Liebe Familie, liebe Freunde,

viele von euch wissen, dass wir immer noch in Indonesien sind. Ganz konkret sind wir in Nembrala, Rote, Indonesien. Etwas ab von unserer geplanten Route, denn eigentlich wollten wir nun kurz vor Bali in Lombok sein und uns schon bald auf den Weg zu den Orang-Utans nach Kalimantan, Indonesien machen. Alternativ hatten wir einen Heimaturlaub in unseren Gedanken. Der ein oder andere wird sich inzwischen wahrscheinlich schon gewundert haben, wie wir denn bis zum Sommer in Deutschland sein wollen. Wollen wir nicht. Wollten wir nicht mehr. Wir hatten am Ende des Jahres beschlossen, die Möglichkeit wahrzunehmen, Mia noch ein letztes Jahr an Bord zu unterrichten und unser Boot durch das Rote Meer ins Mittelmeer zu bringen. Und dann…dann kam Corona.

Und in Zeiten wie diesen kann man nichts planen. Das ist jetzt für niemanden überraschend, nehme ich an. Die Welt steht still. Die Welt steht kopf. Warum sollte es uns da anders gehen…

Hier ein kleiner Rückblick auf unsere letzten Wochen:

Wir reisten Mitte Februar von Triton Bay nach Banda zu den Gewürzinseln, nichts ahnend, dass sich einen Tag nach unserer Ankunft die Ländergrenzen Indonesiens schlossen. Diese Nachrichten sorgten natürlich auch auf den abgelegenen kleineren Inseln für Schlagzeilen, Ängste und jede Menge Diskussionen. FAMILY CIRCUS und TOC waren bereits ein paar Stunden vor uns angekommen und wir wussten, dass die Offiziellen des Gesundheitsministeriums (lokale Doktoren), an Bord kommen wollten, um ein paar Dokumente zu sichten und unsere Temperatur zu checken. Chris hatte glücklicherweise mit einem unter Seglern bekannten Hotelmanager, Abba, Kontakt aufgenommen. Er organisierte die Damen und Herren von der Gesundheitsbehörde und versuchte auch eine historische Inseltour für uns zu verwirklichen, doch die Informationen und Möglichkeiten änderten, reduzierten sich stündlich. Am nächsten Morgen stand fest: Wir dürfen gar nicht an Land. Abba koordinierte netterweise Einkäufe im Supermarkt und vom Obst- und Gemüsemarkt, das war großartig. Auf der anderen Seite gab es einige Fischerboote, die nahe an unseren Booten vorbeifuhren, abweisende Handbewegungen machten und ‚Corona Corona‘ schrien. Fähren von der nächstgrößeren Insel Ambon kamen an; die vier weißen Touristen durften nicht von Bord, alle Indonesier wohl. Nicht richtig. Nicht logisch. Unschön. Es wirkte rassistisch. Die Bewohner hatten Ängste ohne Ende. Sie hätten einfach niemanden von Bord lassen dürfen. Ihre einzige Chance sich zu schützen ist unter sich zu bleiben. Das wäre absolut verständlich. Sie wollten sich nicht anstecken und wir wollen uns auch nicht anstecken. Wie auch immer, wir waren Abba dankbar für seine Unterstützung und machten uns den Rest der Zeit viele viele Gedanken über unsere Weiterreise.

Nach Ambon zum Tauchen wollten wir insbesondere aufgrund des Faktes, dass es eine größere Insel war, nun nicht mehr, der nächste Marine Park, der auf unserer Route lag ist gesperrt und Komodo mit den weltbekannten Komododrachen (ebenfalls gesperrt) liegt schon Nahe Lombok, Bali, wo die Anzahl der Corona Infizierten schon wesentlich höher ist. Zurück in eine uns bekannte einsame Bucht? Gut, dass wir uns nicht für Letzteres entschieden haben, denn auch dort wurde ein Boot eine Woche später vom Militär vertrieben. Sollten wir doch besser über eine Heimreise per Flugzeug nachdenken? Wir trugen uns zumindest mal in die Krisenvorbeugeliste der Bundesrepublik Deutschlands ein, damit die Botschaft in Jakarta und die Bundesregierung zumindest wissen, dass es uns hier gibt. Eine Flugreise nach Deutschland schlossen wir u.a. vor allem aufgrund des stark erhöhten Risikos der Ansteckung aus. Wo würden wir ZIG ZAG lassen können? Wann würden wir dann wieder zurück in Indonesien einreisen können? Nein, das wollten wir nicht.

Georg gehört aufgrund seines Herzens definitiv zur Risikogruppe, er darf sich nicht anstecken. Eine Reise nach Deutschland macht in unseren Augen aktuell keinen Sinn. Das bedeutete aber auch: Höchste Quarantäne Maßnahmen für uns alle, denn wenn es einer bekommt, haben es alle. Und klar war auch, dass die medizinische Versorgung hier in Indonesien in der Regel nicht einem westlichen, geschweige denn deutschem Standard entspricht. Diese Gedanken teilten wir auch mit unseren beiden befreundeten Booten. Wir sind quasi eine Quarantäne Familie, doch wenn sich einer nicht an die notwendigen Schutzmaßnahmen hält, würde das für alle eine 14-tägige Quarantäne voneinander bedeuten.  

Wir hatten ein paar Tage kein Internet gehabt und waren geschockt von allen persönlichen Berichten oder auch weltweiten Nachrichten, die zu uns vordrungen.

Wir holten versicherungstechnische Antworten ein, was wäre, wenn wir uns infizieren. Insbesondere eine eventuelle Evakuation aus Indonesien interessierte uns. Georgs Versicherung gab dazu tatsächlich die Aussage, dass wenn vor Ort ein Doktor empfiehlt in ein anderes, besseres Krankenhaus auszufliegen, würde das versicherungstechnisch abgedeckt sein. Im Falle des Falles, gut zu wissen.

Die Frage blieb weiter im Raume: Was tun? Wohin? Wie geht es weiter?

FAMILY CIRCUS wollte sich sowieso für einige Zeit in Bali niederlassen. Allerdings gab es aufgrund von Corona auch für sie keine Eile genau dorthin zu reisen, wo der Virus sich schon mehr verbreitet hat.  Sie beschlossen für sich nach Rote zu gehen. Hier ist DIE Welle, und Chris ist DER Surfer. Hier gab es noch keine Corona, die Leute sollten laut Aussagen anderer Segler aus Facebook Gruppen, sehr freundlich und jegliches Proviantieren sollte möglich sein.

Es klang nach einem abgelegenen, sicheren Ort, an dem wir noch an Land gehen durften. Und so war es und ist es auch. Noch. Wir taten uns etwas schwer mit der Entscheidung. Es sind ein paar Extra Seemeilen, wenn man sich unsere geplante Route anschaut, doch jeglicher Plan ist im Moment eher zweitrangig. Die Nähe zu Australien von unserem jetzigen Standpunkt aus ist erschreckend, waren wir doch vor einem Jahr in Australien aufgebrochen. TOC entschied sich eventuell doch nach Australien zurückkehren zu wollen und kam nicht mit. Wir entschieden uns für den abgeschiedenen Ort hier MIT FAMILY CIRCUS. Sich voneinander zu trennen, nachdem wir nun 7 Monate gemeinsam unterwegs waren, und sich alleine auf den Weg zu machen insbesondere in dieser Zeit erschien uns idiotisch und Australien war für Nicht-Australier keine Option.

Wir verabschiedeten uns von TOC in der Hoffnung, sie würden sich eventuell noch umentscheiden und unserem Ziel folgen. Denn auch mit ihnen hatten wir nun schon einige Monaten gemeinsam genossen.

Mit zwei Nachfahrten hofften wir Kupang zu erreichen. Dort wollten wir die Einkaufs- und Dieselbeschaffungsmöglichkeiten nutzen, bevor wir weiter nach Nembrala wollten. Wir kontaktierten einen empfohlenen Einheimischen (Matthew). Dieser organisierte wiederum das ein Gesundheitsteam an Bord kam und uns wurde deutlich gemacht, dass wir nicht an Land gehen sollten. Matthew und seine Leutchen wollten für uns shoppen gehen und Diesel besorgen. Kupang ist eine echte Stadt mit einem großen Supermarkt, wo wir hofften insbesondere unsere Käse und Müsli sowie viele weitere Vorräte aufzufüllen. Letztendlich fuhren Sayo und ich doch persönlich in das Einkaufszentrum, ob wir nun eigentlich erlaubt waren oder nicht, wir wussten es nicht. Doch wir verließen das Boot mit Handschuhen und Maske und kamen mit einigen Einkäufen, leider ohne Käse und große Müsliauswahl (ja, es gab Haferflocken) zurück an Bord. Das klingt so einfach, doch das Gefühl nicht zu wissen, ob man denn nun wohl an Land Gefahr läuft verhaftete zu werden, weil man doch nicht an Land hätte gedurft, war schon ein wenig seltsam. Als wir dann aufgrund des Niedrigwassers nicht direkt abgeholt werden konnten (das Dingi hatte keine Chance bis zum Strand zu kommen) wurden einige unserer ‚Agenten‘ nervös, es wurde telefoniert und das Temperament stieg und uns wurde mitgeteilt, dass es besser wäre, wenn wir jetzt an Bord wären. Ach, dass hätten wir fast nicht bemerkt. Aber was sollten wir tun, mit unseren Kartons voller Einkäufen durch die Dunkelheit zum Boot schwimmen?!? Wie auch immer, wir wurden in ein Auto verfrachtet und zu einem anderen Strand gefahren, dort konnte das Dingi dann anlanden und wir ins sichere Boot zurückkehren. Am nächsten Tag wollten wir dann möglichst früh los, weg. Problem war, dass FAMILY CIRCUS ihre Gesundheitsdokumente an die Offiziellen übergeben hatte. Wir hatten dies verweigert. Und diese Offiziellen wollten nun Geld, erst soviel, dann soviel und was eine korrupte Kacke, eigentlich sollten sie nichts dafür verlangen. Wir waren froh als wir dann endlich irgendwann alles einigermaßen geklärt hatten und wir ankerauf gingen. Am frühen Morgen gegen 02.00 Uhr erreichten wir dann unsere Lockdown Anchorage hier in Nembrala.

Unsere Pässe sind noch in Sorong bei einer Agentin, die sich um unsere eigentlich alle 30 Tage notwendigen Visa Verlängerungen kümmern sollte. Sie hat allerdings nun auch nichts mehr zu tun, da alle Visa zunächst quasi eingefroren wurden und niemand zur Einwanderungsbehörde gehen muss. Doch ist es nun besser die Pässe schnellstmöglich schicken zu lassen oder sie einfach bei ihr zu lassen? Normalerweise würden wir sagen, wir holen sie uns lieber zurück, doch dieser scheinbar sehr korrupte Haufen in Kupang hält uns davon ab.

Wie geht es nun also in unserem Lockdown?

Wir sind nun seit 2015, wenn auch mit Unterbrechungen, unterwegs auf unserer ZIG ZAG. Unterwegs als Familie, um vor allen Dingen eines zu tun: Die Zeit zusammen und das Familienleben zu geniessen. Gerade fühlt es sich alles etwas eng an und auch wenn wir uns wie in den letzten Jahren 24 Stunden um uns herumhaben, hat sich unser Alltag verändert. Diese Art der Isolation erreicht auch für uns eine andere Dimension. Unsere Lebensaufgabe gemeinsam zu reisen und zu entdecken, pausiert fremdgesteuert. Unser Freiheitsgefühl ist verändert. Wir bewegen uns nicht mehr alle paar Tage von einer Bucht zu einer Anderen, um gemeinsam neue Strände und Dörfer zu entdecken, Menschen kennenzulernen, per Dingi einen Flusslauf hochzufahren, Tauchreviere zu bewundern und egal ob vom Boot oder vom Dingi aus überall zu schwimmen und zu schnorcheln. Alle paar Wochen mal die Zivilisation zu besuchen, um zu proviantieren, frisches Gemüse und Obst sowie Diesel zu beschaffen. Wir sind nun hier seit dem 1. April vor Anker. Es gibt nicht wahnsinnig viel zu entdecken und nichts zu beschnorcheln. Es ist hier the place to be, wenn man surft und zumindest Georg versucht sich darin. Mia taucht mit Maske in und durch die hohen Wellen. Wir dürfen an Land an den Strand. Nicht der Schönste, den wir je gesehen haben, aber wir wollen wir mal nicht so wählerisch sein. Wir dürfen selber in den kleinen Supermarkt und jeden Dienstag gibt es einen Obst- und Gemüsemarkt. Es gibt eine Bar, in der wir mal was essen gehen könnten und Frauen, die gerne für ein paar Rupiah unsere Wäsche waschen (zwar ebenfalls per Hand, aber wir müssen weniger Wasser an Bord machen). Die Menschen hier sind freundlich, lächeln und winken einem zu. Im Ort selber gibt es noch kein Corona, 80km weiter gab es vor zwei Wochen den ersten Fall im Krankenhaus. Dies hier war die vorletzte Provinz, die Corona Fälle meldete. Nun ist es zwar überall in Indonesien verbreitet, aber hier gibt es zumindest offiziell nur 9 Fälle. Die Dunkelziffer wird groß sein. Stand 23.4. gibt es 7775 Infizierte, 960 Genesene und 647 Tote. 1 Fall in unserer Provinz. Heute am 3.5. gibt es 11192 Infizierte, 1876 Genesene und 845 Tote. Doch natürlich ist es Ungewiss, wie die Zukunft aussehen wird und wie sich alles entwickelt. Werden die Menschen hier in ein, zwei, drei oder mehr Wochen auch noch freundlich lächeln und werden wir auch in ein paar Wochen noch an Land können, um unsere Beine zu vertreten bzw. selber einzukaufen?

Dank Facebook gibt es Segelgruppen für bestimmte Reviere und wir sind immer auf dem Laufenden, wem es wo wie ergeht. So geht es aktuell allen insofern gleich, als das die Ländergrenzen alle geschlossen sind und man nirgendswo hin kann. Die Einheimischen haben mehr oder weniger Befürchtungen und Ängste, sind freundlich oder auch nicht, drehen durch, verjagen ankommende Yachten, bedrohen sie mit Waffen oder wie es in den Malediven gerade passiert: werden geduldet und gebeten das Land zu verlassen, sobald das auch nur irgendwie aufgrund einer Grenzöffnung möglich ist?

Wir wünschen uns gerade, wie viele von euch bestimmt auch, unseren normalen Tagesrhytmus zurück. Hätten in dieser Zeit gerne etwas mehr Zeit und Raum für uns selbst, für unsere Partnerschaft, ab und zu mal eine Kinderbetreuung. Wir verbringen viel mehr auf unserem engen Raum als sonst. Wir lieben unser Boot, doch jeder der 1264 cm ist gerade wichtig und sie könnten sich an manchen Tagen auch gern mal verdoppeln. Auf der anderen Seite muss man auch viel mehr aufräumen und reinigen, wenn man die ganze Zeit Zuhause ist und da sind wir ganz dankbar das unser Schiffchen nicht viel größer ist. Wir nutzen die Zeit, noch etwas intensiver für Schulaufgaben und freuen uns dank des guten Internets hier mal wieder mit euch zu telefonieren, Berichte zu schreiben und Fotoauswahlen zu bearbeiten. Die Gedanken über eine weitere Planung vernebeln manchmal die Motivation diese Art Ruhephase für positive Dinge zu nutzen. Langsam bekommen wir aber ein besseres Gefühl eine Tagesstruktur. Etwas deprimierend war der Zeitpunkt als unsere Lichtmaschine aufgehört hat zu arbeiten. Wir haben nach drei Tagen die Rückmeldung bekommen, dass VOLVO Penta hier in Indonesien eine hätte für knapp 800 Euro. Nun haben wir doch beschlossen online dasselbe Modell vom Originalausrüster (VALEO), allerdings für 600 Euro weniger zu ordern. Hoffentlich haben wir Glück und das Ding erreicht uns im Mai. Wir werden berichten. Aktuell versuchen wir noch akuter als sonst Strom zu sparen und haben von einem Nachbarboot noch ein zusätzliches Solarpaneel ausleihen können. Das werden wir morgen allerdings wieder zurückgeben, da wir seit gestern stolze Besitzer eines kleinen Generators sind. Ja, so ist die Lage hier. Wir schätzen es sehr an einem Ort zu sein, wo die Menschen freundlich sind, Corona noch nicht verbreitet ist und wir uns noch an Land bewegen dürfen. Sehr glücklich sind wir auch, diese Zeit nicht alleine isoliert auf ZIG ZAG zu verbringen, sondern mit unseren wundervollen Freunden; Sayo, Chris mit Aya und Miya von FAMILY CIRCUS. Wir dürfen uns glücklich schätzen, gerade nicht um unseren Job zu bangen und das wichtigste ist sicherlich, dass wir uns haben und gesund bleiben, doch auch uns steuern einige Gedanken, Sorgen und Ängste. Bitte passt alle auf euch auf, damit wir uns in ein paar Monaten wieder in die Arme schließen können!

Wann ist der Zeitpunkt da, weiter zu ziehen?

Aktuell sicherlich nicht, soviel steht fest. Heute erreichte uns die Information des Auswärtigen Amts, „dass das indonesische Transportministerium am 23.4.2020 eine Verordnung erlassen, hat wonach ab dem 24.April 2020 bis zum 30.05.2010 der kommerzielle Inlandsflugverkehr sowie der inländische Reiseverkehr auf dem Land und Seeweg in uns aus besonders von COVID-19-Ansteckungen betroffenen Regionen untersagt sind.“ Welche Regionen, dass auch immer sind. Wir werden uns nicht hier weg bewegen. Hintergrund für diese Regelung ist der Beginn des Ramadans; die Regierung hat kommuniziert, dass durch diese Einschränkungen das Thema Corona hoffentlich Ende Juni durch ist. Naja, schön wär‘s?!

Wir werden die Nachrichten im Auge behalten und hoffen irgendwann zu den Orang-Utans aufzubrechen auf dem Weg nach Singapur, Malaysia, Thailand, Sri Lanka…zurück zu unserem ursprünglichen Plan…zurück zur auf die eigentliche Route.

Im Moment ist es zu unsicher den Ort zu wechseln, die Menschen haben Angst, sind oft unwissend, sehr verunsichert und machen komische Dinge.

Nicht unerwähnt lassen, möchte ich auch die großen Sorgen, die wir uns um unsere Freunde in Vanuatu machen und gemacht haben. Am 6. und 7. April diesen Jahres wirbelte der Zyklon Harold (Kategorie 5) durch den Pazifik und sorgte für große Schäden und sicherlich einige Menschenleben in Vanuatu. Die Inseln Espiritu Santo, Malekula, Pentecost und Ambrym sind am schlimmsten betroffen. Wie schlimm, ist leider immer noch nicht wirklich bekannt. Inzwischen (nach 16 Tagen) haben wir ein paar Lebenszeichen von Freunden auf Malekula und auch von unseren Freunden/Familie in Pentecost bekommen. Wir sind sehr erleichtert, dass sie sich alle rechtzeitig verstecken konnten. Nun müssen sie viel aufräumen, reparieren und neu aufbauen. Die Wellen schlugen bis in ihre Hütten. Dächer sind weggeflogen, Hütten weggespült worden, Korallen, Bäume und vieles mehr wurde angespült. Ihr Gärten sind zerstört, nun bekommen sie neue Setzlinge von anderen Inseln zum Pflanzen. Dazu muss man wissen, die Ni-Vans leben zu 95 % von dem was der Garten ihnen gibt. Kisten und Säcke mit Reis und Thunfischdosen wurden als Grundnahrungsmittel überliefert. Die Hilfeleistungen sind leider auch eingeschränkter als bei vorherigen Zyklonen in der Region. Die Einreisebestimmungen aufgrund von Corona zollen Tribut. Personelle, menschliche Hilfe aus Neuseeland und Australien bleibt aus. Hilfsmaterialien werden eingeflogen, doch auch die finanziellen Spenden fallen in der Corona Krise wesentlich geringer aus. Wir haben mit ihnen videotelefoniert und was sahen wir? Ein ziemlich verwüstets Dorf, zerstörte Hütten und strahlende Gesichter! Die Ni-Vans sind schon ein ganz besonderes Völkchen.

Vollkommen unwirklich erscheint es uns, dass wir noch vor einem Monat mit Walhaien geschwommen haben, meine Dekompressionskrankheit, die ich mir Anfang Februar beim Tauchen zugezogen hatte, wirkt auch schon als wäre sie eine Ewigkeit her. Und doch irgendwie plötzlich ist alles anders überall auf der Welt. Die Gesundheit ist und bleibt das größte Gut. Wir müssen sie schützen, soweit es möglich ist. Genießen wir die Möglichkeiten die wir haben, versuchen wir das Leben mal mit anderen Augen zu betrachten, sehen die Entschleunigung vieler Dinge und bewundern Lösungswege in alltäglichen Situationen, die vor wenigen Monaten noch vollkommen undenkbar gewesen wären und freuen uns auf Zeiten der persönlichen Begegnung, des Austauschs, des miteinander Lebens und Feierns. Bleibt gesund!

Neben diesem Update aus unserem Leben, haben wir die Fotogalerien der beiden Salomonenberichte Ankunft in den Salomonen, Teil 1 und Solomon Islands, Teil 2 mit weiteren Fotos ergänzt und mit Untertiteln versehen sowie alle Fotos aus unserer Zeit in Papua-Neuguinea hochgeladen: Siehe Unterwegs in Papua Neuguinea, Teil 1, Happy Nikolaus! Papua-Neuguinea, Teil 2 und den neu erfassten Bericht, Papua-Neuguinea, Teil 3. Für eine ordentliche Bearbeitung der Fotogalerien reichte unsere Internetverbindung lange nicht aus. Jetzt aber! Denkt daran, ihr könnt euch die Fotos in Großformat auch als Dia Show anschauen. Die Untertitel sollten auch dann alle lesbar sein.

Außerdem werden wir in den nächsten Wochen auch immer wieder mal einen Teil unseres 3-monatigen Aufenthaltes in 2019 in Vanuatu hochladen. Wir haben den Bericht in 11 Teile unterteilt, so könnt ihr einen nach dem anderen durch schmökern und mit uns durch das Land unserer Träume zu den wohl zufriedensten und glücklichsten Menschen auf dem Planeten Erde reisen.

Das ist jetzt einiges auf einmal, doch euch soll ja nicht langweilig werden und wir hatten zugegebenermaßen viel nachzuholen. Untenstehend ein paar Eindrücke aus unseren vergangenen Monaten hier in Indonesien, Details über die einzelnen Regionen und Erlebnisse folgen.

Irene und die ganze ZIG ZAG Crew

One Reply to “Update aus unserem Lockdown”

  1. Werner Haeseler says:

    Liebe Irene und Georg, herzlichen Dank für Euren Bericht und die Aufnah-
    men, wie immer auch jetzt wieder toll und eine Augenweide (in doppelter Hinsicht).
    Ich wohne ja bekanntlich in einem Wohnstift, die gegenwärtigen Ein-
    schränkungen sind bekannt, aber wir können das Haus zumindest verlas-
    sen, das ist schon „die halbe Miete“. Im übrigen keine Besuche von aussen,
    die Decke fällt mir jedoch nicht auf den Kopf.
    Viele Grüße Euch und dem lustigen Dreigestirn! Wann und wo sieht man sich wieder?
    Werner

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