Wir reisen weiter und heute gibt es Teil 3 (von 11) unserer Berichte zu Vanuatu 2019. Solltet ihr bisher noch nicht zum Lesen gekommen sein, hier geht es zu Teil 1 Aneithyum und zu Teil 2 Tanna.

Nach 7 wundervollen Tagen in Anatom und Mystery Island gingen wir ankerauf. Bis nach Eromango waren es nur 50 Seemeilen, für uns machbar an einem Tag. Das Wetter war ruhig, eine angenehme Brise brachte uns rüber zum recht offenen und ungeschütztem Ankerplatz. Hier konnte es bei mehr Wind durchaus schaukelig werden, daher hatten wir im letzten Jahr nicht angehalten, insbesondere das Anlanden am steinigen Strand wäre dann sehr unangenehm bis gefährlich. Wir freuten uns ein neues Ziel zu entdecken. Kurz vor der Dämmerung begleitete uns eine Schule Delfine und gleich darauf biss ein 1,35m Wahoo an. Das ließ hoffen, hatten wir doch im letzten Jahr während unseres 10-wöchigen Aufenthaltes keinen einzigen Fisch hier in Vanuatu gefangen. Der Anker war unten und Georg, mit einer Kopflampe bewaffnet, schnitt schönste Filets aus einer Hälfte des Fisches. Die andere Hälfte wollten wir am nächsten Tag den Einheimischen geben. Soweit der Plan, doch ins Dorf schafften wir es leider nicht. Georg hatte es grippetechnisch voll umgehauen, ob das wohl etwas mit den reingekauten und nicht ausreichend herausgewrungenen Bakterien im Kava zu tun haben könnte!? Es kommt ein Katamaran ins Ankerfeld, den wir bereits in Port Resolution kennengelernt hatten und dessen Crew übergaben wir dann die andere Hälfte des Fisches.

David, einer aus dem Dorfe, kam am darauffolgenden Tag mit seinem Dugout Kanu zu uns gepaddelt, brachte uns ein paar Früchte und bot seine Dienste als Guide für einen Spaziergang durch das Dorf an. Eigentlich fühlten wir uns durchaus in der Lage Dörfer auf eigene Faust zu entdecken, doch er wollte nicht viel haben und da es Georg immer noch nicht viel besser ging, ging ich mit den Kids auf eine Tour. Überall wurde uns freundlich zugewunken und David erklärte immer wieder, dass mein Mann etwas krank auf dem Boot war, denn alle machten sich Gedanken, ob ich denn wohl mit den drei Kindern alleine auf dem Boot leben würde. David nahm Lino ein großes Stück auf seine Schultern, den Rest hing er bei mir in der Trage. Wir liefen einmal über das große Schulgelände, wo gerade zur Pause geläutet wurde. Die Mädels rissen sich um Lino, doch der wollte nicht wirklich von meiner Seite weichen, die Jungs hatten da bessere Chancen bei ihm. Im letzten Jahr hatte es ihm gar nichts ausgemacht. Egal wo wir anlandeten, er wurde mir entnommen und durchs Dorf getragen und weitergereicht. Er war meist glücklich und zufrieden oder hatte Hungeranzeichen gegeben, denn er wusste, dass sie ihn mir dann gleich bringen würden. Wie auch immer, jetzt klammerte er sich an mich und rief nur ‚Mama Mama‘ und die Ni-Van Mädels hatten keine Chance. Oft zwickten sie ihn in seine Schenkelchen, Waden oder in seine Pausbäckchen oder sie versuchten ihn mir mit etwas Gewalt zu entreißen, doch das gefiel ihm nicht besonders überraschend noch weniger. Das Zwicken in die Beinchen, Arme oder ins Gesicht gehörte irgendwie zur Mädelskultur in Vanuatu, doch wir machten ihnen immer öfter deutlich, dass der Kleine und eigentlich wohl kein Kind das mögen würde. Wir wanderten also mit David durchs Dorf, dann durch Bananenstaudenwälder (David organisierte uns selbstverständlich ein paar Bananen als Snack) bis zu einem Süßwasser Pool, mittig des Flusses. Beeindruckende Kulisse; eine steile Felsenwand ragte in den Himmel, ein großer blauer Pool, der rechts in dem Fluss mündete, der weiter in Richtung Meer floss und nach links sich weiter durch das Tal schlängelte. David baute aus ein paar großen Steinen einen kleinen Minipool für Lino und Noah und Mia konnte ja schon in den großen Pool eintauchen. Lino hatte großen Spaß kleine Steine vom Ufer ins Wasser zu schmeißen und kleine Naturbötchen fahren zu lassen. Irgendwann machten wir uns dann wieder auf zurück zum Papa, doch bevor er uns abholte genossen wir noch eine süße selbstgemachte Limonade und ein paar Stückchen gekochte Manjok von Davids Frau.

Wir hatten von ein paar alten Höhlen gehört, in denen Knochen und Schädel zu sehen sein sollen von alten Chiefs der Insel. Als es Georg am nächsten Tag etwas besser ging, fuhren wir gemeinsam mit David in unserem Dingi etwas die Küste entlang, hielten an einem Strand, David pflückte uns zwei Papayas und zeigte uns den Weg zu den Höhlen. Zu sehen waren tatsächlich eine Menge Schädel, teilweise mit Zähnen und jede Menge Knochen. Für die Kinder ganz spannend zu sehen; das war also das harte, dass wir da in unseren Körpern hatten bzw. war das das was von uns übrigblieb, wenn wir starben. So hatten die Ni-Vans ihre Vorfahren also in Höhlen gelegt bis die Missionare kamen und ihnen sagten sie sollen die Toten in Gräbern beerdigen. Die ältesten Gebeine stammten aus dem Jahre 1830; vom Chief seinen Frauen und dessen Assistenten.

Eromango ist sicherlich ein schöner Halt auf dem Weg von Tanna nach Port Vila. Und der Spaziergang zum Süßwasserpool ist easy und nett und der Besuch der Höhlen auf jeden Fall auch empfehlenswert. Noch mehr genossen, hätten wir das alles sicherlich mit einem gesunden Papa, doch wir haben das Beste draus gemacht.

Efate – Port Vila, Marina

Von Eromango aus fuhren wir nach Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus. Hier hatten wir im letzten Jahr einige Zeit mit INVICTUS verbracht und Micheline betreut. In diesem Jahr wollten wir nur einen recht kurzen Stopp einlegen; Moses und Willi (Mitarbeiter der kleinen Marina) begrüßten uns als wären wir erst vor einer Woche hier gewesen; sie halfen uns rückwärts an Land anzulegen und schon fing es wieder an zu regnen, dabei hatte es doch im letzten Jahr schon so viele Tage hier geregnet. Wir starteten unseren Plan, indem wir Wäsche zum Waschen abgaben, klar Schiff machten, Benzin und Diesel organisierten und am nächsten Tag den Supermarkt und Gemüsemarkt besuchten. Auf dem Gemüsemarkt genossen wir nicht selber zu kochen; Reis, Chicken, Fisch und etwas frischen Salat, sehr gut. An unserem Liegeplatz wurden wir von Eddy besucht. Er wollte sich etwas Geld verdienen, da wir aber nicht wirklich Aufgaben für ihn hatten, spielte er mit unseren Kindern verstecken und liebte es insbesondere mit Noah rumzualbern. Wer Eddy war? Naja halt einfach ein freundlicher Ni-Van, der vorbeikam und sich etwas Geld verdienen wollte. Nein, wir kannten ihn vorher nicht, doch Noah und er wurden in kürzester Zeit die besten Kumpels. Nach vier Tagen hatten wir proviantiert, Wäsche waschen lassen und waren bereit weiterzusegeln.

Epi – Port Revilieu Am 25.Juni fuhren wir mit einer Nachtfahrt von Port Vila nach Epi und ankerten in Port Revilieu. Hier hatte ich mich im letzten Jahr in ein kleines Mädchen (Baby) verliebt und ich war ganz aufgeregt Ellen mit ihren wunderschönen Wimpern wiederzusehen. Wir brachten der Familie und den Nachbarkindern noch ein paar Klamotten und Spielzeuge. In diesem Jahr hatten wir vorab in Australien richtig eingekauft und Kisten voller Second Hand Kleidung an Bord genommen. Sie konnten sich an uns erinnern. Die Oma von Ellen war allerdings zurzeit in Port Vila und der Opa war recht jung verstorben. So bekamen wir ein kleines Update aus dem Dorf bevor wir auch schon wieder ankerauf gingen, denn am 29.Juni wollten wir zum weltweit bekannten Landdiving in Pentecost sein. Dem Turmspringen, dem indirekten Ursprung des Bungee Jumpings – schon einmal von gehört? Es war der letzte Samstag an dem gesprungen wurde und das wollten wir auf keinen Fall verpassen. Unser Halt auf Epi war damit kurz und schön. Für nur eine Nacht hielten wir in Ambrym; in Ranon und am nächsten Morgen hopsten wir rüber nach Wali, dem Heimatdorf von Micheline und gleichzeitig dem Dorf, in dem das Landdiving stattfinden sollte. Ein ankern war dort allerdings an diesem Tag nicht möglich; ein Anlanden mit dem Dingi vollkommen ausgeschlossen. Wir drehten wieder um und ankerten etwas weiter südlich in der Home Bay. Der Wellengang vor Anker war wie auf Hoher See, doch der Anker hielt und wir beobachteten fleißig den Wind und das Wetter, dass sich ganz langsam während des Tages beruhigte.

Teil 4 kommt in einer Woche.

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