Karge Wüste, fruchtbare Berge – weiter Ozean

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Frohes Neues Jahr!

Nach 4 Wochen in Cabo Verde mit irre vielen Eindrücken von den landschaftlich sehr unterschiedlichen Inseln, sehr freundlichen, insbesondere kinderfreundlichen Begegnungen mit den Kapverdianern und tollen neuen Bekanntschaften mit anderen Langfahrtseglern wird es Zeit weiterzuziehen. Unser nächstes Ziel ist Grenada – Karibik. Dort werden wir dann ziemlich sicher schon von Georgs Eltern erwartet, die am 21.Januar die Reise ins Warme antreten. Wir freuen uns sehr auf die Wochen mit Oma und Opa in der Sonne.

Sao Nicolao
Von unserer Ankunft und unserem Weihnachtsfest auf dieser Insel hatten wir ja bereits berichtet. Am 2. Weihnachtstag hatte das Christkind doch tatsächlich noch ein paar Kleinigkeiten aufs Deck geschmuggelt und Mia packte sie mit großer Begeisterung auf! Dann wurden Engelbrötchen gebacken und vernascht, bevor es mit Papa zum Burgbauen an den Strand ging. Am nächsten Tag machten wir einen wahnsinnig schönen Ausflug mit Tadeja und Herbert von der Kali Mera. Wir fuhren per Aluger in den Nationalpark. Es ging einmal quer über die Berge auf die Nordseite der Insel. Die Landschaft änderte sich von karger Wüste zu saftig grünen und fruchtbaren Bergen mit reichlich Palmen, Bäumen, Sträuchern und unzählig vielen Agaven. Von bunten Schmetterlingen und hin und wieder einem Esel wurden wir auf unserer Wanderung begleitet. Wir genossen die Farben der Flora und Fauna, die Geräusche, den Geruch der Natur und auch den Geschmack der wildgewachsenen Cocktailtomaten. Was ein schönes Ausflug und gleichzeitig der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit Tadeja und Herbert. Und alles Begann mit einer spontanen Einladung zum Abendessen zu Heiligabend:-) Wir verstehen uns einfach super und so segelten wir am nächsten Tag zeitgleich schnell und leicht wackelig nach Sao Vincente. Wir hatten ordentlich Wind und zwischen den Inseln kabbeliges Wasser, doch wir waren einsfixdrei in Mindelo.

Sao Vincente
Mitten im großen Ankerfeld fanden wir noch ein super Plätzchen. Anker runter und wir futterten ein paar Begrüßungschips mit der Crew der Kali Mera, bevor wir uns gemeinsam im Städtchen orientierten. Den nächsten Tag wollten wir ganz ruhig angehen lassen. Sonntags lässt’s sich eh nicht einklarieren, Gasflaschen füllen, einkaufen und und und…und wir waren sicher es wäre Sonntag. Das dachten wir zumindest den gesamten Samstag, doch dann stellte sich heraus es war schon Sonntag und der nächste Tag ein ganz normaler Werktag! Verrückt – wir sind wohl im Fahrtenseglerleben angekommen, wenn wir nicht mehr wissen, welcher Tag heute ist:-) Also los: einklarieren, Müll entsorgen, Fisch – und Gemüsemarkt besuchen, Gasflaschen füllen, Waschsalon füllen und zum guten Schluss noch 5 Std. Krankenhausaufenthalt zur Kontrolle von Mias Gipsarm. Der Doc war zufrieden und der Gips wurde abgenommen. Jupppiiiieee! Ganz schön effektiv für einen Sonntag:-)
Was gab’s sonst noch so in Mindelo? Unglaublich guten Fisch von Markt auf unserem Grill, ein schöner Strandtag am türkisblauem Wasser, ein Ausflug hoch zu Monte Verde mit langer Hose, Mütze und Schal, schöne Abende mit Tadeja und Herbert auf der Kali Mera oder unserer ZIGZAG, immer wieder viel Wind vor Anker und einen tollen Jahreswechsel. Zu Silvester trafen wir uns auf einen Aperitif auf einem Steg in der Marina. Mia und Noah lagen mittendrin und schliefen, da das mit dem notwendigen Mittagsschlaf bei Mia leider nicht funktioniert hatte, doch pünktlich zum Aufbruch in die Stadt lebte sie wieder auf! Um 0.00 Uhr bestaunten wir mit tausenden anderen Menschen ein sehr schönes und riesiges Feuerwerk. Überall hörte man Musik und Menschenmassen feierten im Freien das Neujahr. Wir krochen mit zwei müden Kindern in unsere Kojen und als wir gegen 8.30 Uhr wach wurden hörten wir immer noch Musik und feiernde Menschen! Wir bereiteten am 1.1. unser Schiff weiter für den Atlantik vor und Tadeja hatte einen köstlichen Tuna und herrlichen Kartoffelsalat vorbereitet für unser Neujahrsgrillen. Am 2. proviantierten wir, füllten unsere Diesel- und Wassertanks und unseren Trekkingrucksack, denn wir wollten gemeinsam mit unseren österreichischen Freunden zwei Tage Landurlaub auf der benachbarten Insel Sao Antao machen. Genialer Plan! Noch einen Tag das Schiff klar machen, einen Karnevalsauftakt in Cabo Verde erleben und schon saßen wir auf der Fähre.

Sao Antao
Wie ließen unsere Boote vor Anker auf Sao Vincente, da es keine guten Ankermöglichkeiten rund um Sao Antao gibt. Unser Kurzurlaub begann mit einer wunderschönen Fahrt durch grüne Täler und Berge mit angelegter Terassenbewirtschaftung entlang eines Vulkankraters und einer total beeindruckenden landschaftlichen Kulisse. Wir wurden quer über die Insel von Porto Novo (Fähranleger) nach Ponto do Sol gefahren, wo eine super freundliche, saubere und günstige Unterkunft für 2 Nächte auf uns wartete. Wir hatten uns für die nächsten zwei Tage mit Vanderlley (unserem Alugerfahrer) verabredet; er holte uns mit seinem Minibus ab, fuhr Tadeja und Herbert zu einem 4 stündigen Wanderausgangspunkt in die sehr beeindruckenden Berge und uns auf die andere Seite dieser begrünten, fruchtbaren Erhöhungen zu einem wunderschönen, warmen, weichen und feinen, anthrazitfarbenden glitzernden Sandstrand – nur für uns vier! Mia genoss und panierte sich in diesem warmen Sand, zum schwimmen waren die Wellen und der Wind zu heftig. Als wir uns gerade auf unsere geplante 2-stündige Wanderung zum nächsten Örtchen aufmachten, kam Vanderlley auch schon mit Herbert und Tadeja auf der Rückbank die Schotterpiste hochgefahren. Glück gehabt:-) Entlang an Apfel-, Zuckerrohr- und riesigen Bananenplantagen ging es über die sieben Berge und die sieben Täler zurück in Richtung Punta do Sol. Die Landschaft dieser Insel ist unbeschreiblich fruchtbar, farbintensiv, gewaltig und schön! Am zweiten Tag fuhren wir hinunter in den Krater und waren beeindruckt von dem 360 Grad Blick. Verrückt dieses Loch ist der Ursprung der gesamten Insel! Wir wanderten hinauf auf den Kratergrad und dann entlang und durch unglaublich schöne angelegte Terassengärten und Plantagen…doch Bilder sagen mehr als 1000 Worte! Schaut es euch an!

Nach diesem grandiosen Ausflug sind wir nun wieder zurück vor Anker. Das Boot ist klar und Georgs Zahnschmerzen lokalisiert, mit Antibiotika behandelt und mit ausreichend Ibuprofen an Bord machen wir uns mit vielen neuen Eindrücken, Mia mit einem neuen Backenzahn, Noah mit der Fähigkeit hervorragend greifen und robbenderweise schon vorwärts zu kommen auf in Richtung Karibik.

Wir werden zunächst recht weit in den Süden segeln, da es im Nordatlantik ein Tief gibt, das uns in ein paar Tagen etwas Flaute und eventuell dann Gegenwind bringt. Diesen Wetterbedingungen versuchen wir durch den Südkurs etwas auszuweichen. Wenn technisch alles klappt, findet ihr alle paar Tage unsere Position auf der Webseite, ansonsten melden wir uns sobald wir in 15-20 Tagen angekommen sind:-)

Weiter großer Ozean…wir kommen

Macht’s gut und bis bald

 

5 Gedanken zu “Karge Wüste, fruchtbare Berge – weiter Ozean

  1. Hallo ihr Lieben,

    Danke für eure wunderschönen Fotos und Berichte. Man bekommt ein wenig Wehmut, wenn man die schönen Fotos und Berichte erhält und doch wird es ein Traum bleiben sowas nur im weitesten Sinne erleben zu dürfen. Ich wünsche euch eine entspannte Überfahrt und freue mich auf den nächsten Bericht und die Bilder.
    Passt gut auf euch auf.
    Liebe Grüße „die Lenßen`s“ aus Wido

  2. Hey Georg und Familie,

    hammer Bilder und Berichte. Lese ich sehr gerne. Schon irgendwie Krass – wie immer halt. Falls Ihr mal platz habt zum ein Stück mitfahren sagt bescheid 🙂

    Grüße aus D

    Flo

  3. Mann, das ist ja ne spannende Tour. Da bekommen wir auch sofort wieder Lust zum Reisen. Die Kapverdenbilder haben uns (mal abgesehen von der Hautfarbe der Menschen) doch sehr an die westlichen Kanaren erinnert…

    Grüße aus Bonn
    Hans

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