St. Vincent – St. Lucia – Martinique – Dominica – Klein Curacao – Curacao

Buenas!
Ganz liebe Grüße senden wir euch von den Las Perlas, 35 sm von Panama City entfernt im Pacifik. Wir haben proviantiert und die Zivilisation verlassen. Ein paar Tage Erholung erhoffen wir uns hier am Strand der Perlen Inseln, bevor dann knapp 4000 sm Wasser bis zu den Marquesas vor uns liegen. Eigentlich war ein Stop auf den Galapagos Inseln fest eingeplant, doch aktuelle Berichte machen einen Halt fast unbezahlbar. Es wäre uns schon einige Hundert Dollar wert die lange Überfahrt in zwei Abschnitte zu teilen. Nach 1000 Seemeilen kurz aufzuatmen, neu zu proviantieren und natürlich die Schildkröten, Seelöwen und Blaufußtölpel persönlich zu besuchen, doch 1700 Dollar?!?! Das ist zuviel, vorallem, weil wir keine Zeit haben dort Wochen zu verbringen. Schön wär’s…sicherlich, deshalb sieht unser Plan vor es zu probieren…vielleicht haben wir ja Glück und wir geraten an einen netten Offiziellen, der uns einen kurzen und bezahlbaren Aufenthalt ermöglicht. Träume darf man haben, doch wir stellen uns auf eine lange Zeit auf dem Wasser ein, um nicht allzu enttäuscht zu sein, wenns nicht klappt. Unsere lange Zeit auf dem Wasser versüßen wir euch mit ein bisschen Lesestoff und Fotos von vergangenen Tagen:-)
Sobald wir die Las Perlas verlassen und uns Richtung Galapagos/Marquesas aufmachen, melden wir uns noch einmal bei euch. Wir werden dann täglich eine Positionsmeldung machen, die ihr euch über einen Link auf unserer Website ansehen könnt, damit ihr wisst, wo wir uns gerade so aufhalten. Für ganz wichtige und dringende Ereignisse/Mitteilungen euerseits nehmt Kontakt auf mit Georgs Papa, Gunther Pferdmenges (pferdmenges@devotionalien.de), er wird sie uns dann über das Satelitentelefon übermitteln. Ansonsten hören wir uns oder lesen wir uns in 40 bis 60 Tagen. Achja und eins noch: Technik kann versagen! Solltet ihr also keine Positionsmeldungen von uns bekommen, kann es sein, dass das Satphone einfach über Bord gegangen oder kaputt gegangen ist…keine Panik für einen Seenotfall haben wir auch eine Epirb, die wir aktivieren können, um Hilfe zu bekommen. Wir haben Funk, eine Rettungsinsel und und und… Wenn ihr nach 60 Tagen kein Lebenszeichen von uns bekommen habt, DANN dürft ihr euch ein wenig Sorgen machen, aber ALLES WIRD GUT!

Und hier endlich noch ein ausstehender Karibik Rückblick: Urlaub mit Familie Keuck 18.2.-1.3.
Nach dem Besuch von Oma und Opa auf Grenada, der Crewverstärkung durch Tante Maiki in den letzten zwei Wochen erwartete uns nun ein weiteres Abenteuer: Unsere Freunde Familie Keuck; Korinna, Sebastian, Jakob (3) und Baby Paul (8 Monate) waren bereits am 17.2. auf Martinique gelandet. Maiki ist heute am 18. von Bord gegangen und wir gingen gleich Anker auf, segelten entlang der Küste von St. Vincent, machten einen kleinen Schlenker in die Bucht von Wallelabou; einer weiteren Filmkulisse von ‚Fluch der Karibik‘ und es ging gleich weiter nach St. Lucia. Dort bestaunten wir im Vorbeifahren die Pitons und mit dem Einbruch der Dunkelheit fiel unser Anker in der Marigot Bay. Auch hier war Captain Jack Sparrow gefilmt worden, doch Sightseeing stand bei uns gerade nicht auf dem Programm, schließlich wollten wir am nächsten Morgen unsere Freunde an Bord Willkommen heißen. Einen kleinen Happen essen und dann schliefen wir quasi noch im Cockpit ein. Das war unser erster und einziger Abend ‚alleine‘ in de Karibik:-) Naja nicht ganz in Curacao und auf den San Blas folgten noch einige. Um 7 Uhr am nächsten Morgen klingelte das Handy, unser Wecker, Anker auf und weiter geht’s. Gegen Mittag erreichten wir dann Le Marin – Martinique. Willkommen in Europa! Karibisches Europa! Was ein schönes Wiedersehen mit unseren Freunden und so schnell und unerwartet. Wir waren doch erst ein paar Monate unterwegs und wie sehr lieben wir unsere Freunde für ihre Spontanität und Abenteuerlust. Vor zwei Wochen gebucht und da standen sie nun mit Sack und Pack, bereit für die nächsten 11 Tage bei uns einzuziehen. Crewverdoppelung! Anhand einer Wunsch-Einkaufsliste hatten sie schon so manches eingekauft, nach einem kurzen Check, stand fest, es muss noch mehr her:-) Zunächst wirkte dies sicherlich skurril, doch wir wussten, dass es notwendig und erstmal nicht mehr so günstig wie in Martinique sein wird. Der Plan sah vor zu proviantieren, Angelzeug zu kaufen, Wasser und Diesel zu tanken, 2 Tage auf dem Inselchen zu bleiben, Schildkröten zu erschnorcheln, uns einzuleben, zu verräumen und in Richtung Dominica aufzubrechen. Gesagt getan! Es gab so manches zu verräumen. Schließlich waren im Gepäck wieder einmal viele tolle deutsche Mitbringsel (Schokolade, Brotbackmischungen, Gläschennahrung für Noah und natürlich Briefe von unseren Lieben. Mia und Jakob teilten sich Mias erweiterte Koje, Paul nächtigte in Noahs zukünftigem Bett; dem Sofa in der Spielecke, Korinna und Sebastian im Salon in ‚Maikis Bett‘, Georg und ich in unserer Koje und Noah verbrachte die letzten Nächte im Kinderwagenaufsatz bei uns in der Bugkabine. Da der kleine Mann sich allerdings inzwischen umdrehte und sich aufstütze, flog sein ‚Bett‘, der Kinderwagenaufsatz später mit Familie Keuck nach Deutschland. Die erste Nacht blieben wir in Le Marin und am nächsten Tag segelten wir nach Grand Anse. Sebastian machte sich hervorragend am Steuer, Jakob erging es auf seinen ersten Seemeilen nicht ganz so gut. Erst wurde er ganz still, dann bleich und dann …. armer kleiner Jakob. Nach ein paar Stunden erreichten wir das Ankerfeld in Grand Ans, wo wir den nächsten Tag am Strand und im Wasser verbrachten und tatsächlich erschnorchelten wir uns auch hier neben tollen bunten Fischen, ein paar große grasende Seekühe ähh nein, Schildkröten. Wir brachten den Kindern einen Seestern mit, der dann nach einem kurzen Erfühlen gleich wieder ins Wasser kam, damit er dort glücklich weiterleben konnte. Jakob und Mia genossen das gemeinsame Planschen und Mia schwamm das erste Mal alleine mit ihren Schwimmflügelchen ohne sich bei Mama oder Papa festzuhalten.
Ein Tagestörn entfernt lag Dominica. Das Land unserer Träume. Eigentlich hatten wir es uns schon abgeschrieben diese Inselchen besuchen zu können, da wir recht spät dran waren, wenn wir Ende Februar durch den Kanal wollen. Gut das hatten wir uns auch schon abgeschrieben, spätestens als wir wussten, dass wir 6 Besucherwochen vor uns hatten;-). Und so kam eines zum anderen und mit doppelter Besatzung segelten wir nach Dominica. Verrückt mit meiner Kindergartenfreundin in der Karibik…auf dem eigenen Boot…mit unseren Familien – einfach super! Das neue Angelzeug kam zum Einsatz und wir versuchten unser Glück, denn mit Können hatten es noch nicht ganz so viel zu tun. Zwei Köder haben wir verloren und einen leckeren großen Fisch leider auch. Er ist uns beim Einholen auf den letzten Metern vom Haken gesprungen. Aber fliegende Fische sausten über die Wellen und der Wind brachte uns mit ein wenig Motorunterstützung noch vor Dunkelheit nach Dominica. Ankerplätze gab’s scheinbar nicht und so gingen wir mit Hilfe eines Boatboys Namens Markus vor Roseau an eine Mooringtonne. Dann ließen wir gleich das Dinghy runter und machten einen kleinen Landgang. So trafen wir auf Martin, dem Taxifahrer und handelten mit ihm zwei Tagestouren aus. Landurlaub war angesagt. Die Insel sah vom Wasser aus schon wahnsinnig schön und grün aus, gespannt waren wir auf die Schluchten, Wasserfälle und die Ausflüge in den Regenwald! Zu recht! Wir hatten schon viel positives von diesem Inselfleckchen gehört und wir waren sehr glücklich es nun und dann noch mit unseren lieben Freunden selber zu entdecken und müssen sagen es ist einfach wunderschön! Am ersten Tag fuhren wir mit unserem persönlichen kleinen Tourbus durch den Regenwald zunächst zum Freshwater Lake inmitten des Regenwaldes. Nach einem kleinen Spaziergang am See und einer kräftigen Regenschauer…ja wir waren mal wieder im Regenwald fuhren wir zur Titou Schlucht. Übrigens ebenfalls beides Drehorte von Fluch der Karibik:-) Wir schwammen in die schmale Schlucht und waren fasziniert von dem Blick entlang der Felswand hinauf in den Regenwald.
Wow, war das schön! Und wie glücklich schätzten wir uns, dass heute kein Kreuzfahrtschiff auf der Insel war und wir die Schlucht quasi für uns alleine hatten. Dann tourten wir weiter zu den Trafalger Falls. Ein märchenhafter Weg führte uns zu ‚Mutter‘ und ‚Vater‘ Wasserfall. Mia und Jakob waren begeistert von den riesen Blättern, die sie unterwegs auf dem Boden fanden. Georg und Sebastian kletterten die Felsen ein wenig hoch bis zu den ersten kleinen Süßwasserpools. Wieder einmal eine unfassbare Kulisse. Am Ende des Tages hielten wir noch kurz an den heiß dampfenden, in spannenden Farben dargebotenen Schwefelquellen, die farbenfroh und stinkig aus dem Berg blubberten. Vollkommen erschlagen von den Eindrücken saßen wir dann im Bus und fuhren entlang der Küste zurück zur ZIG ZAG. Am Horizont ging die Sonne langsam unter und wir erkannten die Chance auf einen Greenflash gerade noch rechtzeitig. Joseph unser Taxifahrer hielt an und noch ein Woooow zum Abschluss: Kurz bevor die Sonne im Meer verschwand, blitzte es grün auf – was die Natur alles so drauf hat:-)

Am zweiten Tag fuhren wir in den Norden der Insel und wir machten einen tropischen Waldspaziergang zum Emeraldpool. Heute hatte ein Kreuzfahrtschiff angelegt und der tolle Wasserfall wurde gleichzeitig von vielen vielen Touristen bewundert. Gut das wir Zeit hatten so lange zu warten bis wir die Schönheit für einem Moment ganz für uns allein hatten. So ein Regenwald ist schon gewaltig. Alles ist so groß, mächtig und prächtig; Bäume, Blätter, Wurzeln. Überall ranken Lianen hinunter, wachsen Parasiten an Baumstämmen, Farne wirken genmanipuliert und die Wurzeln künstlich eingefärbt. Nach dem Ausflug in den Wald fuhren wir ins Carib Territory. Ein eher etwas überteuerter touristischer Stop, doch die Aussichten auf die Nordküste war wieder einmal atemberaubend – daher doch auf jeden Fall lohnenswert. Traditionell, bunt gekleidete Cariben führen traditionelle Tänze auf, verkaufen selbstgemachten Schmuck und Musikinstrumente, zeigen wir Cassawa Brot hergestellt wird. Cassawa Brot wird aus einer speziellen Mehlmischung aus Maniok (Tropische Kartoffelart), Ingwer und Kokosflocken über dem Feuer gebacken. Köstlich, insbesondere wenn es noch leicht warm ist!
Das letzte Dominicanische Highlight für uns war der Besuch des Indian Rivers. Ein Süßwasserfluss, der auf den letzten km zum Meer Brakwasser führt. Er ist auf ca. 3 km mit flachen Ruderbooten schiffbar. Verwunschener Regenwald, riesige Bäume mit herunterhängenden Lianen und übergroßen Brettwurzeln, die in den Fluss raken, exotische Vögel in der Luft und Riesenkrabben am Ufer. Wieder einmal eine Fluch der Karibik Kulisse. Unser Indian River Guide hatte irgendwie auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Captain Jack Sparrow persönlich;-) Er ruderte uns durch diese traumhafte Kulisse und als wir Calypsos Hütte am Ufer entdeckten, stieg das Adrenalin, ob sie wohl Zuhause war?!
Gleich gegenüber gab’s eine echt urige Bar, wir stiegen aus dem wackeligen Ruderboot und genossen einen Fruit- bzw. Rumpunsch, doch Calyso ließ sich nicht sehen;-)
Was ein Tag! Was für eine Insel! Definitiv unser Favourite! Klein, grün, wunderschön, mit Wasserfällen, Pools und sehr netten Menschen. Doch es war an der Zeit aufzubrechen! Außerdem waren wir auch wirklich satt! Nicht mehr in der Lage auch nur ein Minzblättchen von Schönheit aufzunehmen. Also Anker auf! Wir begaben uns auf einen mehrtägigen Segeltörn in Richtung Curacao. Nach drei Tagen und Nächten segelten wir an Bonaire vorbei und schafften es gerade eben noch vor Anbruch der Dunkelheit den Anker vor Klein Curacao einzugraben. Geschafft! Respekt! Mehr zur Überfahrt und unserer Zeit in Curacao, wo wir zum Einen viel am Boot gearbeitet und zum Anderen die Zeit mit unseren Freunden Marie Mona, Stief und ihren Kindern Jean Carlos, Stephanie und Jaylen genossen haben findet ihr jetzt auch MIT Fotos (Ayo Curacao).

Von Curacao ging’s dann zu den San Blas Inseln. Von unserer Ankunft dort hatten wir ja bereits berichtet (Oh wie schön ist Panama). Weitere Fotos und Eindrücke von Kuna Yala; den San Blas Inseln und unserer Zeit in Panama folgen, wenn technisch alles klappt nun nach und nach während wir über den Stillen Ozean in Richtung Marquesas Inseln segeln.

Selber gucken jetzt, hier sind die Fotos der Westindischen Inseln:

2 Gedanken zu “St. Vincent – St. Lucia – Martinique – Dominica – Klein Curacao – Curacao

  1. Hallo ihr Weltenbummler, vielen Dank für Eure interessanten Mitteilungen – spannend, informativ und macht neugierig.
    Deutschland ist so weit weg – aber für Euch dank vieler Freunde, der hoch technologisierten Kommunikationsmöglichkeiten ganz nah bei Euch. Also es gibt nichts neues und unbekanntes für Euch. Weiterhin eine gute Reise und bleibt gesund.
    Gtruß
    Steffen + Regine Pferdmenges

  2. Spannender kann kein Reisebericht sein! Und dann noch diese wunderschönen Fotos. Vielen Dank, Irene und Georg, dass wir auf diese Weise an Eurer Reise, den Erlebnissen und Freuden teilnehmen können. Am Freitag war ich in Winnekendonk und erhielt ausführliche Beschreibungen des gemeinsamen Aufenthaltes mit Euch. Oma und Opa sind restlos begeistert.
    Weil es hier mal wieder regnet, genoss ich die sonnendurchfluteten Bilder besonders und erinnerte mich an die tolle Zeit auf Curacao.
    Glückliche Fahrt und liebe Grüße von Marlies

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