmal nach Auckland gefahren, um uns von der Crew der Aislado zu verabschieden und um unseren Van sicher zu parken für die neuen Eigner, die ihn erst im November übernehmen. Wir haben die wichtigsten Punkte unserer To do Liste fertiggestellt und sowohl ZIG ZAG als auch wir sind bereit den neuseeländischen Herbst zu verlassen, die Heizung nachts wieder auszulassen, die Pullis weiter hinten zu verstauen und der Sonne entgegen zu segeln. Wir haben hier in the Bay of Islands noch unsere Trinkflaschen mit neuseeländischem Wassermacherwasser gefüllt, noch einmal ohne große Schaukelei gegessen und jetzt erwartet uns eine 1000 Seemeilen Überfahrt nach Tonga. Wir haben beschlossen, doch noch einmal ‚zurück‘ zu fahren, denn bisher kennen wir nur die Hauptstadt von Tonga und es fehlen uns die Inselgruppen ‚Ha’apai und Vava’u, die wir uns in den kommenden Wochen gerne anschauen möchten.

Tränenreich liegt der Abschied nun hinter uns. Wir schauen zurück auf eine sehr abwechslungsreiche und sehr schöne Zeit in Neuseeland und sind nun offen für was neues. Mia freut sich besonders darauf bald irgendwo schwimmen zu lernen und wir alle können kaum erwarten immer wieder draußen im Cockpit zusammen zu essen. Wir haben doch tatsächlich in den letzten Wochen den Salontisch aufgebaut und essen seitdem immer gesittet drinnen am Tisch.

Gespannt sind wir alle auf die Überfahrt mit uns fünfen an Bord. Die Wettervorhersage ist ok. Es sind heute einige Schiffe mit uns aufgebrochen. Es wird keine ideale Segelüberfahrt; eher ein Gemisch aus wenig Wind, Flaute, etwas mehr Wind, wechselnde Wind und evt. noch eine Flaute. Unsere Dieseltanks sind voll und wir haben lieber etwas zu wenig als zuviel Wind. Daher alles gut; die Hauptsache ist irgendwann in 8-12,13,14 Tagen sicher im Königreich Tonga anzukommen.

Wir haben Kürbissuppe, Hackfleisch-Kohlsuppe und eine Bolognesensoße vorgekocht, teilweise vorab eingefroren an Bord genommen und glauben das Boot ist ganz gut in Schuss. Nun hoffen wir auf nicht allzu überraschende Wetterwechsel und ausreichend Geduld mit den Kids und ausreichend Schlaf trotz der Kids. Die ersten drei Tage gilt es zu überstehen, dann wird sich ein Bordalltag eingependelt haben und dann sind wir ja schon fast da…

Wir halten euch auf dem Laufenden und wer Interesse hat kann unsere Position täglich einsehen. Wir haben unser Satelitentelefon wieder mit Guthaben geladen und werden tägliche Positionsmeldungen auf der Webseite posten.   http://blog.mailasail.com/zz

Insbesondere wenn man kurz vor einer dergleichen Überfahrt steht, fragt man oder zumindest frag ich mich manchmal: warum tut man sich das an?! Doch der folgende Bericht erklärt es vielleicht ein wenig. Man bricht auf zu neuen Abenteuern, macht ganz besonderen Erfahrungen mit anderen Kulturen, lernt Land und Leute kennen und erweitert seinen Horizont um ein vielfaches. Ich freue mich auf Sonne, Strand, Kokosnüsse, weniger Klamottenwäsche, bunte Märkte und interessante Begegnungen mit den Einwohnern sowie landschaftlich attraktive Ziele zu erwandern und zu besuchen.

Nach den letzten Eindrücken von uns aus Neuseeland kommt übrigens der Reisebericht von Maupiti – weiterblättern lohnt also! 🙂

 

 

 

Au revoir French Polynesia 25.9.- 01.10.2016

Sonntags nachmittags besuchten wir die Polizeistation im Hauptort von Bora Bora und klarierten offiziell aus. Unser 3 Monatsvisum für Französisch Polynesien würde in 3 Tagen auslaufen. Am 1.7. waren wir in Hiva Oa angekommen. Beeindruckende drei Monate! Montagsmorgens wollten wir dann direkt tanken und ablegen. Warum wir nicht schon längst getankt hatten? Um steuerfrei zu tanken, benötigten wir zunächst die Ausklarierungspapiere und ausklarieren konnte man max. einen Tag vorher und Sonntags hat die Tankstelle geschlossen. Aber passte ja alles: Au revoir Bora Bora!
Man sagte man sollte möglichst pünktlich zum Mittag gegen 12 die Einfahrt von Maupiti passieren. Die Einfahrt ist nur bei ruhigen Wetterverhältnissen zu durchqueren. Ist man zu früh muss man warten, ist man zu spät, muss man entweder sehr lange warten oder weiterfahren und das wäre wohl die wahrscheinlichere Konsequenz für uns. Doch wir waren pünktlich. Bora Bora verschwand am Horizont und nach nur kurzer Zeit der scheinbaren Weite des Ozeans erschien bereits der recht imposante Berg der Hauptinsel von Maupititi; erneut ein Ringatoll; kleine flache sandige mit Palmen bewachsene Motus rundherum, glasklares Wasser, meist sehr flaches Wasser im Inneren und eine recht grüne Hauptinsel mit einem tollen Felsen, der uns von den unterschiedlichen Seiten betrachtet super Formationen rätseln lies.
Maupiti wir nannten es auch liebevoll die ‚kleine Katze’…ihr versteht? Mauuuu piti…mau für miaaaau und piti; französisch für klein.

Wir hatten viel positives von den Inselchen gehört und genossen die drei Tage im Atoll. Im Gegensatz zu Bora Bora war es touristisch unerschlossen, kleiner, überschaubarer, aber nicht weniger schön. Wir lagen allein vor Anker. Die Dichte des Ankerfeldes unterschied sich somit gewaltig von Ankerfeld in Bora Bora:-) Das Gefühl ‚einsam und allein‘ irgendwo anzukommen, einzufahren, den Anker zu schmeißen, ist irgendwie schon besonders. Zum einen sehr cool; abenteuerlicher, entdeckerisch, einzigartiger. Zum Anderen angespannter, man verlässt sich auf das was man gelesen und gehört hat und schätzt dann vor Ort ein wie wann was zu tun ist; ist es der richtige Zeitpunkt für eine Passage ins Atoll, wo genau ist die Passage, wo ist der ‚Weg‘ in Richtung ‚Ankerfeld‘ oder besser gesagt zum guten Ankergrund, denn ohne ankernde Schiffe ist ein Ankerfeld zunächst schwer zu erkennen. Ohne andere Segler vor Ort, die man ggf. einfach fragen würde, wo man mit dem Dingi anlanden könnte, fährt man einfach die Küste entlang und schaut, wo es eine passende Stelle gibt. Mal ist es ein Strand und hier war es ein kleiner öffentlicher Steg. Direkt an der Post und was wir nicht erwartet hatten, es gab sogar noch Internet hier auf dem Inselchen mit einer Verbindung, die sogar noch das ein und andere WhatsApp Gespräch ermöglichte.

Wir hatten von anderen Seglern von einer Wanderung hinauf auf den Felsen der Insel gehört. Wegweiser gab es nicht wirklich und als wir an einer Stelle einen Aufgang vermuteten, fragte wir einen Bewohner, ob es da wohl ganz hinauf gehen würde. Der Mann bestätigte dies, warnte uns aber, das es viel zu weit und später zu steil wäre mit den Kindern. ‚Aha’ dachten wir uns und liefen los. Der Weg war meist ganz gut zu erahnen. Irgendwann wurde es steiler und es gab Seile und Ketten, die uns den Aufstieg erleichterten. Mia und Noah hatten wir uns mit er Trage und ‘nem den Tragetuch auf den Rücken gebunden. Alles gut, der Weg hinauf und auch hinunter hat richtig Spass gemacht. Die Aussicht, der 360 Grad Rundumblick ganz oben war atemberaubend schön. Die Passage, durch die wir eingefahren war klar zu erkennen. Das Riff leuchtete in Wabenformationen in der Sonne. Vor Anker: ZIG ZAG und jetzt auch noch ein anderen Boot. Der Aufstieg hatte sich gelohnt! Ein absolutes MUSS auf der Insel. An diesem Tag verstanden wir, das Menschen Helikoptertouren machten. Diese Sicht auf alles war wirklich ein Traum.

Nachdem wir nun alles von oben gesichtet hatten, wollten wir am nächsten Tag eine Dingitour rund um die Insel machen. Gesagt getan! Toll. An einem schönen Strand machten wir einen Spiel- und Plantschstopp. Das Wasser glasklar, flach, ganz ruhig und angenehm temperiert. Der Strand toll zum Sandburgen bauen. Noah krabbelte und tappste über den Strand und Mia spielte im Wasser. Wir genossen alle in vollen Zügen. Fast zu lange, denn wir mussten ja noch zurück zum Boot, möglichst vor der Dämmerung, damit wir den Weg durch die Riffwaben finden können, das wäre bei gutem Tageslicht sehr viel leichter gewesen! Wir verfuhren uns ganz schön, ein Irrgarten von Korallen und Algen erwartete uns. Es dämmerte schnell und die Suche nach dem richtigen Weg wurde nicht einfacher. Mit vielem vor und zurück, Motor hoch, stückweise paddeln, kamen wir dann im Dunkeln heil an Bord an. Puh, das war aber schon echt spannend und zeitlich zu knapp. Aber geschafft.
Am Strand hatten wir Christian (Franzose mit deutscher Mutter) kennengelernt, der zur Zeit mit Adriana; einer Brasilianerin, von Insel zu Insel segelte. Sie hatte ihn und sein Boot über Bekannte gebucht und machte Segelurlaub mit ihm. Sein Boot war nicht das allerneuste und auch die Segel waren reparaturbedürftig…sie hatte eine besondere Art des Segelabenteuers gebucht:-)
Christian kam eines Abends rüber gepaddelt und wollte uns frischen Papageienfisch geben, da er gerade eben einige von einem lokalen Fischer geschenkt bekommen hatte. Wir fragten, ob sie nicht Lust hätten zu uns an Bord zu kommen und ihn gemeinsam zu essen und so brachten sie den in Aluminium gegarten Fisch und wir sorgten für Reis und Gemüse! Ein kulinarischer Hochgenuss! Ein netter Abend, interessante Menschen und lecker war es auch!
Am nächsten Tag haben wir versucht Mantarochen zu finden, eher weniger erfolgreich. Dort, wo sie sich ‚üblicherweise‘ aufhalten, waren sie heute nicht. Dafür trafen wir im hüfthohen Wasser auf gleich 7 Adler- und einige Stachelrochen. Auch nicht schlecht. An unserem letzten Nachmittag vor Anker machten wir uns noch einmal auf an Land, um das ‚Loch im Stein’ zu finden. Die ersten Bewohner waren eher verwundert und hatten keine Ahnung was wir suchten, doch dann trafen wir jemanden der uns in die richtige Richtung entsandte. Da düste ein kleiner Junge mit seinem Fahrrad herum und als wir hinauf den flüsternden Stein ansprachen, schmiss er sein Fahrrad zur Seite und zeigte uns den Stein, das Loch und präsentierte uns das Pfeifen. Wir konnten uns noch so anstrengen, einen Ton. Enamel wir nicht heraus. Bevor wir am nächsten Tag nach Maupihaa aufbrechen wollten, shoppten wir in einem Miniladen noch 3,6 kg Kartoffeln für 1080 CFP (9 Euro) und 2,2 kg Hähnchenschenkel für 1200 CFP (10 Euro)
Außerdem schmissen wir noch die letzte Postkarten aus franz. Polynesien in den Inselbriefkasten. Wir fragten uns wirklich, ob diese jemals ankommen würden und inzwischen wissen wir: ja! Nur ein paar Karten aus Bora Bora haben es leider nie bis nach Deutschland geschafft.

Maupiti hat uns wirklich sehr sehr gut gefallen und damals wussten wir ja noch nicht, das die beiden nächsten Stopps in Maupihaa (2.10.-8.10.2016) und  Palmerston (13.10.-20.10.) unsere Begeisterung noch mehr steigern könnte. Drei unvergessliche Traumziele unserer bisherigen Reise, die wir euch auch wenn es schon geraume Zeit her ist, nicht vorenthalten werden! Bevor wir dann Ende November 2016 in Neuseeland ankamen besuchten wir noch das Beveridge Reef, Niue und ausschliesslich um auf gutes Wetter für eine Überfahrt zu warten: Tonga und das Minerva Riff.

 

2 Gedanken zu “Goodbye Neuseeland und ein Blick in die Vergangenheit: Maupiti – Gesellschaftsinseln

  1. Ich habe mich gefreut wieder von euch zu hören. Ich Heinz Schmidt und bin der Bruder von der Nachbarin eurer Eltern Ulla Klein. Ich lebe in den USA in Florida.
    Leider kann ich nicht mehr segeln. Ich habe das segeln genossen mit einer „Kenner Privateer “ den Golf von Mexico die Karibik und Mittel Amerika. Ich beneide euch um eure schöne Segelreise und wünsche euch eine sichere und gesunde Reise.

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