Dancing Under The Sky

Endspurt nach New Zealand

Vom Minerva Riff mitten im Ozean verabschiedeten wir uns vorgestern und sind seit dem unter vollen Segeln auf der letzten 800 Seemeilen (1500km) langen Überfahrt südwärts nach Neuseeland. Das Minerva Riff war der Sammelpunkt auch anderer Boote, welche nach Süden wollen. Gemeinsam haben wir in den Tagen vor der Abfahrt Lobster gefangen, die Wetterprognosen verglichen, Sundowner getrunken, einen Green Flash bewundert und vor 2 Tagen innerhalb kurzer Zeit den Ankerplatz verlassen, just als die Prognosen eine schnelle Überfahrt versprachen. Es wäre übertrieben zu sagen, dass das Meer voller Segel war. Es erstaunt uns dennoch in der ersten Nacht auf Wasser sieben andere Boote zählen zu können, eine Bootsdichte, welche wir seit den Niederlanden nicht mehr um uns herum hatten. Mittlerweile sind durch unterschiedliche Geschwindigkeiten und andere Auffassungen wie der Wind am Besten zu Nutzen ist alle anderen Segel außer Sicht. Wir fahren auf der Rückseite eines ausgesprochen stabilen Hochdruckgebiets in einem großen westwärts reichenden Bogen. Dadurch umfahren wir den windarmen Hochdruckkern. Andere Segler entschieden sich dafür direkt Kurs zu setzen und eventuelle Flauten mit dem Motor auszugleichen. Wir hoffen alles super einzuschätzen, so wie die anderen 25 Crews auch;-) und dann werden wir sehen, ob das Wetter es weiterhin gut meint mit uns und wir es vor dem nächsten einkehrenden Tiefdruckgebiet in den Hafen von Opua schaffen. Ein Traum wäre Donnerstag noch anzukommen, da es am Freitag an der Küste der Nordinsel wieder sehr windig werden soll, dann müssten wir aber weiter so dahinfliegen wie wir es seit gestern Abend tun, mal sehen. Jetzt rufen wir per Satellit (über den auch dieser Beitrag seinen Weg auf www.zig-zag-um-die-welt.de findet) die Wetterdaten ab und berechnen den besten Kurs und das Risiko von Flauten und Starkwind auf der Reststrecke vor uns. Hier könnt ihr sehen wo wir uns aktuell rumtreiben: blog.mailasail.com/zz Wir haben fast die Hälfte der Strecke geschafft und feiern das mit Spagetti Bolognese. Ach so, das soll gesagt werden: wir machen in Neuseeland eine längere Pause vom Segeln. Dies ist auf Grund der Zyklonsaison im Pazifik notwendig. Wir werden dann hoffentlich genügend Zeit finden die Reiseberichte von den Gesellschaftsinseln, Palmerston, Niue und Tonga mit vielen vielen Fotos vorzubereiten und online zu setzen. Außerdem werden wir natürlich hingebungsvoll beobachten wie die Kiwis leben und vor allem wo. Dann benötigt ZIG ZAG ein paar Streicheleinheiten und zu Guter letzt haben wir da ja auch noch ein paar Flugtickets. 🙂 Georg, Irene, Mia und Noah

Minerva Reef – Warten aufs Wetter

Hallo ihr Lieben,
letzten Freitag sind wir nach 2 Nachtfahrten hier im Minerva Riff Nord angekommen. Mitten im Ozean sahen wir bereits einige Meilen vor Ankunft Masten am Horizont. Im Abstand von weniger als 100 m passierten in einer Gruppe von drei Schiffen den Pass und insgesamt zählten wir 12 ankernde Yachten im Ankerfeld. Das nördliche Minerva Riff, es gibt auch ein Südliches, ist ein Atoll-ähnliches fast perfekt kreisförmiges Ringriff. Der äußere Durchmesser beträgt 3,8 Seemeilen (7,5 Kilometer), der innere Durchmesser, also die Lagune, beträgt 2,7 Seemeilen (5,5 Kilometer). Im Gegensatz zum echten Atoll hat dieses jedoch keine Motus, also keine Inseln und ist somit verdammt dazu sein Dasein als Ringriff zu fristen. Bei Niedrigwasser kommen große Teile des Riffs bis zu einem Meter aus dem Wasser. Wir befinden uns im Inneren der schützenden Lagune und den Berichten zufolge sollen sich hier veritable Stürme abwettern lassen, wobei es stets sicher bleibt.
Das Riff gilt also als guter Halt um auf gutes Wetter zu warten für eine Überfahrt nach Neuseeland. Wir wollten Tonga eigentlich letzten Montag nach dem Dieseltanken direkt in Richtung Opua, Nordinsel Neuseeland verlassen. Der Wind schlief ein, wir verbrachten eine weitere Nacht in Tongatapu und sowie viele andere machten wir uns dann einen Tag später auf.
Nach unserer Ankunft hier im Riff holten wir per Satphone gleich neues Wetter ab…wir sahen eine Chance sofort weiter zu fahren, doch nach intensiver Diskussion mit der Crew der Aislado beschlossen wir zu warten, da das Risiko zu groß war etwas zu langsam zu sein und dann seeeehr viel Wind und Welle von vorne zu bekommen. Das Ankerfeld wuchs quasi stündlich und über Funk fand reger Austausch über ein mögliches neues Wetterfenster statt. Geschätzter Mindestaufenthalt 7 Tage. Puh das ist lang. Vorallem in einem Riff ohne Motu (Insel), ohne ‚Auslauf‘. Das waren unsere ersten Gedanken, doch die Zeit verfliegt. Am Boot gibt es immer genug zu tun. Bei Niedrigwasser kann man km lang auf dem zum Vorschein gekommenen Riff spazieren gehen. Georg ist mit Jerome (einem sehr netten Franzosen von der TANGAROA) beim nächtlichen Niedrigwasser auf sehr erfolgreiche Langustenjagd gegangen und am nächsten Abend gab es Lobsterparty an Bord der ZIG ZAG. Gestern Nacht war Silbermondnacht, der Mond befand sich extrem nahe zur Erde (irgendwo um die 350.000 km) und wird ihr so nahe erst wieder kommen, wenn autonomes Autofahren eine Selbstverständlichkeit ist. Das Theater was der Mond veranstaltet hat, bestand hauptsächlich darin, recht groß als auch ungewöhnlich hell zu gucken. Das aufmerksamkeitserregende Schauspiel unter wolkenlosem Himmel wurde eingeleitet durch einen perfekten Green Flash während des Sonnenuntergangs nur wenige Stunden zuvor.
Langeweile kommt also nicht auf;-) Es gibt inzwischen 25 Boote hier im Riff und alle haben wir noch nicht besucht. Ganz spannend ist vielleicht auch das es noch weitere 5 andere Kinderboote gibt, insgesamt 10 Kiddies; Mia und Noah sind die Jüngsten und dann geht’s aufwärts bis 11 Jahre. Franzosen, Engländer, Amerikaner, Schweden, Neuseeländer, Österreicher und wir.
Das heftige Wetter erreicht die Küste Neuseelands gerade im Moment. Es war die richtige Entscheidung zu warten. Ein Boot auf dem Weg nach Neuseeland ist sogar umgekehrt, da die aufkommende Front sich zu drohend entwickelte. ABER so wie es aussieht geht es in den nächsten Tagen weiter, vielleicht schon Freitag, vielleicht aber auch erst Samstag oder Sonntag. Es nähert sich ein sehr stabiles großes sich langsam bewegendes Hochdruckgebiet ‚A big fat high, the first summer high for Newzealand‘. Alle warten drauf und sind gespannt auf die Überfahrt.
Uns geht es also gut und gleich schauen wir uns gemeinsam mit der Aislado das aktuelle Wetter an. Sobald wir nach NZ aufbrechen werden wir wieder wie gewohnt tägliche Positionsmeldungen senden.

Los geht’s: Neuseeland wir kommen

Hallo ihr Lieben,

vor 10 Tagen haben wir das Königreich von Tonga erreicht. Ganz genau liegen wir im Süden in Tongatapu vor Anker. ZIG ZAG und ihre CREW ist bereit für die letzte Etappe. Die Route nach Neuseeland ist bekannt für spannende Wetterwechsel; für zuviel oder zu wenig wenig Wind oder beides direkt hintereinander. Ein täglicher Wettercheck und die Diskussion darüber mit anderen Seglern (es liegen aktuell ca.20 Boote hier), lässt und heute starten. Gestern noch dachten wir direkt Opua im Norden Neuseelands anzupeilen. Aktuell sieht es eher so aus, als würden wir noch einen Zwischenstopp im Minerva Riff einlegen, vielleicht für 1,2,3 oder mehr Tage, je nachdem wie schnell der aufkommende Starkwind im Norden Neuseelands vorbeizieht…denn da will keiner reinkommen;-)

Wir freuen uns riesig auf unser Ankommen und sind gespannt auf die letzte Etappe; 1100 sm to sail. 2 Nächte zum Minerva Riff und dann mal sehen, nach einer Pause vielleicht noch 7,8 oder 9 Tage nach Opua. Aber wie immer: Es können auch mehr sein! Ein befreundetes Boot ist letzte Woche nach 16 Tagen ankommen…

Wir werden unsere Position einmal täglich mit einer kleinen Statusmeldung posten, diese findet ihr hier. Was wir dort posten kommt meist über Satphone, in der Tabelle weiter unten auf der Seite ist für etwas mehr Text die Spalte Subjekt anklickbar

Wir wünschen euch schöne Sankt Martins Umzüge!

Bis bald

Irene, Georg, Mia und Noah

 

PS: In Neuseeland besorgen wir uns ganz schnell tolles Internet und es erwarten euch Fotos und Berichte von den Gesellschaftsinseln (Bora, Bora und Co) und unserer unvergesslich schönen Zeit in Maupihaa und Palmerston sowie von dem für uns bisher kleinsten besegelten Land: Niue.

 

40. Geburtstag in Palmerston

Good Afternoon,

nach über 3 Monaten in Französisch Polynesien, haben wir gestern hier in Palmerston, Cook Islands einklariert. Die Überfahrt von Maupihaa hat etwas länger gedauert als erwartet. 5 Nächte verbrachten wir auf dem schaukeligen Ozean. Die angesagten 4 Windstärken blieben irgendwie aus, stattdessen 1-3, doch für den Blister (ein großes Leichtwindsegel) war der Wind zu unbeständig. Wir setzten ihn ganz optimistisch, doch die schwarzen Regenwolken in der Nacht sorgten für zu starke Böen  also haben wir ihn wieder geborgen. Vorsegel wieder raus, nach 3 Tagen drehte der Wind etwas, so dass wir es zeitweise zusätzlich mit dem Großsegel versuchten, leider auch nicht allzu lange. Der Motor lief bis auf wenige Stunden die ganze Zeit. ZIG ZAG wurde zum Motorsegler. Wir haben seit Bora Bora (wäre man direkt durchgefahren wären das 8 Segeltage/Nächte) mehr Sprit gebraucht als auf der 32-tägigen Pazifiküberquerung! Neben dem ständigen Brummen in Ohr, sorgt das Laufen der Maschine für eine irre Hitze im Schiff, aber da es tagsüber immer trocken war, hielten wir uns gern auch draußen im Cockpit auf. Wir spielten, sangen, lasen, schliefen, kochten oder öffneten einfach eine Dose. Alles in allem eine schaukelige, motorreiche, ermüdende aber Ok-Überfahrt. Und das Schönste: wir haben unser Ziel sicher und heil erreicht! „Welcome in our Paradise!“ Was für eine Begrüssung durch einen Zoll-Immigrationsbeamten, gekleidet in einem rotgeblümtem Hemd. Palmerston, das Paradies von aktuell 56 Einwohnern, einigen tropischen Vögeln, vielen vielen Einsiedlerkrebsen und uns, dem einzigen Segelschiff weit und breit. Unsere ZIG ZAG eines der letzten, der insgesamt 50 Boote, die in diesem Jahr hier halt gemacht haben. Paradiesisch war auch der im Kettenofen gegarte Papageifisch, den wir mit unserer Gastfamilie als Willkommenlunch verspeisten! Grandios! Mehr von Sonne, Strand, Palmen und unserer Zeit auf den Gesellschaftsinseln und insbesondere von unsere Woche im wunderschönen Maupihaa, sobald wir wieder schnelleres Internet zur Verfügung haben.
Heute steht noch Kuchen backen auf dem Programm! Georgs Plan die Datumsgrenze zwischen Niue und Tonga dazu zu gebrauchen, in diesem Jahr noch nicht 40 zu werden, ist nicht aufgegangen. Wir werden einen anderen Tag in diesem Jahr streichen müssen. Morgen, also in Deutschland schon heute, heißt es: Happy Birthday Schorschi!
Er kommt übrigens gerade vom Fischen zurück, denn bevor er 40 wird, wollte er sich noch im Klaren darüber werden, ob er sich beruflich noch einmal umorientieren möchte.

Das alles schrieb ich gestern, doch da hatte der Internetsatellit bereits geschlossen:-)

Wir feiern heute mit der ganzen Insel auf einem Schulfest Geburtstag und jetzt werden wir mit unserer Gastfamilie Kuchen essen.

Bis bald

Irene und Crew

Die Tuamotus

Hallo ihr Lieben,
noch sind wir auf Bora Bora, doch seit ein paar Stunden sind wir ganz offiziell ausklariert. Wir verlassen Französisch Polynesien zwar noch nicht ganz, aber in Maupiti kann man nicht ausklarieren;-) Ein paar Tage wollen wir uns Maupiti und evt. auch noch Maupihaa anschauen und dann steuern wir wahrscheinlich direkt Palmerston an (530sm). Ein Inselchen, das zu den Cookinseln gehört. Dann steht Niue und Ende Oktober Tonga als Abfahrtsland für Neuseeland auf dem Plan. Nur damit ihr das große Ganze vor Augen habt;-) Hier aber nun erst einmal unser Rückblick auf unser zweites Polynesisches Archipel: Die Tuamotus
Raroia (8.-12.August)
Am 4. August machten wir uns auf den Weg zu den Tuamotus. Kurz nach unserer Ankunft hatten wir euch ein paar Windige Grüße geschickt und euch über eine, Entschuldigung, Scheiß-Überfahrt mit Folgen berichtet. Hier gelangt ihr noch einmal zum damaligen Bericht „Windige Grüße aus den Tuamotus“ . Raroia war wirklich schön, wir genossen das ‚Dingischnorcheln‘ über das Riff, Strandspaziergänge und das Muscheln suchen. Wir waren fasziniert von den Motus über und unter Wasser, von den vielen Haien (insbesondere Schwarzspitzenriffhaie) und dem wahnsinnig klarem Wasser, dass in allen blau, grün und türkis Nuancen in der Sonne glänzte.
Wir hatten eine total schöne ruhige Nachtfahrt von Raroia rüber nach Makemo; ein toller Sonnenuntergang, ein angenehmer Wellengang, perfekter Wind. Morgens ab 5 Uhr nahm dieser deutlich zu und eh wir uns versahen, rauschten wir mit dem ersten Licht, Willkommen durch einen Delfin an Backbord durch die Atollpassage von Makemo.
Makemo (13. – 18. August)
Einmal rechts ab, sahen wir bereits die Skylark am Dorfpier festgemacht. Stewart und Lou nahmen unsere Leinen an und schenkten uns erst einmal ein frisches Baguette. Frühstück! Tolles Willkommen. Anschließend versammelten sich unsere Crews auf dem Pier zur gemeinschaftlichen Ortserkundung. Das wir das Laufrad und den Buggy in der Südsee so oft zum Einsatz bringen können, hätten wir im Traum nicht gedacht. Mia balancierte sich inzwischen richtig gut aus auf ihrem Zweirad und Noah machte sich hervorragend im Buggy oder laufend an der Hand. Der Ort war sowie wir es bisher hier überall erlebt haben, sehr ordentlich, sauber und gepflegt. Betonstraßen, nette Gärten, kleine Häuser, eine Kirche, eine prächtige Bürgermeisterei, einen Post und eine Polizeistation. Und nicht zu vergessen einen Supermarkt (gar nicht mal so klein) und eine Boulangerie (Bäckerei). Wir versorgten uns also schnell noch mit neuem frischem Baguette. Eine Bäckerei hier hat, wenn sie ein reichhaltiges Angebot hat, folgendes ausliegen: eine Sorte Brot, lange Baguettes, evt. noch kurze und wenn man Glück hatte gab es noch Croissants und Pan au choccolat. Wir freuen uns wirklich auf ein Teilchen und ein  dunkles Brot im April in Deutschland;-)
In Raroia waren wir nur auf unbewohnten Motus unterwegs gewesen und hatten keinen Einheimischen angetroffen. Hier in Makemo waren die Menschen, denen wir begegneten wiederum sehr sehr freundlich, unglaublich diese Polynesier. Wirklich eine tolle Ausstrahlung und auch so hübsch tätowiert und mit Blumen beschmückt.
Wir haben 5 der 78 Atolle besucht. Man könnte hier sooo viel mehr Zeit verbringen. ‚Unsere‘ Atolle hatten ringförmige Strukturen, rundherum größere und kleiner Motus und in der Mitte eine Zentrallagune. Wir fuhren also durch einen Pass hinein und suchten uns ein schönes Motu aus und ließen vor ihm den Anker fallen. DAS war der ‚echte Südseezauber‘; zumindest der, den wir Europäer uns eher als einen solchen vorstellen. Die Inseln hier waren ganz anders als die Marquesas. Flache Korallenmotus; Strand, Palmen, unzählige Kokosnüsse und Einsiedlerkrebse. Nothing more, ohja doch hier und da mal ein erbautes Örtchen wie das in Makemo. Und das alles umringt mit klarstem Wasser.
Der Wind in den nächsten Tagen blies ordentlich und wir beschlossen, sicher am Pier liegen zu bleiben bis sich die Wolken etwas ausgepustet hatten. Wir machten eine Pierparty; Lunch mit Familie Henderson (Skylark), die Kids angelten vom Pier aus und düsten mit Inlinern und Laufrad auf und ab. Noah machte seine ersten 5 Schritte in die Arme von Elenor! Da waren Mama und Papa aber eifersüchtig;-) Dann gingen wir über zu kleinen Reparaturarbeiten, Instandhaltungen am Boot und trafen uns anschließend zu Brouwnies, Café Creole (Kalter Kaffee, Rum und jede Menge süße Kondensmilch).
Am 16. legten wir ab in Richtung Westspitze Makemos. Wir gewohnt wollten wir den Autopiloten einschalten, aber…NIX. Er tat’s nicht mehr. ‚Version 15‘ erschien auf dem Display. Sicherung an aus an aus an aus, nee es half nicht. Also wurde selbst gesegelt. Segeln innerhalb der Lagune ist wie segeln auf dem Ijsselmeer; ganz ohne Welle, nur kann man hier bis zum Grund schauen.
Wir hatten heute eine Frau mehr am Bord; Hana segelte mit uns und brachte uns Fischglück. Da rasselte die Angel! Juppiiiee heute Abend gibt es Poisson Cru made by ourself. Wir hatten das Gefühl die einzigen Segler in Makemo zu sein; wir sahen nur Wasser, Motus und das Kielwasser der Skylark vor uns. Einmal angekommen im Westen wurden wir von drei Einheimischen per Motorbötchen aufgesucht, die uns Willkommen hießen und uns ein paar frisch geschlagene Trinknüsse vorbeibrachten. Dann stand Motubegehung auf dem Plan; einmal zum Strand, durch den Palmenwald und morgen mehr, denn gleich wird’s schon wieder dunkel. Das wird es übrigens bei uns seit der Karibik (Januar) schon immer gegen 18.00 Uhr. Am nächsten Tag bekamen wir wieder jede Menge Wassermacherwasser von der Skylark; Kanister per Kanister füllten wir unsere Tanks. Georg und Stewart nahmen sich dem defekten Autopiloten an (leider ohne Erfolg) und die Mädels groß und klein plus Noah tourten zum Strand. Später gesellten sich die Herren dazu und wir entdeckten die andere Seite des Motus; auf welche ständig Wind und Wellen einschlagen. Der ganze Boden ist bedeckt mit angespülten und abgestorbenen Korallen in allen Größen, Formen und Farben, solange man unter Farben ausschließlich Schattierungen von grau versteht.
Ein drittes Mal hieß es Abschied nehmen von der Skylark Crew. Und wieder waren wir uns sicher, dass es kein Abschied für lange sein wird. Sie lassen ihr Boot in der Zyklonensaison in Apataki (Tuamotus), fliegen aber für ein paar Monate nach Neuseeland. Dort werden wir dann vielleicht einige Landmeilen zusammen von Campingplatz zu Campingplatz abreißen.
Kauehi (19. – 28. August)
Am 18. verließen wir Makemo und noch kurz vor dem Pass biss doch tatsächlich der Bruder des bereits herausgezogenen Fisches an. Noch so ein Leckerbissen. Ausgezeichnet! Das Wetter, der Wind alles passte für eine Nachtfahrt bis nach Kauehi, wo wir den Pass stellenweise mit 11 Knoten passierten. Nicht dramatisch, solche Pässe und doch irgendwie spannend; kabbelig und je nach Tidenstand gibt es krasse Strömungen. Doch wir hatten ein ganz gutes Timing; alles passte.
Kauehi wurde definitiv zu unserem Liebelingsatoll; netter Ort, freundliche Menschen, Internet, Supermärkte, super Strand, einsame Ankerplätze, Motus ganz für uns alleine (naja gut, wir teilten mit den Einsiedlerkrebsen).
Ein paar Gedanken am Ende eines Tages:
Kauehi, 20.8.
Was ein schöner Tag! Wir wollten nach dem Frühstück kurz an Land, man sah von Bord aus schon eine kleine Kirche und einige Häuser am Ufer. Sah ganz nett aus. Bewaffnet mit Buggy und Laufrad ging’s ins Dingi. Wie landeten an einem sehr schönen Strand direkt neben einem Betonpier an. Sehr schön, da werden wir dann wohl später ein paar Stündchen verbringen! Eigentlich wie bei jedem Landgang führte der erste Weg und zu den zwei lokalen Supermärkten. Mal schauen, was die so zu bieten haben. Eine Tüte Chips für 650 Franc, polynesische welche. 1 Euro sind 119 von den hiesigen Piepen. Also knapp 6 Euro für n’e Tüte. Für den selben Preis gibt’s aber auch Eier (12 Stück), die wir tatsächlich auch mitnehmen. 2,2 kg ‚Hühnchenteile‘ aus den USA gibt’s übrigens auch für 650. Muss man Prioritäten setzen. Die Chips blieben im Regal:-( Mia’s Süßigkeiten im Wert von ca. 2 Euro, bekam sie netterweise einfach so geschenkt.
Aus diesem angedachten kleinen Spaziergang durchs Dorf, wurde ein ganzer Tag. Am Ende der Straße war ein paradiesisch schöner, ganz flach ins Wasser abfallender Strand. Echter Pudersand, nicht nur harter Korallenstrand. Da blieben wir kurzerhand da, Georg holte unsere Strandsachen, die Vida Besatzung folgte unserem Plan und gemeinsam genossen wir Noahs Zähnchenkuchen (no. 5), bauten Segelboote aus Kokosnüssen und die Kids planschten bis zur Dämmerung. Super! Da haben wir einfach mal ’nichts‘ gemacht.
Am Sonntag bin ich mit den Kindern und Angelika von der Vida zum Gottesdienst gegangen. Morgens um 8 Uhr! Grrr…aber es hat sich gelohnt. Spannend war’s, irgendwie anders und doch bekannt. Wir betreten die Kirche (bzw. wurde diese gerade renoviert und die Messe fand im Nebengebäude statt) und wir wurden gleich von einer Dame in ihre Bank gewunken und mit Umarmung und Kuss auf die Stirn begrüßt. Das Weihwasser am Eingang befindet sich in einer großen glänzenden, gedrehten Muschel. Die Pfarrer (3?!) tragen weiße Gewänder und darunter Turnschuhe. Die Messdiener; alles erwachsene Männer haben ebenfalls weiße Gewänder an und tragen teilweise einfach Flip Flops drunter. Die Besucher sind unterschiedlichst gekleidet; farbenfroh in feinstem Zwirn, aber auch einfach mit kurzer Hose und Flip Flops, mit Hüten, Blumenkränzen und -ketten; das Übliche hier zugegen. Die gesamte Messe war auf Tahitianisch; sehr interessant…die Abläufe, katholisch, trotzdem sehr vertraut und doch etwas beflügelter als bei uns. Die schwungvolleren Lieder wurden begleitet von einem freudestrahlenden, in Schweiß gebadeten, überschwänglichen, mit einer Blumenkette behangenem, stattlich gebautem Polynesier am Keybord. Der die Aufforderung doch noch ein bisschen mehr Gas zu geben, stolz annahm. Als hätte er darauf gewartete, haute er nun noch voller in die Tasten und drehte das Volumen weiter auf.
Als wir bereits im Dingi saßen, sah ich im Augenwinkel jemanden winken. Was wollte er wohl? Er zeigte auf die Palme; ahh ja wahrscheinlich möchte er uns eine Trinknuss abschlagen. Wir drehen um und kehren 30 Minuten später mit Trinknuss im Bauch; Blumenketten um den Hals und einer Einladung zum gemeinsamen Lunch zurück zu unseren Daheimgebliebenen Herren. Beim Lunch waren sie dann dabei;-) Sowie ca. 15 andere auch; die Schwester und der Bruder und davon die Familie, Besuch aus Tahiti, Besuch aus Frankreich und wir. Was eine Festtafel im Hinterhof mit Blick auf eine Lagune! Gedeckt mit gegrilltem Fisch, Poisson Cru, gekochtem in Kokosnussraspeln gewälztem Kokosnussbrot, Hühnchen, Reis und zum Nachtisch noch jede Menge Zitronen- und Schokoladenkuchen. Da merkt man doch den guten französischen Kücheneinfluss. Sehr schmackhaft und gesellig der Mittag.
Am nächsten Tag beschlossen wir auf die Suche nach Perlen zu gehen, also nach jemandem, der uns diese in diesem schönen Atoll verkaufen wollen würde. Die Tuamotus sind bekannt für ihre schwarzen Perlen, die sie in Perlenfarmen; Muschelfarmen züchten. Als kleine Erinnerung, für uns Damen eine und eine für Noahs zukünftige Frau, dachten wir uns… Wir fragten zunächst bei der Familie, bei der wir zum Lunch waren. Sie hatten aktuell leider keine mehr. Wir liefen also ein wenig weiter in den Ort, da kam das Mädel aus der Familie angeradelt und sagte sie werde mal kurz jemanden fragen, einige Meter weiter hielt dann der Supermarktbesitzer mit einem kleinen LKW an; die Ladefläche komplett voller Koprasäcke (getrocknete Kokosnüsse) auf dem Weg zur Verladescheune am Pier. Denn am nächsten Tag kam das Versorgungsschiff und nahm auch die Ladungen Kopra mit nach Tahitit. Um 16 Uhr hätte er Zeit, dann würde er uns am Supermarkt einige Perlen zeigen können. Wir waren da und anschließend um einige Franc ärmer bzw. um einige Perlen reicher. Neben den Perlen kauften wir noch ein paar Stangen Baguette (hier übrigens nur gefroren erhältlich; kommt per Flugzeug aus Tahiti), denn wir wollten noch zum Nord-östlichen Ankerplatz übersiedeln und da gab es dann erst einmal keinen Supermarkt mehr in der Nähe.
Notitz am 24.August:
Nord östlicher Ankerplatz. Das ‚Tuamotus Compendium‘ (Eine Ansammlung von Erfahrungsberichten von Seglern in den Tuamotus) hat recht. Spektakulär!
Es ist halb sieben. Die Sonne ist vor einer Stunde untergegangen. Noah schläft, zugegebener Maßen ein wenig früh, wahrscheinlich geschafft von der schönen Dingitour entlang der Motus, dem Strandspaziergang und dem Spielen mit den Einsiedlerkrebsen. Mia schaut gespannt unser „Hochzeitsvideo mit all unseren Freunden“ und Georg kocht unser Abendessen fertig: Hähnchencurry mit Paprika und Kürbis (letzterer kommt tatsächlich noch aus Panama; eingekauft am 22.5.) a la Levi Roots. Der Typ hat’s echt drauf! Das einzige echte Kochbuch, das wir an Bord haben und es lohnt sich! Danke Steffi, Laura und Anja, irgendwann dürft ihr euch was aussuchen und ich bekoche euch – war ein tolles Geschenk!
Wir beschließen, dass es mal wieder Zeit ist runterzukommen; die Hängematte aufzuhängen (das wäre dann das 2. Mal in einem Jahr und damit deutlich zu wenig), den Strand zu besuchen, ’ne Burg zu bauen und das Riff zu erkunden. Und genau das machen wir. Außerdem fingen wir viele viele Liter Regenwasser auf als es wir aus Kübeln goss. Da freuten sich unsere Wassertanks!
Noah wurde am 27.8. ein Jahr und wir feierten ganz mit uns allein. Etwas seltsam aber auch irgendwie schön; ein toller Ort und wir konnten uns ganz auf Noah, uns und seinen Geburtstag konzentrieren. Am 26. dekorierten wir das Boot, bis Mia unter den ganzen Ballons eingeschlafen ist. Am 27. dekorierten Papa, Mama und Mia Noahs Geburtstagstorte während seines Mittagsschläfchens. Meerestiere und unsere befreundeten Boote wurden drauf dekoriert, keiner durfte fehlen. Wir sangen und musizierten, packten ein paar kleine Geschenke aus, spazierten auf die andere Seite des Motus; auf der Berge von abgestorbenen Korallen angehäuft waren und hingen ein wenig in der Hängematte auf dem Vorschiff ab. Trotz den eingeladenen Kuscheltieren, fehlten mir Freunde und Familie schon sehr. Zum Geburtstag feiern braucht man einfach auch liebe Gäste um sich herum;-) Mal sehen, wo wir nächstes Jahr sein werden.
Fakarava 28.-29. August
Am 28. hieß unser Ziel Toau. Wir segelten aus der Passage und der Wind war schön, aber recht schwach. Sanft segelten wir dahin und nach ein paar Stunden war deutlich, dass wir Toau so nicht mehr bei Helligkeit erreichen würden. Also entschieden wir uns für einen Halt in Fakarava. Eines der touristisch erschlosseneren Atolle, weswegen wir es eigentlich meiden wollten. Wir fuhren in den nördlichsten Ort und legten an einem Pier an. Praktisch, so konnten wir ohne das Dingi wieder ins Wasser zu lassen (bei Überfahrten befestigen wir es immer vorne auf dem Vorschiff und der Außenborder wird an die Heckreling geschraubt) noch an Land. Super; Buggy und Laufrad raus und einmal die Straße runter. Es war Sonntag gegen 18 Uhr und die zwei Kirchen, eine Openair; eine eher klassich gebaut, waren sehr gut besucht. Die Katholische Kirche war ganz niedlich; eine blaue Decke und von ihr hingen meterlange Muschelketten hinunter.
Wir hatten Glück, denn am Wochenende gab es sogar ein geöffnetes Restaurant im Ort. Ein noch größeres Glück war, dass es eine gute Küche hatte! Fisch, Fleisch und Pommes und der Abend war kulinarisch gerettet. Das Ambiente; draußen mit den Füßen quasi im Wasser, zumindest direkt vor einem Steg, unter dem ein 3 m langer Ammenhai sein Abendessen zu sich nahm und ein kleiner Schwarzspitzenriffhai seine Runden schwamm. Perfektes Programm während wir auf das Essen warteten.
Direkt am Anleger gab es relativ gutes, freies Internet, dass uns u.a. ermöglichte über Vaughn (Aislado) einen neuen Autopiloten in den USA zu ordern. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung! Auf der Gegenüberliegenden Straßenseite gab es einen Wasserhahn mit absolutem Luxuswasser. Was braucht man mehr, wenn einem gerade der Wassermacher kaputt gegangen ist. Vor unserer Weiterfahrt nach Toau, wandelte ich mit Noah in der Trage und Mia auf dem Laufrad noch schnell zum Supermarkt ein paar Baguette kaufen und Georg fuhr die Kanister mit toll gefiltertem und leckerem Trinkwasser im Buggy hin und her, naja also leer hin zum Tank und voll wieder zurück. Tanks voll, Trinkflaschen voll, Bauch voll; Ersatzteil bestellt, mal wieder mit Deutschland gequatscht ein überraschend positiver und sehr effektiver und schöner Halt in Fakarava! Doch nach knapp 20 Stunden Aufenthalt legten wir wieder ab.
Toau (29. August – 1. September)
Die Überfahrt war schaukelig, aber ok. Wir haben unser Ziel in Sichtweite, da beißt ein Fisch an. Schnell machen wir die Segel runter, damit wir langsamer werden und uns das Ding nicht wieder vom Haken springt. Das klang nach einem ‚dicken Biss‘. Georg holt die Angel ein, zunächst ein kleiner Kampf, dann kurbelt er recht zielstrebig…und der Fang lässt dies zu. Dann wird’ s leichter, noch ein paar Meter Angelschnur sind draußen. Was ist das? Da haben wir es einem Hai wohl ziemlich einfach gemacht; an unserer Angel hängt nur der abgebissene Kopf eines Wahoos. Es WAR sicherlich ein recht großer, die Größe des Kopfes weist eindeutig darauf hin. Aber der Rest vom Fisch fehlte; kein Zweifel. Schade. Und dann sind wir auch schon an der Einfahrt von Anse Amyot; dem Blindpass von Toau. Blindpass deswegen, weil wir hier nicht durch einen Pass in die Lagune fahren, sondern in den Riffring. Wir schauen in die Lagune hinein, doch passierbar ist diese aufgrund der geringen Wassertiefe von hier aus nur mit dem Dingi.
Kurz vor der Dämmerung ergatterten wir uns eine der Mooringbojen. Wir waren gespannt darauf Valentine und Gaston, die Eigner der Bojen und Bewohner der Atolls persönlich kennenzulernen. Wir hatten über sie gelesen und gehört, und nun besuchten wir sie selbst. Mia hatte gleich nach der Ankunft ein Bild für die Hunde am Ufer gemalt. Wir konnte Mia aber dann auch noch überzeugen noch eines für Valentine zu malen;-)
Am Morgen sitzen wir beim Frühstück (wir essen übrigens zu 99,5% alle unsere Mahlzeiten draußen im Cockpit), als ich einen Mann, Gaston, auf dem Steg mit einer Angelschnur kämpfen sehe. Die Hunde auf dem Steg und auch am Strand drehen durch und blaffen wie verrückt in Richtung des Wassers. Hunger auf Fisch? Verständlich bei dem was Gaston da am Haken hatte und letztendlich tatsächlich bis auf dem Strand geschleppt bekommen hat. Ein 1,50m langer fetter Tuna (Thunfisch). Respekt! Als wir später an Land fahren, hängt dieses riesen Fischlein kopfüber auf der Veranda. Valentine begrüßt uns, Gaston laminiert gerade eine neue Spitze an einen langen Holzspeer; der nächste Fisch wird wieder harpuniert;-) Wir spazieren ein wenig am Ufer entlang. Die Farben sind frech, die Kulisse lädt zum Fotoshooting ein; der Bootssteg wird zum Laufsteg. Wir schauen uns die bunten Fische, die Kokonussplantage und den Schweinestall an und dann springt Mia ins Wasser. Wir verbringen drei Nächte in Toau, plaudern mit Gaston, Valentine und anderen Seglern, spazieren, planschen und tauschen Brandy und Zigaretten gegen einige Kilo weißem und roten Tuna sowie Wahoofilet und Langusten. Lecker! Noah läuft nun mehr als 6 Schritte; es gibt kein Zurück mehr: Noah kann laufen!
Unsere Zeit in den Tuamotus neigt sich dem Ende; die Gesellschaftsinseln warten auf uns. Unser nächster Hafen ist in Papeete auf Tahiti. Kontrastprogramm zu den einsamen Atollen hier, doch dazu bald mehr.
In knapp 4 Wochen haben wir 5 wirklich tolle Atolle besucht. Die Zeit war leider auch geprägt von der komplizierten Lösungsfindungssuche für den defekten Wassermacher und den Autopiloten, doch wir versuchten uns gegenseitig immer wieder daran zu erinnern, das alles halb so wild ist und sich umzuschauen und zu genießen. Hat mit der Zeit auch immer besser geklappt! Gerne hätten wir noch 1,2 oder 3, insbesondere in Tahanea (davon haben wir im Nachhinein sehr viel schönes gehört) hätten wir gern noch Halt gemacht. Unser Favorit war Kauehi, doch auch Raroia, Makemo, Fakarava und Toau allesamt und auch in der Kombi sehr zu empfehlen! Und als wir von den Marquesas von klarem Wasser berichtet hatten, wussten wir noch noch nicht wie klar Wasser sein kann und in welch einer wunderschönen blau-,grün-,türkisfarbenden Vielfalt es im Sonnenschein erleuchten kann. In einer so wundervolle Umgebung dabei zusehen zu dürfen wie selbstständig die gar nicht mehr so kleine Mia wird und welche FortSchritte Noah macht, ist wirklich ein Geschenk.
Bis bald Irene und Crew

Marquesas Inseln 1.7. – 4.8.2016

Bonjour oder auch Nana, wie man auf Tahitianisch pflegt zu sagen,

am 1.Juli waren wir nach 32 Tagen Pazifiküberquerung ab Panama in Hiva Oa – Marquesas – Französisch Polynesien angekommen. Aufatmen. Der größte Fleck Wasser lag hinter uns und wir waren sehr gespannt, was uns in der Südsee alles erwarten würde. Erst Bilder gucken, dann lesen? HIER gelangt ihr direkt zu den Fotos.

Hiva Oa (1.-2. Juli)

Es war bereits stockdunkel als wir Atuona ansteuerten. Vaughn von der Aislado, mit dem wir bereits seit einigen Seemeilen Funkkontakt hatten, holte uns per Dingi an der Hafenmole ab und führte uns durchs recht dichte Ankerfeld bis an die Betonpier, an der wir nach Achtern mit zwei Leinen und nach vorne per Anker festmachten. Alles fest?! Maschine aus. Angekommen. An Land erkannten wir schon gleich die Crews von drei Booten, die wir bereits in Panama kennengelernt hatten; ein Schweizer, ein Französisches und die Crew der Aislado; unser Neuseeländisches Buddy Boot. Die Schweizer hatten ihren Mast auf der Hälfte der Strecke verloren, die Franzosen waren von heftigen Böen getroffen worden. Da war es der Aislado (die Hiva Oa 24 Stunden vor uns erreicht hatte, tja ‚Länge läuft‘, sie sind ein bisschen größer) und uns ganz gut ergangen. Alles richtig gemacht:-)
Mia war kurz vor der Ankunft eingeschlafen, doch ich begleitete Vaughn zusammen mit Noah noch kurz zum Land. Gerochen hatten wir es schon vor vielen Meilen, gesehen noch viel eher und jetzt wollte ich den Boden unter den Füßen auch kurz spüren. Spannend war wie sehr Noah sich an mich klammerte und er in den ersten 10 Minuten auf keinen Fall auf Silvias oder Janas (von der Aislado) Arm wollte. Georg passte auf Mia auf, berichtete euch damals in der Zeit von unserer Ankunft und genoss das ein oder andere Gläschen Rum. Verdient. 3800 sm lagen hinter uns.
Am nächsten morgen erblickten wir die gesamte Kulisse um uns herum; hohe, grün bewachsene Berge, aus überall schroffe Felsen herausragten, Hähne, die auf dem Pier auf und ab stolzierten, Autos, vorallem riesen Jeeps, in der Ferne am Hang ein paar Häuser, Menschen am Ufer; angelnde Männer, spielende Kinder und Frauen mit einer Blume hinter dem Ohr.
Wir machten uns auf in Richtung Gendamerie (Polizei) um Einzuklarieren. Eine freundliche Polynesierin nahm uns mit ins Dorf (Auto auf, alle auf die Rückbank, Auto zu) und zeigte uns gleich alles was wichtig war; Supermarkt, Post, Polizei, Ärzte, Krankenhaus, Bürgermeisterei, Bank, Internetcafé und unser erstes Marae (Platz für zeremonielle und religiöse Zusammenkünfte).
Das Einklarieren war völlig easy. Bootspapiere und Pässe vorlegen, 1 Blatt ausfüllen. Fertig. Keine Kosten, zum Bedauern von Mia bekamen wir keinen Stempel in den Pass. Als der Polizist Mias Traurigkeit verstand, verschwand er, kam zurück und schenkte ihr einen Stempel zum Einkleben auf einem extra Blatt:-) Wir sind Europäer, die Marquesas Inseln französisch. Verrückt. Da bekommt man selbst nach 32 Tagen auf dem Ozean keinen Stempel;-) Wir dürfen uns als Europäer ohne weitere Verlängerung 3 Monate in Französisch Polynesien (Marquesas, Tuamotus und die Gesellschaftsinseln) aufhalten. Toll! ‚Hätten wir mal drei Monate Zeit‘, dachten wir uns damals…und siehe da: letztendlich werden wir sie nun wohl doch ziemlich komplett ausnutzen:-) Zu schön sind diese Archipele hier in der Südsee.
Als wir nun völlig legal auf dem Land waren, deckten wir uns mit CFP- Franc (ursprünglich franc des Colonies françaises du Pacifique („Franc der französischen Pazifikkolonien“, heute nur noch eine Abkürzung) ein und gaben die ersten von ihnen für Baguette, Eier, frischem Brie, Äpfel, Gurken, Milch und Eis aus! Wir schlenderten durch die Straßen und bestaunten das Panorama, insbesondere auf dem Marae, welches von tollen Tikis bestückt und landschaftlich von riesen Bergen eingerahmt wurde. Ein faszinierender Ort. Ein Ort an dem wir einfach mal dasaßen, den Geschmack eines gekühlten, frischen Apfels sowie den Anblick unserer beiden Kinder wahnsinnig genossen. Mia schleckte freudig ihr Eis und Noah erkrabbelte den Rasen. Wir waren glücklich. Wir waren tatsächlich in der Südsee angekommen! Auf einer Insel, wo die Frauen einfach so wie wir einen Ring an Finger eine Blume hinter dem Ohr (links, wenn vergeben, rechts, wenn noch ledig), einen farbenfrohen Blumenkranz auf dem Kopf und sowohl Männer als auch Frauen einfach so frische Blumenketten um den Hals trugen. Ein toller Anblick!
Eine weitere sehr freundliche Polynesierin nahm uns wieder zurück zum Boot. Sie war zudem noch geschmückt von einem typischen polynesischen Tattoo. Eigentlich begegneten wir keiner und keinem Einheimischen ohne Tattoo. An Knöcheln, Beinen, Armen, Schultern, im Gesicht; dezent und doch großflächig, filigran und kunstvoll waren sie bemalt. Georg und ich war es unabhängig voneinander aufgefallen: DAS waren wirklich sehr sehr schöne Tattoos. Georg bereut, dass er sich keines hat stechen lassen, dafür haben Mia und Noah ein Kleines umsonst bekommen. Mia eine Schildkröte und Noah einen Mantarochen. (Mehr zur Tatoo Kultur hat die Muktuk hier beschrieben: http://muktuk.de/?p=1409)
Zurück am Ankerfeld beschlossen wir gleich wieder abzulegen und mit Aislado zur Nachbarinsel Tahuata zu segeln. Eine Mülltour (der Abfall von 32 Tagen) noch zum Land und schon ging’s wieder auf’s Wasser.

Tahuata (2.-7.Juli)

Aber nur für 2-3 Stunden, schönstes Kaffeeklatschsegeln, und der Anker fiel vor einem langen Sandstrand in der Baie Hanamoenoa in Tahuata. Gleich entdeckten wir die ersten Mantarochen. Krasse Tierchen wie sie durchs Wasser fliegen. Apropos Mantarochen: Das mit den Tattoos der Kinder stimmt natürlich nicht.
Wir genossen einen Strandtag mit anschließendem Segler BBQ. Briten, Schotten, Neuseeländer, Franzosen, Kolumbianer, Schweizer und Deutsche kamen zusammen und wir hatten einen super Abend. Hätten wir gewusst, dass dies der einzige schöne und mückenfreie Strand auf den Marquesas ist, wären wir wahrscheinlich noch länger geblieben. Doch die Neugierde war zu groß und wir zogen weiter, zunächst allerdings nur 2 Buchten.

Baie Hapatoni (4.-6. Juli)
Was eine schöne Anchorage! Leider ohne Strand, aber mit glasklarem grünblau schimmerndem Wasser und einem blütenübersätem Hang. Die Kulisse feierten wir mit einem ‚Limonen Rum Sit in‘ an Bord der ZIG ZAG. Mit dabei war die Crew der Aislado und die der Skylark. Eine sehr lustige Nacht war ’s.
Nach ein paar Stunden Schlaf schnorchelten wir mit den Mantas und fuhren per Dingi zum kleinen Ort rüber. Gleich kamen ein paar Kids an, nahmen unsere Leinen entgegen, interessierten sich für unsere Herkunft, baten uns Pampelmusen an, zeigten und teilten ihren Unterstellplatz für den bevorstehenden Regen, spielten Noah ihren Ball zu und waren einfach polynesisch freundlich. Wir machten einen Spaziergang durchs ‚Örtchen‘. Ein kleiner Hubbelweg war die Hauptstraße, links die Bucht, rechts ein paar Häuser, eine Kirche, eine überdachter Treffpunkt für Feierlichkeiten. That’s it! Als wir wieder zurück zum Boot wollten, lud gerade eben ein kleines Versorgungsschiff einige Kisten mit Lebensmitteln und Säcke mit Baguette aus. Vom Schiff direkt in einen Jeep. Als wir fragten, ob wir ein paar Baguette erwerben könnten, wurden wir freundlichst beäugt, gezählt und pro Boot gab’s gleich zwei plus eins extra für die Kids. Und NEIN, wir durften nichts bezahlen und etwas beschämt übergab ich zumindest eine kleine Tüte mit Seifen und Shampoos, Kugelschreibern und Bleistiften, die wir als mögliche Tauschartikel für Obst mitgenommen hatten. Was ein freundliches Völkchen. Das kann man gar nicht oft genug erwähnen.
Am nächsten Tag folgten wir mit ein paar Stunden Abstand der Aislado und der Skylark nach Fatu Hiva. Als die Skylark aufgrund des Windes umkehrte, entschlossen wir, die erst spät losgekommen waren auch erst am nächsten Tag in Richtung Fatu Hiva aufzubrechen. Wir änderten unseren Kurs. Den extra Tag auf Tahuata wollten wir noch einmal am Strand verbringen. Leider regnete es so stark, dass wir an Bord blieben und die Skylark zu ‚Zähnchen no.4 Kuchen‘ und einem Kaffee einluden. Auch ohne dieselbe Sprache zu sprechen, Hana (7), Elenor (10), Mia und Noah verstanden sich ausgezeichnet! Vom Kuchen gingen wir gleich über zu einem sehr geselligen Abend auf der Skylark. An diesem wurde Georg von einem echten Schotten in die Geheimnisse des Whiskeys und Mia von den Mädels in die Geheimnisse der Medienwelt eingeweiht. Sie schauten gemeinsam die Pinguine von Madagaskar auf Englisch und Mia war begeistert. Am nächsten Tag segelten wir weiter nach Fatu Hiva und wir verabschiedeten uns von Stewart, Lou, Elenor und Hana. Aber wir wussten irgendwann, irgendwo werden wir uns Wiedersehen!

Fatu Hiva (7.-10. Juli)

Es war schon dunkel als wir in die Jungfrauen Bucht ‚Baie des Vierges‘ einfuhren. Imposante Felsen waren im Mondschein zu erkennen. Der Ankergrund war steinig und tief, doch irgendwann hatten wir unser Plätzchen gefunden; 50m Ankerkette plus 20 Meter Kettenvorlauf (einem 14mm dickem gedrehten Polyesterseil, das wir übrigens zum ersten Mal auf dieser Reise einsetzten) waren draußen. Der Törn hierher war nicht weit, doch die Wellenbewegung wie auf dem offenen Ozean. Etwas erschöpft kehrten wir bei Aislado zum Bord BBQ ein. Von Land hörten wir die Trommeln. Die Energie und der Beat war über Kilometer spürbar. Zu gern wären wir noch rüber gefahren um zu sehen, wer diesen Rhythmus in die Atmosphäre schlug. Doch wir wussten, es würde ein morgen geben;-) Getrommel und Tanz war hier auf den Inseln im Juni und insbesondere im Juli quasi Alltagsprogramm.
So wurden wir in den nächsten Tagen und Wochen zu treuen Zuschauern, wo auch immer eine Probe stattfand. Ob in einer Halle, unter einem Pavillon oder unter freiem Himmel. Ob die Kids, die Damen, die Herren oder alle gleichzeitig ihr Bestes gaben. Fasziniert bestaunten wir den kraftvollen und zugleich sinnlichen Ausdruckstanz mit atemberaubenden Hüftbewegungen, die von vielseitigem Getrommel und hin und wieder von Gesängen und Aufschreien untermalt wurden; Südseetechno der ganz besonderen Art. Gänsehaut! Alle tanzen; von ganz klein bis ganz groß, was sowohl aufs Alter als auch aufs Gewicht zutrifft. Alle übten für die lokalen Inselwettbewerbe, die rund um den 14. Juli (dem französischen Nationalfeiertag) stattfinden.
Den Tag verbrachten wir mit schwimmen und surfen in der Bucht. Also Noah, Mia und ich schwammen und Georg stieg auf Vaughns Surfbrett. UND er blieb oben. UND er kam voran. Respekt!
Dann machten wir trotz ziemlich viel Regen eine Wanderung zu einem Wasserfall (irgendwie regnet es immer, wenn wir zu einem Wasserfall möchten). Schöne Wanderung und ein wirklich hoher und spannender Wasserfall, wie er die breite Felswand hinunter donnerte. Mia und Georg nahmen ein kurzes Bad, doch das Wasser war wirklich seeehr erfrischend. Auf dem Rückweg wurden wir aber dann alle richtig nass, es regnete in Strömen und wirklich kalt und durchweicht, von warmen Kakao träumend, stiegen wir ins Dingi. Dieser Ausflug war dann wohl auch der Grund für eine ordentliche Schnupfnase und ein wenig Fieber bei den Kleinen. Naja, solange es nicht mehr ist…ist es gut für’s Immunsystem.
Einmal pro Woche werden die Inseln von der Aranui angefahren. Die Aranui ist halb Versorgungs- und halb Kreuzfahrtschiff; ein sogenannter Passagierfrachter (für maximal 254 Personen). Am Tag der Ankunft war der kleine Supermarkt kurzfristig mehr als überfüllt. Die Flip Flops häuften sich vor dem Eingang (Schuhe werden in den Häusern nicht getragen, im Supermarkt also auch nicht) und als wir auf ein paar Möhren und etwas Weißkohl hofften, waren wir beeindruckt, dass es nichts mehr gab. Innerhalb von Minuten weg. Also freuten wir uns über ein paar überteuerte, aber dennoch sehr frische leckere Neuseeländische Äpfel, ein paar Eier und wovon es immer genug gab; Butter, Brie und Tiefkühlwürstchen. Das Ganze für läppische 40 Euro;-( Ein Tütchen voller Lebensmittel, sehr beeindruckende Preise! Und wir dachten, die Karibik wäre teuer.
Naja, dann wollten wir uns mit neuen Bananenstauden, Brotfrüchten und Limonen eindecken. Wir hatten von tollen Tauschmöglichkeiten mit den Einheimischen gehört. Doch irgendwie sind wir da an den Falschen geraten. Nächstes Mal sind wir schlauer. Wir tauschten 4 Tetrapacks Wein (die hier, wie wir später feststellten üblicherweise mehr als 12 Euro pro Stück kosten), Zigaretten und einen kleinen Billigbrandy gegen 2 Bananenstauden, 3 Kokosnüsse, einige Pampelmusen und ein paar Brotfrüchte. Limonen waren uns eigentlich auch noch versprochen, doch dazu kam es nicht mehr. Der Mann war sehr gierig und ‚brauchte‘ den Wein, doch das haben wir leider zu spät gemerkt. Tauschartikel wie Seile, Shampoo, evt. Kleidung, Zigaretten und Alkohol sind sehr willkommen, ABER insbesondere der Tausch von Alkohol ist unserer Meinung nach mit Vorsicht zu genießen…hinterher weiß man immer mehr…
Wie auch immer Fatu Hiva war felsformationstechnisch definitiv die spektakulärste Anchorage der Marquesas! Die Wanderung zum Wasserfall ist auch sehr zu empfehlen und überhaupt sehr freundlich und nett dort, wenn man dort gerade in der Ecke ist;-)
Mit einer Nachtfahrt machten wir uns dann auf zu unserer 4. Marquesasinsel:

Oa Pou (11.-16. Juli)

Die Insel haben wir fast umrundet. Eigentlich wollten wir in den Norden. Die Aislado war uns mal wieder ein paar Stunden voraus uns über recht schlechten Funkkontakt hatten wir verstanden, dass der anvisierte Ankerplatz nicht gut wäre und sie in den Westen fahren. Dachten wir uns, dann checken wir den Süden und treffen uns irgendwo, wo es schön ist. Wir drehten also im Osten der Insel um und fuhren unten entlang. Wir haben uns auch getroffen, allerdings dann doch im Nordosten;-) Macht aber nix, Oa Pou hat wirklich eine schöne Küste aus der ebenfalls überall beeinduckende Felspinöpel (englisch: Pinnacles) herausragen. Und keiner weiß es besser als wir, wir haben sie gesehen, ALLE, und von ALLEN Seiten;-)
Mit im Hafenbecken lag wieder einmal die Aranui. Bei unserer ersten Ortsbegehung entdeckten wir zum ersten Mal auf dem Marquesas so etwas wie eine Stadt; viele Häuser und Gärten, eine Schule, eine Kirche und gleich drei Supermärkte. Einer hatte sogar Einkaufswagen und mehrere Reihen voll mit gefüllten und nicht wie bisher eher üblich einzeln ausgestellten Lebensmitteln. In der Kühlung fanden wir neue Äpfel, Möhren, grüne Paprika und Weißkohlköpfe; was ein Fest. Frisches Zeug. 10 Euro für eine Tüte Möhren, stolzer Preis, aber immerhin es gab sie. Außerdem shoppten wir frischen Salat, eine Rarität! Frisch, knackig und üppig für nur 2 Euro! Und dann gab es noch alles für eine Burgersession am Abend. FLEISCH! Einkaufstechnisch seit Panama paradiesische Angebote. Doch immer wieder stellten wir fest, dass wir wirklich gut verproviantiert hatten und bei den Preisen war ich immer und immer wieder stolz auf jede Packung Nudeln, Soßen, Pesto und Konserven jeglicher Art, die ich bereits in Deutschland gekauft hatte und wovon wir immer noch aßen und wahrscheinlich noch lange essen können;-) Auf unserer ständigen Einkaufsliste standen dann eher Dinge wie Brot, Obst, Gemüse, Käse, Eier, Mehl, Joghurt und Fleisch (ganz konkret; Hähnchenschenkel und Steak Haché, denn das war bezahlbar und lecker).
Um zu wissen, was und wieviel wir noch benötigen, muss man natürlich auch wissen was noch an Bord ist. Dafür haben wir eine Excelliste, die fast immer gut gepflegt ist;-) Heißt soviel wie, alle paar Wochen, muss man den wahren Inhalt noch einmal mit dem Soll abgleichen; Inventur. Inzwischen sind wir wahre Meister darin. Bei der Gelegenheit putzen wir dann auch die Schränke aus, sehen ob irgendwelche Dosen drohen durchzurosten oder ob mal wieder irgendwelche blöden Viecher den Weg in die Lebensmittel geschafft haben.
Ganz nett war übrigens der Supermarktbesitzer, der uns fragte, ob wir Interesse an ein paar Pampelmusen hätten. Wir waren nicht abgeneigt und er sagte er würde seine Frau dann bitten, welche zu sammeln, sie hätten genug und morgen würde er uns welche mitbringen. Das tat er. 4 große Säcke hatte er für uns! So groß wie ausgewachsene Kartoffelsäcke! Gratuit (umsonst). Bezahlen war nicht erlaubt. Wir verteilten sie auf drei Boote und unsere Netze im Cockpit waren wieder prall gefüllt.
Ansonsten haben wir in Oa Pou den notwendigen Ölwechsel der Hauptmaschine gemacht. Wie wichtig es ist auch wirklich jeden kleinen Pinöpel wieder zurück zu stecken, haben wir, wie ihr wisst, leidlich erfahren und nach fast zwei Monaten und vielen Spülvorgängen, kann ich behaupten, das fast kein Öl mehr in der Bilge ist. Georg und Vaughn haben auf seiner Nähmaschine unser leicht in Mitleidenschaft genommenes Lazybag (Großsegelhülle) erfolgreich geflickt. Mia hatte seit Portugal zum ersten Mal straßenbelags- und verkehrsmäßig endlich mal wieder die Chance Laufrad zu fahren. Wir haben nicht schlecht gestaunt, wie sehr wir die Größe anpassen mussten! Aber siehe da, nach ein paar Tagen, rollte sie uns davon.
Wir beschlossen zu den Feierlichkeiten rund um den 14.Juli (französischer Nationalfeiertag) hier zu bleiben. Gute Entscheidung. Die Festivitäten waren auf gutem Laufabstand vom Ankerplatz, die Menschen waren wieder einmal sehr freundlich hier und sie hatten uns in den letzten Tagen ja schließlich auch schon auf ihrer Insel entdeckt und wir waren nicht mehr ganz so fremd für sie. Alles eine Frage der Perspektive!
Die ‚Baracken‘ waren festlich und blumig geschmückt, es gab ein Kindertrampolin und ein super Festprogramm. Getrommel und Tanz, faszinierende Kostüme; Palmenröckchen, BH’s aus Blumen gesteckt, Federschmuck, Knochen- und Zahnketten, tolle Blumenketten und einmalige Kopfkränze. Alles war so farbenfroh und die Tänze so energievoll. Insbesondere die Herrengruppen waren auch ganz schön respekteinflössend, martialisch. Sie schlugen sich bei ihrer Haka-(Tanz) Choreografie heftig auf die Oberschenkel oder auf die eigene Brust, schrien kriegerische Laute aus. Mia hat sich bei ihrem Auftritt in die hinterste Reihe verkrümelt. Doch die Misswahl holte sie wieder hervor. Tolle ‚Prinzessinenkleider‘ wurden von hübschen, strahlenden Südseeschönheiten präsentiert.
Rundum die Bühne (eine Art Zelt ohne Seitenwände) gab es viele Essensgelegenheiten in Bretterbuden. Futtern, staunen, quatschen und nach dem offiziellen Programm richtig gute Musik. Die Kiddies sind eingeschlafen und Jana, Silvia und ich rockten die Tanzfläche. Party in der Südsee. Fotos von diesem Event, laden wir leider erst in Neuseeland hoch, da an diesem Abend Vaughn der Fotograph war und wir die Fotos leider noch nicht ausgetauscht haben. Wenn ihr allerdings einen Eindruck bekommen möchtet schaut mal auf der Seite der Muktuks. Tolle Bilder und super Bericht zu den Feierlichkeiten auf der Nachbarinsel Nuku Hiva: http://muktuk.de/?p=1375
Den letzten Abend in Oa Pou verbrachten wir an Bord der Sanuk, einem belgischen Catamaran, nach der Skylark und der Lulu noch eine Crew, die beschlossen hatte noch eine Saison in Französisch Polynesien zu bleiben. Verführerischer Gedanke, doch wir entscheiden uns nach einigen Gedanken, doch an unserem Neuseelandplan festzuhalten. Dann ging’s weiter zu unserer letzten Insel:

Nuku Hiva (16.Juli – 4. August)

Baie D’Anaho (16.-19. Juli) Baie de Taiohae (19.-28.Juli)
Irgendwie fühlte sich Georg nicht ganz so fit…so fing es an und sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, dies hielt an und verbesserte sich erst nach knapp 2 Wochen. In der Zwischenzeit segelten wir in den Nordosten von Nuku Hiva; zur Baie D’Anaho und nach 3 Tagen in die Hauptstadt Taiohae im Süden der Insel. Die erste Bucht war wirklich sehr schön, ein ruhiger Ankerplatz, ein langer Strand am Fuße einer großen Bergkette. Es war sehr regnerisch und so konnten wir von Bord aus einige Wasserfälle in den Bergen sehen. Georg schlief und besuchte sehr regelmäßig die Toilette. Mia, Noah und ich machten in drei Tagen einen halbstündigen Strandspaziergang. Dieser war wirklich schön, aber leider gab es kleine biestige Nonos (winzig kleine Stechmücken), die sich fast unbemerkt an unsere Körper begaben. Aber nur fast! Daher blieb es bei einem kurzen Ausflug.

Kurz vor meinem Geburtstag verlegten wir das Schiff nach Taiohae. Ich hatte nicht viele Wünsche. Neben einem gesunden Georg, wünschte ich mir Internet und jemandem dem ich unsere Wäsche zum waschen geben konnte. Die Fahrt an der Ostküste hinunter war sehr schaukelig und unangenehm. Da halfen auch die tollen Delfine nicht. Uns war übel. Wir waren echt froh als wir da waren, aber in der Bucht war ebenfalls ein irrer Schwell und wir wackelten stark hin und her, wir hätten uns am liebsten sofort wieder zurück in die ruhige Bucht gebeamt. Georg fühlte sich eher unfitter als besser, die Toilettenbesuche steigerten sich noch und damit auch der Schlafbedarf. Meine Recherche ergab: es kursiert Magen Darm auf der Insel. Doch er hatte diese Insel ja noch gar nicht betreten?!
Mia, Noah und ich telefonierten (wirklich toll, das man über whatsapp quasi gratis mit der ganzen Welt quatschen kann), verproviantieren, internetteten; luden insbesondere mal neue Fotos hoch, spazierten herum und ließen unsere Gasflasche füllen. UND ich ließ waschen. 15 Euro pro 5 kg sind zwar ein stolzer Preis, doch das sehe ich als mein ganz persönliches Geburtstagsgeschenk an mich selbst:-) Die großen Dusch- und Badehandtücher und auch Spannbettlaken und Kissenbezüge freuen sich maschinell mal wieder so richtig durchgeschleudert zu werden! Wäsche und Gas kann man übrigens direkt am Anleger bei Kevins Yachtservice machen und Internet gibt’s entweder auch bei ihm oder nebenan beim Snack oder 300 m weiter etwas gemütlicher in einem Café / Restaurant. In Taiohae gibt es die reichhaltigsten Supermarktangebote und es gibt einen richtigen Gemüsemarkt; nicht günstig, aber es gibt neben dem fast überall erhältlichen Weißkohl auch Auberginen, Salat, Gurken, Möhren, sogar Zucchini und Tomaten. Nicht imer alles, aber immer etwas;-)
Meinen Geburtstag verbringen die Kinder und ich an Land. So wenig Zeit wie an diesem Tag, haben Georg und ich während der gesamten Reise noch nicht miteinander verbracht. Seltsam, aber krank ist krank. Die Kids und ich machten Großeinkauf und kommunizierten das Internet leer. Kurz bevor wir dann zu Georg zurück wollten, landete ein Dingi an. Ich wollte helfen und so lernten wir die VIDA kennen. Angelika, Bernie mit Felix und Alex; eine deutsche Familie. Großartig! Ebenfalls auf dem Weg nach Neuseeland. Sie waren gerade eben aus Panama angekommen und wir gingen spontan mit ihnen Essen.
Georg fühlte sich step by step etwas wohler, aber es dauerte. Wäre er fit gewesen, hätten wir die Vida zunächst nur kurz kennengelernt und so konnte Mia einige Tage mit Alex (5) und Felix (7) malen, spielen und insbesondere Noah ihren Katamaran entdecken, während ich mit der erwachsenen Crew den ein oder anderen kühlen Sundowner im Cockpit genoss. Georg hatte seine Ruhe und schlief sich gesund.
Am 26. machten die Vidas und die ZIG ZAGs einen gemeinsame Inselrundfahrt. Generell eine gute Idee, aber vor Ort vllt. nicht über Kevin vom Yachtservice buchen zumindest nicht bei Joyceline. Eine rechthaberische, eher unansehnliche, unflexible, uninformierte und dazu definitiv zu teure französische Tourführerin; kurzum nicht zu empfehlen. Aber die Insel ist schön, wir haben einige Marae besucht, tolle Tikis gesehen und den Anblick hoher Wasserfälle und toller Aussichten genossen. Wenn eine Inselrundfahrt auf den Marquesas, dann auf Nuku Hiva. Und wenn irgendwo krank werden, dann auch hier. Für den Rest der Crew aufgrund von Supermärkten, Internetmöglichkeiten und bezahlbarem, leckerem Poisson Cru (roher Fisch in Limettensaft und Kokosmilch) der beste, zivilisierteste Ort zum Verweilen. Aufgrund unseres recht langen Aufenthaltes können wir sagen, dass die Bucht schwellige und unschwellige Tage hat. Kommt halt drauf an…Die Bucht ist riesig, hat eine sehr nette Bergkulisse und mit uns ankerten knapp 30 andere Boote in ihr. Wir hatten einige starke Regenfälle in Taiohae und dann entstehen viele Wasserfälle, was so hübsch kitschig aussieht wie die bescheuerten Friede Freude Eierkuchen Fantasien im Zeugen Jehova Käseblättchen, dem Wachturm. In Bestzeiten haben wir von Bord aus bis zu 18 gleichzeitig sehen können; Wasserfälle und keine Wachtürme, ein Glück.
Als Georg wieder ‚voll‘ an Bord war und wir wussten, dass die Lulu (ihr erinnert euch? Angelika und Ernst aus Deutschland) in Kürze Nuku Hiva erreichen würde, beschlossen wir auf sie zu warten und vorab noch einen Abstecher nach Hakatea zu machen.

Hakatea (28. Juli – 1. August)

Das ist die Bucht in der 2011 Stefan, ein deutscher Segler von einem Einheimischen während der gemeinsamen Ziegenjagd ermordet wurde. Heike, seine Freundin hatte ein Buch ‚Blauwasserleben‘ geschrieben und 2015 wurde ihre Geschichte verfilmt. Vielleicht hat der ein oder andere von euch schon einmal von der ‚Kannibaleninsel in der Südsee‘ gehört. Es war für uns jedenfalls ein etwas seltsames Gefühl in diese Bucht zu fahren. Von der Muktuk hatten wir erfahren, dass wir bei Kua und Teiki ein herrliches Essen und frisches Obst bekommen könnten. Wir besuchten sie und Kua erzählte uns stolz von ihrer Obstplantage, ließ uns einiges Mal probieren und wir meldeten uns für den Folgetag zum Essen an. Gemeinsam mit der Vida begaben wir uns auf den feuchtfröhlichen Weg zum Wasserfall. Ich erwähnte es ja schon, immer wenn wir loswandern, beginnt es zu regnen…aber wir haben durchgehalten. Zumindest bis zu der Stelle, an der man den besten Blick auf den Wasserfall haben soll. Aufgrund des vielen Regens hatten wir Glück und sahen gleich zwei riesen Wasserfälle;-) Mia hat übrigens auf den Marquesas eine Panik vor Regen in Kombi mit Wind entwickelt. Sobald sie eine graue Wolke sieht und sie sieht sie immer als erstes: ‚Mama, Papa Reeeegen, wir müssen uns schnell unterstellen‘ und wehe es gibt gerade nur eine regendurchlässige Palme in der Nähe! Inzwischen sind wir ja einige Wochen weiter und ja die Panikphase ist überstanden;-) Generell können wir von unserer Wanderung berichten, das mehr Wasser auf uns als den Berg herunter kam, Wege zu Bächen wurden, der Bach zum reißenden Fluss und der Rückweg zum Abenteuer…dieses führte nämlich durch einen Fluss, an dem auf dem Rückweg netterweise eine andere Wandergruppe auf uns gewartet hatte, um uns per Menschenkette sicher auf die andere Seite zu geleiten. Da waren wir doch ganz dankbar mit den vier Kids und dem strömenden Flusswasser;-) Ziemlich durchnässt erreichten wir dann Kua, Teiki und Mateo, ihren 12 Jahre alten Sohn, die uns bereits mit einem gedeckten Tisch erwarteten. Es gab gleich Frischwasser zum entmoddern, sowie Handtücher und trockene Shirts für Mia und Noah (als kleiner Mönch im Batiklook auf den Fotos zu erkennen). Wir genossen ein köstliches Mittagessen mit gekochten Schrimps in Kokosmilch dazu Reis, Brotfrucht und in Blättern über dem Feuer gebackenem Kokosnussbrot, Trinknüsse und Obstsalat; ein wahres Fest! (Das ganze für knapp 10 Euro pro Person). Dann gaben wir eine Obstbestellung für den nächsten Tag auf: 2 Bananenstauden (unterschiedlicher reifegrad; 5 und 10 Tage), 2 Brotfrüchte, Sternfrüchte, 3 kg Limonen, 30 Pampelmusen (handballgroß und echt lecker) und 2 Papayas. Alles zusammen für nur ca. 40 Euro.
Mateo war ganz verliebt in Noah und freut sich schon irgendwann auch noch ein Geschwisterchen zu bekommen. Kua ist eine ganz liebenswürdige, frohsinnige Polynesierin. Als wir unser Obst abholten, half Georg beim Koprasackschleppen (Kopra; getrocknete Kokosnüsse, die zur Herstellung von u.a. Ölen nach Tahiti verschifft werden) und wir (vorallem Georg, sein Französich ist einfach sehr sehr gut) unterhielten uns noch ein wenig intensiver mit Kua und Mateo über das Leben und die Leute in Französisch Polynesien. Durchaus interessant war zu erfahren, dass der Mörder von Stefan ihr Cousin war und wie sie sehr emotional ihre Erinnerungen an die Zeit in 2011 mitteilte. Was damals wirklich geschehen ist, wird wohl irgendwie immer ein Rätsel bleiben…
Mit vollgepacktem Obstdingi ging’s zum Verstauen auf die ZIG ZAG. Dann nahmen wir einen Ungarischen Segler („Heiße Laslow, komme aus Ungarn, bin schon 1982 vor den doofen Kommunisten abgehauen“) mit defektem Motor in Schlepptau und fuhren aus der Bucht raus zurück in Richtung Taiohae. Sobald Laslow Wind hatte, entkoppelte er sich und wir motorten ihm davon. Wir schalteten auf der dem Rückweg nach Taiohae den Wassermacher ein.

Taiohae (1.-4. August)
Abends ist die Lulu in Funkreichweite (ca. 20 sm entfernt), sie sind seit 4 Wochen auf dem Wasser und benötigten unsere Hilfe. Sie hatte es unterwegs ganz schön getroffen; so ziemlich alles hatte den Geist aufgegeben; Vorstag und Segel gerissen, Batterien platt, dadurch keinen Kühlschrank mehr, keine Klospülung, keine Navigationslaternen, die Ruderanlage war stark blockiert, der Autopilot defekt und kurz vor der Bucht stellten sie fest: Motor will nicht. Georg schleppt das 9t schwere Stahlboot mit Klein-Erna (unserem Dingi, benannt nach Johannes Erdmanns Oma, von uns namentlich adoptiert) ab, gut dass wir in Panama einen neuen Außenborder gekauft haben! Nach gefühlten 5, tatsächlichen 1,5 Stunden und jeder Menge Adrenalin; ich höre Angelika noch durch das Funkgerät ‚Georg, bitte schnell, wir können nichts mehr machen, wir treeeeiben auf die Felsen…‘ schaffen sie es in die Bucht.

Als der Anker eingegraben war, gab es erst einmal Burger und Bierchen an Bord der ZIG ZAG. Wir wollten alles wissen und sie gern auch alles loswerden und so wurde es später und später…unsere Wege hatten sich nach den Las Perlas getrennt. Wir waren direkt Richtung Marquesas aufgebrochen, die Lulu zunächst runter nach Ecuador, von dort für ein paar Tage nach Galapagos (sind an einen ‚guten und bezahlbaren‘ Offiziellen geraten) und dann hierher nach Nuku Hiva. Das Wiedersehen war toll. Wir verbrachten noch 2 Tage miteinander. Wir verproviantierten uns mal wieder und dann machten wir uns am 4. August auf die Reise zum nächsten Ziel; den Tuamotus.

Wir haben insgesamt 5 der 6 bewohnten Inseln des Marquesas Archipels besucht. Mit ihnen verbinden wir hohe, grüne Berge, einzigartige schroffe Felsformationen, atemberaubende Wasserfallwanderungen, unglaublich freundliche, meist tätowierte, mit Blumen geschmückte Menschen, sehr teure Supermarktangebote, frisches französisches Baguette, klarstes Wasser, viele viele beeindruckenden Mantarochen und neue Segelfreunde wie z.B. Birgit und Andreas von der Muktuk (deutsch), Andreas von der Mellifera (deutsch), Familie Helm von der Vida (deutsch) und Familie Henderson von der Skylark (Englisch/Schottisch). Außerdem genossen wir die Zeit mit unserem Pazifikbuddyboot der Aislado (Neuseeländisch) und das Wiedersehen mit Angelika und Ernst von der Lulu (deutsch). Toll war’s!
In Hiva Oa hat uns das Marae am meisten imponiert, in Tahuata der Strand und die Menschen, in Fatu Hiva die Ankerbucht, in Oa Pou die Tänze und das Trommeln und in Nuku Hiva die Versorgungsmöglichkeiten; der Gemüsemarkt, das vorhandene Internet und der Besuch von Kua, Teiki und ihrer Obstplantage in der Bucht von Hakatea.

Nana und bis bald!

Irene

 

Statusmeldung von den Gesellschaftsinseln

Hallo ihr Lieben,

ja es gibt uns noch;-) Denkt daran immer mal auf Wo ist ZIG ZAG? zu schauen, wenn ihr keinen Newsletter bekommt und ihr euch fragt, was wir so treiben. Wir versuchen dort unsere Position regelmäßig upzudaten, auch wenn Freizeitstress und insbesondere schlechte Internetverbindungen keinen großen Foto- bzw. Berichtupload ermöglichen.

Sorry, dass wir euch nicht mehr über den Wassermacher berichtet haben. Wir waren einfach zu frustriert! Die Reparatur blieb leider erfolglos. Die erste und auch die zweite später in Tahiti. Wir gewöhnten uns wieder ans Kanister schleppen und Trinkwasser kaufen bzw. waren insbesondere der Skylark und der Vida sehr dankbar, die uns in den Tuamotus ständig mit Frischwasser versorgten. Dann ist auch noch unser Autopilot kaputt gegangen und mangels Internet gestaltete sich eine Lösungssuche sowohl für Wassermacher als auch für den defekten Autopiloten schwierig. Quasi unmöglich. Sehr sehr sehr frustrierend. Nur schwer konnten wir den Zustand akzeptieren und die wahnsinnig schöne Südsee um uns herum genießen. Doch irgendwann habe sogar ich geschafft den Hebel umzulegen und positiv nach vorn zu schauen;-)

Wie auch immer, Details zu unserer Zeit in den Tuamotus werden noch formuliert.

Zum hier und jetzt: Uns geht es gut, inzwischen haben wir auch tatsächlich wieder einen funktionstüchtigen Wassermacher und einen geliehenen aktuell noch recht unbeständigen, aber hin und wieder funktionierenden Autopiloten. Der neue aus den USA nach Neuseeland versandte, von Vaughns Schwester nach Rarotonga (Cook Islands) eingeflogene Autopilot, segelt gerade mit der Aislado von Aituatki nach Niue, wo wir ihn dann noch vor der längeren Überfahrt nach Neuseeland anschließen können, bis dahin fahren wir mit unserem Windpiloten und machen unserem Bootsnamen kurstechnisch alle Ehre; leicht zigzag geht’s voran. Ihr seht alles ist gut – war nur nicht ganz einfach;-)

Wir befinden uns im Moment noch in Huahine, wo es gerade wie aus Kübeln gießt. Tahiti und Mo’orea (beide gehören bereits zu den Gesellschaftinseln) liegen bereits hinter uns. Alles sehr sehr schön, kann man nicht anders sagen. Morgen oder Übermorgen segeln wir rüber nach Raiatea, dann ein paar Tage Bora Bora, Maupiti und Maupihaa. Wahrscheinlich steuern wir von dort aus direkt auf Palmerston (Cook Islands) zu evt. mit einem Stop in Aitutaki, allerdings haben wir zuviel Tiefgang für den Pass und es ist sehr wetterabhängig, ob das Ankern vorm Pass möglich ist. Haben wir gehört. Wir werden sehen.

Für euch gibt es jetzt erst einmal jede Menge Lese- und Guckstoff. HIER gelangt ihr zu unserem Bericht über die Marquesas; unserem ersten Südsee Archipel. Achja und das sollte natürlich noch erwähnt werden: Mia ist quasi komplett trocken und Noah läuft. So dann wisst ihr das auch schon.

Die Fotos der Tuamotus (zweites Archipel) sind übrigens auch bereits hochgeladen, ich muss mir nur noch 1 oder 2 Nächte für den Bericht um die Ohren hauen. Aber, so wie das hier gerade aufs Deck schüttet, könnte ich eh nicht schlafen;-)

Gute Nacht
Irene

Windige Grüße aus den Tuamotus

Hallo ihr Lieben, Angekommen. Voll schrotti. Am ersten Abend wollten wir gleich Wasser machen…haben wir auch. Kurz. Bis etwas ‚peng‘ machte oder so ähnlich, dann… Das hatte ich bereits vor drei Tagen geschrieben, dann bin ich einfach nicht mehr dazu gekommen. Auch jetzt will eigentlich jemand anders meine Aufmerksamkeit, aber hier ein kurzes Update: Wir starteten am 4. August in die Dämmerung hinaus auf See. Der Plan war nach 4 Tagen pünktlich zum Tidenwechsel ohne Gegenströmung den Pass von Raroira zu erreichen. Segel hoch, Motor an. Wassermacher hochfahren. Ein seltsames Geräusch sorgte dafür, dass wir den Wassermacher schnell wieder runter regelten und die Maschine stoppten. Die Segel waren eh oben und es war herrlichster Wind, aber wir hatten quasi kein Wasser mehr, nicht mehr viel. Denn in der letzten Bucht war das Wasser nicht wirklich perfekt um Wasser zu machen. Was war geschehen? Der Blick in den Motorraum ließ uns erschrecken, alles voller Öl. Scheiße! Woher? Erstmal beseitigen. Wir schöppten also 5,5 l Öl aus dem Motorraum in einen Trichter und in ein paar leere Flaschen. Wir hatten das Öl erst Mitte Juli getauscht (11 l sind im System). Mit dem Ölwechsel hatten wir auch den Ölfilter getauscht. Georg meinte, er hätte ihn nun noch anderthalb Umdrehungen festdrehen können, das Öl sei bestimmt daraus gelaufen. Klang nach einer Erklärung. Müssen wir ’nur‘ alles reinigen und neues Öl nachschütten. Soweit so gut. Das neue Öl war allerdings tief vergraben in einer der achterlichsten Backskisten. Beim dem Geschaukel bzw. der Schräglage kopfüber darein, dann den 20 l Eimer mit Öl in Flaschen umfüllen und dann in den Motor trichtern – keine Chance! Den Motor lassen wir erst einmal aus. Ohne Motor kein Wassermacher. Der Wind ist gut und kräftig und bringt uns schnell voran. Wasser haben wir, wenn wir sehr sparsam sind für die nächsten Tage genug. Das Gefühl nicht zu wissen, ob und wann wir den Motor wieder hinkriegen und ob der Filter wirklich das Problem war, macht mich wahnsinnig. Ändern kann ich aber nichts. Also Ruhe bewahren. Irgendwie. Wir sind sehr angestrengt, müde, hatten schon fast vergessen wie es auf dem Ozean ist;-) Über einen Monat waren wir in den Marquesas von Bucht zu Bucht getingelt, maximal eine Nacht auf dem Wasser gewesen. Nun mussten wir wieder Seebeine und eine Bordroutine bekommen. Mit der psychischen Belastung nicht zu wissen, was mit dem Motor und dem Wassermacher ist, fiel mir dies allerdings verdammt schwer. Eigentlich ist es uns auch nicht gelungen. Zu kraftlos, müde und frustriert. Und dabei hatten wir eigentlich wirklich guten Wind und seglerisch war alles gut. Für die Einfahrt in die Atolle der Tuamotus ist der funtionstüchtige Motor aber ein muss. Das belastet. Der Wind blies weiterhin 4 bis max. 6 Windstärken und wir errechneten, dass wir einen ganzen Tag schneller sein könnten, wenn es weiterhin so läuft. Und ja, nach nur 3 Nächten, sahen wir am Nachmittag Land. Flache Inseln mit hohen Palmen. Der Anblick erinnerte uns an die San Blas Inseln. Wir hatten definitiv mit 4 Nächten gerechnet. 450 Seemeilen waren geschafft. Super, so schnell gewesen zu sein, doch der Motor hatte noch kein neues Öl. 2 Stunden vor der Passeinfahrt von Raroia wurden der Seegang aufgrund der Atollabdeckung etwas ruhiger und Georg schaffte es, das Öl rauszukramen und wir füllten es ein. Motor an. Check. Der Ölfilter war dicht. Doch der Boden des Motorraums war schnell wieder mit Öl bedeckt. Bei näherer Betrachtung erkannte Georg die Ursache. Es kam aus der Ölablassdüse, es fehlte die kleine Gummikappe, die den Weg nach dem Ölwechsel bisher noch nicht zurück an Ort und Stelle geschafft hatte. Hätte ich gewusst wie wichtig dieses kleine Pinöpelchen ist, hätte ich es nach ein paar Tagen auf der Küchenanrichte nicht in die ‚Lost und Found‘ Dose gepackt;-( Pinöpel wieder drauf, Motor an. Kein leckendes Öl mehr. Fertig. Als nächstes: Wassermacher check. Klingt nicht gut, also wieder aus. Segel runter. Und eh wir uns versahen, fuhren wir zum perfekten Zeitpunkt mit nur einem Knoten Gegenströmung in unser erstes Atoll. Sehr spannend. Die Passageneinfahrt und die ersten Meilen waren sogar mit Spieren gekennzeichnet und plötzlich teilt die Seekarte einem mit, dass der vor uns liegende Bereich einfach nicht mehr kartographiert worden ist. Die Ankerplätze sind allerdings auf der anderen Seite des Atolls und so navigieren wir per ‚Eyeball Navigation‘ 6 Seemeilen durch das Atoll. Ich stehe auf dem Vordeck, der Wind bläst immer noch kräftig, im Atoll aber ohne Welle und ich schaue mit polarisierter Sonnenbrille voraus ins Wasser. Helle Flecken, türkises Wasser im tiefen Blau lassen kleinere und größere Riffe erkennen. Manchmal nur so groß wie ein Küchentisch und dann aber auch so groß wie ein halbes Fußballfeld. Gut das die Sonne richtig steht und sich die Untiefen leicht erkennen lassen. Außerdem mussten wir uns einen Weg durch die vielen Bojen suchen. Bojen, die unter Wasser möglicherweise mit Leinen verbunden sind. Bojen die, die hiesigen Perlenfarmen markierten. Sehr spannend diese Art der Navigation. Unglaublich geschafft ließen wir dann den Anker vor einem wunderschönen Motu (so schimpfen sich die Inseln hier, die ein Atoll umsäumen) fallen. Flache Insel, riesen Palmen und unverschämt schöne türkisfarbende Abstufungen des Wassers und überall ein paar Riffflecken zu sehen. Da waren wir nun. So sieht die Südsee aus. Leider konnte ich den Anblick nicht ganz genießen. Ich räumte gleich nach der Ankunft die große Backskiste leer. Ich wollte wissen, was der Wassermacher für ein Wehwehchen hat. Schnell war deutlich, dass es sich leider nicht einfach nur um einen abgeplatzten Schlauch handelte. Das Membrangehäuse hatte einen Riss. Die offene Wunde zeigte Glasfasersplitter. Scheiße. Das sah nicht gut aus. Aber immerhin der Motor war in Ordnung. Ich war bedrückt und die Gedanken kursierten, wer, wie, wo evt. helfen könnte das Gehäuse zu ersetzen. Am nächsten Morgen erbaten wir uns von dem einzigen sichtbaren Boot im Atoll ein wenig Wasser und so tauschten wir 4 Dingiladungen voll mit ca. 40 l in Wasserkanistern gegen Bananen und Tomaten. Überglücklich füllten wir das Wasser in unsere Tanks. Kleinere Mengen erhitzte ich, so dass ich die Bilge mit etwas Spüli entölen konnte. Step by step. Das Öl aus dem Motorraum hatte seinen schleimigen Weg durch die Bootsbewegungen leider überall in die Bilge geschafft. Wäsche wartete darauf entsalzen zu werden. Alles im und am Schiff war salziger als nach der Pazifiküberquerung. Wir hätten die Salzmühle füllen können, soviel Salzkristale klebten am Deck.Es war eine schnelle, aber auch recht spritzige und nasse Überfahrt. In keinster Form gefährlich, nur halt keine Kaffeefahrt. Nach der ersten Nacht vor Anker war Georg der Auffassung, dass man das Gehäuse auch ggf. mit Glasfasermatte und etwas Harz wieder hinbekommen könnte. Vielleicht finden wir im nächsten Atoll eine Perlenfarm, die zufällig gerade etwas Matte verarbeitet. Parallel beschritten wir Wege, Ersatzteile nach Tahiti zu bekommen. Soweit so gut. Oder auch nicht. Aber wir waren angekommen. Machten uns an die Reinigung des Schiffes, der Wäsche und der Crew, holten Schlaf nach, kochten und aßen mal wieder gemeinsam an einem Tisch und freuten uns sehr am Nachmittag ein paar Motus weiter einen befreundeten Katamaran zu sehen. Die Skylark ankerte nur ein paar Meilen weiter und bei Kaffee und Kuchen tauschten wir uns über die Ereignisse der letzten Wochen aus. Lou, Stewart und ihre Mädels; Elenora und Hannah kommen aus Schottland bzw. Großbritannien und sind vor fast zwei Jahren in Amiland gestartet, um bis zum Ende nächsten Jahres nach Australien zu segeln. Sehr nette Familie! Auch sie waren so nett und spendierten ein paar Liter Wasser, so dass ich sogar meine Haare entsalzen konnte! Wasser ist schon was feines. Inzwischen liegen wir nebeneinander vor Anker. Zwischen all dem ‚Klar Schiff‘ machen, schauen wir immer wieder mal auf ‚unser‘ Motu und die Farben des Wassers, der Insel, der Palmen wirkt völlig unwirklich. So schön. Gestern waren wir auch endlich mal für ein Stündchen am Strand (leider freuten sich dort ziemlich viele Mücken auf uns) und im klaren Wasser. Was eine Erfrischung. Und das sah ich doch tatsächlich, etwas für hier ziemlich übliches an der Wasseroberfläche: eine Haiflosse, blacktipped. Das ‚Baby‘ war vielleicht anderthalb Meter lang, drehte ein Runde und verschwand. Doch zurück zur Skylark. Sie hatten tatsächlich vor ein paar Wochen Glasfaser verarbeiten müssen und waren mehr als gewillt uns ihre Reste zur Verfügung zu stellen. Toll! Eine möglicher Reparaturversuch war in Sicht. Doch erst einmal tapten wir das Gehäuse (mit dem neuen Tape, dass ich unter Mias Koje achtern herausholen musste. Also einmal alles hinter ‚dem Vorhang‘ ausräumen. Diejenigen, die schon mal an Bord waren, wissen was das bedeutet.) Alles abgeklebt, spülten wir das System und insbesondere die Membran nun mit Süßwasser. Dann baute Georg das Gehäuse auseinander, verpackten die Membran und er machte sich an die Glasfasermattenverarbeitung. Inmitten von allem was wir aus der großen Backskiste ausräumem mussten, um überhaupt an das Gehäuse zu kommen. Also inmitten von allem was sich normalerweise in dieser Backskiste befindet; zwei Klappräder, Seile, Sitzkissen, ein Grill und und und packte er Stunde für Stunde Glasfaser auf die defekte Röhre. Das ist der Stand der Dinge. Ob’s hält werden wir heute irgendwann testen, dann werden wir auch wissen, ob das Manometer (Druckmesser) etwas mitbekommen hat…die Befürchtung steht im Raume. Es bleibt also spannend hier im Südseeparadies. Wir halten euch auf dem Laufenden und hoffen heute mal einen kleinen Familiespaziergang am Strand zu machen, bevor wir dann der Skylark morgen in Richtung Macemo; einem weiteren Atoll, 60 Seemeilen südwestlich von hier entfernt, folgen. Bis bald! Irene und Crew

Die Pazifiküberquerung in Bildern

Vom 31.Mai bis zum 1.Juli, den kompletten Juni haben wir auf dem Wasser verbracht. Nach 32 Tagen haben wir Land gesichtet und erreicht. Unterwegs in den Wellen ist es oft zu anstrengend, um nach dem Fotoapparat zu greifen, doch den ein oder anderen Moment haben wir für euch festgehalten. Die Positionsmeldungen und Tagesupdates findet ihr auf http://blog.mailasail.com/zz nochmal zum nachlesen, wobei die Texte hinter den Links in der Tabelle unterhalb der Karte zu finden sind.
Die etwas ausführlicheren per Satphone veröffentlichten Positionsreporte bzw. unseren Ankommensbericht findet ihr hier:

Von der Nordsee bis in den Pazifik

Pazifik mittendrin (3 Wochen auf See)

Wir sind jetzt auf Hiva Oa, Marquesas, Französisch Polynesien

Viel Spaß mit den Bildern und bald mehr von uns in ein paar Tagen von den Tuamotus – Französisch Polynesien!