Dancing Under The Sky

Zweiter Tag auf See – Neuseeland to Tonga

Der Wind kommt gleichmäßig mit 3-4 Bft aus Nordwest, das bedeutet für uns halben bis raumen Wind. Für den Segler der Kurs der Glückseligkeit. Da auch die Wellen klein und gleichmäßig daherkommen ist das Segeln angenehm, ja fast prospektreif, mit nur ein wenig Schräglage und ohne die wilde ungleichmäßige Schaukelei wie in der letzten Nacht. Sogar die Kinder laufen frei herum statt sich kriechend und krabbelnd fortzubewegen, immer parat die nächste Welle auszugleichen. Wir haben auch wieder richtig warm gegessen, was bemerkenswert und eine Wohltat und darüber hinaus auch erst jetzt möglich ist. Die Kochkünste hielten sich zwar in Grenzen (Hühnerboillon aus dem Brühwürfel, danach Kürbiscremesuppe und danach Gemüsesuppe) aber besser hätte es nicht schmecken können. Geholfen hat sicherlich auch, dass die letzte Nacht ausreichend Möglichkeit zum Schlaf geboten hat: nur 3-4 auf andere Schiffe hinweisende Radaralarme die zu überprüfen waren, 2 mal wach gewordene Kinder beruhigen und der stündliche Wecker für den Rundumblick unterbrechen den Tiefschlaf. Wir wechseln uns ab, Georg die erste Nachthälfte, Irene die Zweite. Lino, welcher bei Irene schläft ist in der zweiten Nachthälfte aktiver und hält seine Mutter wach, er gibt uns unseren Rhythmus vor. Aktuell (nach leckerer Suppe), spielen die Kinder Vier-gewinnt. Gleich wollen sie noch eine Burg aus Decken bauen. Irene legt sich etwas hin um Schlaf vorzuholen und Georg liest ein Buch.
Die Strecke Neuseeland Richtung Tonga bedeuten für uns 1100 sm (ca. 2000 km), der direkte Kurs ist 37°. Das entspricht in Entfernung und Richtung einer Fahrt von Gibraltar nach Gießen. Wir fahren diese Strecke nicht exakt geradeaus sondern nehmen Rücksicht auf die Windverhältnisse auf der gesamten Strecke. Interessant hierbei ist für uns der auf den letzten 200-300 sm herrschende starke Ostwind, übrigens ein Passatwind. Wenn wir eine gerade Linie zwischen Neuseeland und Tonga fahren würden dann hätten wir auf Grund des Ost-Passats auf besagten 200-300 sm starken Gegenwind. Also fahren wir einen Bogen nach Osten um dann in der Nähe von Tonga einen günstigen Winkel zum Wind zu haben. Entsprechend der Fahrt von Gibraltar nach Gießen würde man also einen Umweg über Barcelona, Marseille, Zürich und Stuttgart in Kauf nehmen um auf der gesamten Strecke angenehme Windverhältnisse zu haben. In 5-6 Tagen wissen wir ob unsere Taktik aufgeht.

erster Tag auf See – Neuseeland to Tonga

Die erste Nacht und den ersten Tag auf See haben wir geschafft. 150 Seemeilen. Das ist eigentlich ein guter Wert, jedoch recht nass erkauft: Während wir also puppenlustig mit über 8 Knoten in die erste Nacht reinbrettern überlegt es sich eine Welle, einmal recht hoch zu hüpfen und in unser Cockpit reinzubrettern. Schade, wir hatten uns auf Grund der Schaukelei genau dorthin verzogen so das wir alle ein wenig Luft bekommen. Stattdessen bekommen wir frisches Meerwasser, genügend davon und kalt noch dazu. Wir ziehen die triefenden Kinder um, legen uns ebenfalls trocken und dann die ganze Crew schlafen. Jetzt ist es Mittags am Folgetag, die Sonne scheint, die Kinder spielen friedlich, der Wind pustet mit ruhigen 3 Bft. Weiter Richtung Tonga.

Maschine an. Maschine aus. Und doch weg

Gestern hatten wir einen kurzen Zwischenstop auf unserer Lieblingsinsel Roberton Island eingelegt um nochmal zu verschnaufen. Als wir nach einem guten Frühstück den Motor anmachen wollten blökte uns die Warnlampe der Lichtmaschine an – selbige weigerte sich also, Strom herzustellen. Mist. Nach dem ersten Schrecken gehen wir, statt in Richtung Tonga zu segeln,  in den Reparaturmodus über: Bodenbretter werden hochgeklappt, Serviceluken geöffnet und Messgeräte angeschlossen. Frust beim Lichtmaschinenmaschinisten Georg: es tut sich nichts. Anruf bei unserem Freund Mike aus Opua und noch mehr Möglichkeiten werden durchgesprochen. Eine davon: Nehme eine Glühbirne, schließe diese an 12 Volt an und errege damit die Lichtmaschine. Also macht Georg das einzig Vernünftige:

Mit einer Glühlampe in der Hand und einem grimmigen Lächeln im Gesicht erregt er die Lichtmaschine.

Das Ergebnis: Nichts! 0 Volt, 0 Ampere, das sind auch gleichzeitig 0 Watt für unsere Stromversorgung. Weitere Freunde helfen uns, diesmal Frans und Silvia, die mit ihrem Boot in der Nähe vor Anker gehen. Die beiden sind ebenfalls auf dem Weg nach Tonga und legen einen Stopp auf Grund eines Schaden am Boot ein: Ihre Lichtmaschine ist kaputt, ausgerechnet!

Nun gehen ausgesprochen grimmig Frans und Georg auf die Lichtmaschine der ZIG ZAG los, diesmal mit dicken Büchern über die Wartung von Booten, weiteren Messgeräten und viel Elan. Eines der Messgeräte zeigt an, dass die Glühbirne hauptsächlich kaputt ist. Eine neue Glühbirne wird verdrahtet, Frans und Georg erregen die Lichtmaschine gemeinsam und voila, es werde Strom. Und Spannung. Also Leistung! Wie schön. Frans hat sich sein Bier redlich verdient bevor er zu seiner eigenen Lichtmaschine zurückgeht, er muss eine Bürste ersetzen. Mit dem Wissen, dass Lichtmaschinen Bürsten und Erregung benötigen gehen wir friedlich eine weitere Nacht ins Bett bevor es gleich hoffentlich ENDLICH losgeht.

Goodbye Neuseeland und ein Blick in die Vergangenheit: Maupiti – Gesellschaftsinseln

Freitag, 29.4.2018

Unsere Tage in Neuseeland sind gezählt. ZIG ZAG is almost ready to go. Gestern sind wir nach 4 Nächten vor Roberton Island (Bay of Islands) zurück an unsere Mooring heimgekehrt. Ich war gar nicht von Bord. Georg und die Kids haben zwei Stunden das schöne Inselchen erkundet und den Rest der Zeit haben wir einfach auf ZIG ZAG verbracht. Nachdem Noah am letzten Wochenende mit etwas erhöhter Temperatur und Schnupfen begann, erwischte es uns nach und nach alle, naja Mia war tapfer und ist gesund geblieben und Lino hat nur ein kleines Hüsterchen.
Schon auf der Hinfahrt zur Insel haben wir eine Gruppe Delfine gesehen. Mia entdeckte sie als erstes. Sie spielten im Wasser, spielten mit unserem sauberen Unterwasserschiff und dann sprangen sie tatsächlich auch noch in die Luft. Unser Wunsch mal wieder Delfinchen zu sehen war gleich am ersten Tag in Erfüllung gegangen. Mia und Noah waren höchst erfreut sie so nah bewundern zu können; Augen, Blasloch, Flossen alles dran. Roberton Island ist eine überschaubar kleine und schöne, semiprivate Insel.
Es war ein herrlicher Ankerplatz, die Sonne schien und der Blick in die Bucht war einfach schön. So schön, dass wir die Hängematte auf dem Vorschiff aufgehangen haben. Die Kids haben in ihr geschaukelt und Noah hat seinen ersten Mittagsschlaf mit Rettungsweste an in der Hängematte gemacht. Sie haben ganz viel an Bord gespielt, Georg hat es geschafft den Wassermacher wieder zu aktivieren, ich bin wieder gesund geworden und wir haben kleinere Aufgaben unserer To do Liste wie zum Beispiel die Reparatur der Heizungsrohre, dem Polieren von Edelstahlteilen, das Online stellen unseres Vans und anderer Dinge von denen wir uns trennen wollen erledigt. Das Highlight des Ausflugs war die Delfinshow, die uns die Meeressäuger direkt am Ankerplatz boten. Solche Drehungen und Luftsprünge hatten wir auf der gesamten Reise noch nicht präsentiert bekommen. Da standen wir jubelnd im Cockpit und freuten genau in diesem Moment an diesem Ort diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen. Danke Delfine!
Gestern Abend gab es eine Farewell Party für alle Segler, die in den nächsten Wochen in Richtung Tonga, Fidschi, Vanuatu, Neukaledonien aufbrechen werden. Mia und Noah haben sich tatsächlich zu einem Mittagsschlaf überzeugen lassen, so dass wir den Abend mit live Musik im Gemeindehaus in Opua richtig geniessen konnten. Es tat gut sich mit ‚Gleichgesinnten‘ auszutauschen und zu sehen, wer sonst noch alles so auf der Reise ist.

17.05.2018

Zum online stellen sind wir irgendwie in den letzten zwei Wochen nicht gekommen…wir liegen erneut vor Roberton Island und haben heute ausklariert. Goodbye Neuseeland! Wir haben unseren Van verkauft sowie auch unsere Klappfahrräder; mehr Platz für Pampers und Co;-) Wir haben uns verabschiedet von all den liebgewonnen Freunden und Gewohnheiten in Neuseeland. Wir sind noch einmal nach Auckland gefahren, um uns von der Crew der Aislado zu verabschieden und um unseren Van sicher zu parken für die neuen Eigner, die ihn erst im November übernehmen. Wir haben die wichtigsten Punkte unserer To do Liste fertiggestellt und sowohl ZIG ZAG als auch wir sind bereit den neuseeländischen Herbst zu verlassen, die Heizung nachts wieder auszulassen, die Pullis weiter hinten zu verstauen und der Sonne entgegen zu segeln. Wir haben hier in the Bay of Islands noch unsere Trinkflaschen mit neuseeländischem Wassermacherwasser gefüllt, noch einmal ohne große Schaukelei gegessen und jetzt erwartet uns eine 1000 Seemeilen Überfahrt nach Tonga. Wir haben beschlossen, doch noch einmal ‚zurück‘ zu fahren, denn bisher kennen wir nur die Hauptstadt von Tonga und es fehlen uns die Inselgruppen ‚Ha’apai und Vava’u, die wir uns in den kommenden Wochen gerne anschauen möchten.

Tränenreich liegt der Abschied nun hinter uns. Wir schauen zurück auf eine sehr abwechslungsreiche und sehr schöne Zeit in Neuseeland und sind nun offen für was neues. Mia freut sich besonders darauf bald irgendwo schwimmen zu lernen und wir alle können kaum erwarten immer wieder draußen im Cockpit zusammen zu essen. Wir haben doch tatsächlich in den letzten Wochen den Salontisch aufgebaut und essen seitdem immer gesittet drinnen am Tisch.

Gespannt sind wir alle auf die Überfahrt mit uns fünfen an Bord. Die Wettervorhersage ist ok. Es sind heute einige Schiffe mit uns aufgebrochen. Es wird keine ideale Segelüberfahrt; eher ein Gemisch aus wenig Wind, Flaute, etwas mehr Wind, wechselnde Wind und evt. noch eine Flaute. Unsere Dieseltanks sind voll und wir haben lieber etwas zu wenig als zuviel Wind. Daher alles gut; die Hauptsache ist irgendwann in 8-12,13,14 Tagen sicher im Königreich Tonga anzukommen.

Wir haben Kürbissuppe, Hackfleisch-Kohlsuppe und eine Bolognesensoße vorgekocht, teilweise vorab eingefroren an Bord genommen und glauben das Boot ist ganz gut in Schuss. Nun hoffen wir auf nicht allzu überraschende Wetterwechsel und ausreichend Geduld mit den Kids und ausreichend Schlaf trotz der Kids. Die ersten drei Tage gilt es zu überstehen, dann wird sich ein Bordalltag eingependelt haben und dann sind wir ja schon fast da…

Wir halten euch auf dem Laufenden und wer Interesse hat kann unsere Position täglich einsehen. Wir haben unser Satelitentelefon wieder mit Guthaben geladen und werden tägliche Positionsmeldungen auf der Webseite posten.   http://blog.mailasail.com/zz

Insbesondere wenn man kurz vor einer dergleichen Überfahrt steht, fragt man oder zumindest frag ich mich manchmal: warum tut man sich das an?! Doch der folgende Bericht erklärt es vielleicht ein wenig. Man bricht auf zu neuen Abenteuern, macht ganz besonderen Erfahrungen mit anderen Kulturen, lernt Land und Leute kennen und erweitert seinen Horizont um ein vielfaches. Ich freue mich auf Sonne, Strand, Kokosnüsse, weniger Klamottenwäsche, bunte Märkte und interessante Begegnungen mit den Einwohnern sowie landschaftlich attraktive Ziele zu erwandern und zu besuchen.

Nach den letzten Eindrücken von uns aus Neuseeland kommt übrigens der Reisebericht von Maupiti – weiterblättern lohnt also! 🙂

 

 

 

Au revoir French Polynesia 25.9.- 01.10.2016

Sonntags nachmittags besuchten wir die Polizeistation im Hauptort von Bora Bora und klarierten offiziell aus. Unser 3 Monatsvisum für Französisch Polynesien würde in 3 Tagen auslaufen. Am 1.7. waren wir in Hiva Oa angekommen. Beeindruckende drei Monate! Montagsmorgens wollten wir dann direkt tanken und ablegen. Warum wir nicht schon längst getankt hatten? Um steuerfrei zu tanken, benötigten wir zunächst die Ausklarierungspapiere und ausklarieren konnte man max. einen Tag vorher und Sonntags hat die Tankstelle geschlossen. Aber passte ja alles: Au revoir Bora Bora!
Man sagte man sollte möglichst pünktlich zum Mittag gegen 12 die Einfahrt von Maupiti passieren. Die Einfahrt ist nur bei ruhigen Wetterverhältnissen zu durchqueren. Ist man zu früh muss man warten, ist man zu spät, muss man entweder sehr lange warten oder weiterfahren und das wäre wohl die wahrscheinlichere Konsequenz für uns. Doch wir waren pünktlich. Bora Bora verschwand am Horizont und nach nur kurzer Zeit der scheinbaren Weite des Ozeans erschien bereits der recht imposante Berg der Hauptinsel von Maupititi; erneut ein Ringatoll; kleine flache sandige mit Palmen bewachsene Motus rundherum, glasklares Wasser, meist sehr flaches Wasser im Inneren und eine recht grüne Hauptinsel mit einem tollen Felsen, der uns von den unterschiedlichen Seiten betrachtet super Formationen rätseln lies.
Maupiti wir nannten es auch liebevoll die ‚kleine Katze’…ihr versteht? Mauuuu piti…mau für miaaaau und piti; französisch für klein.

Wir hatten viel positives von den Inselchen gehört und genossen die drei Tage im Atoll. Im Gegensatz zu Bora Bora war es touristisch unerschlossen, kleiner, überschaubarer, aber nicht weniger schön. Wir lagen allein vor Anker. Die Dichte des Ankerfeldes unterschied sich somit gewaltig von Ankerfeld in Bora Bora:-) Das Gefühl ‚einsam und allein‘ irgendwo anzukommen, einzufahren, den Anker zu schmeißen, ist irgendwie schon besonders. Zum einen sehr cool; abenteuerlicher, entdeckerisch, einzigartiger. Zum Anderen angespannter, man verlässt sich auf das was man gelesen und gehört hat und schätzt dann vor Ort ein wie wann was zu tun ist; ist es der richtige Zeitpunkt für eine Passage ins Atoll, wo genau ist die Passage, wo ist der ‚Weg‘ in Richtung ‚Ankerfeld‘ oder besser gesagt zum guten Ankergrund, denn ohne ankernde Schiffe ist ein Ankerfeld zunächst schwer zu erkennen. Ohne andere Segler vor Ort, die man ggf. einfach fragen würde, wo man mit dem Dingi anlanden könnte, fährt man einfach die Küste entlang und schaut, wo es eine passende Stelle gibt. Mal ist es ein Strand und hier war es ein kleiner öffentlicher Steg. Direkt an der Post und was wir nicht erwartet hatten, es gab sogar noch Internet hier auf dem Inselchen mit einer Verbindung, die sogar noch das ein und andere WhatsApp Gespräch ermöglichte.

Wir hatten von anderen Seglern von einer Wanderung hinauf auf den Felsen der Insel gehört. Wegweiser gab es nicht wirklich und als wir an einer Stelle einen Aufgang vermuteten, fragte wir einen Bewohner, ob es da wohl ganz hinauf gehen würde. Der Mann bestätigte dies, warnte uns aber, das es viel zu weit und später zu steil wäre mit den Kindern. ‚Aha’ dachten wir uns und liefen los. Der Weg war meist ganz gut zu erahnen. Irgendwann wurde es steiler und es gab Seile und Ketten, die uns den Aufstieg erleichterten. Mia und Noah hatten wir uns mit er Trage und ‘nem den Tragetuch auf den Rücken gebunden. Alles gut, der Weg hinauf und auch hinunter hat richtig Spass gemacht. Die Aussicht, der 360 Grad Rundumblick ganz oben war atemberaubend schön. Die Passage, durch die wir eingefahren war klar zu erkennen. Das Riff leuchtete in Wabenformationen in der Sonne. Vor Anker: ZIG ZAG und jetzt auch noch ein anderen Boot. Der Aufstieg hatte sich gelohnt! Ein absolutes MUSS auf der Insel. An diesem Tag verstanden wir, das Menschen Helikoptertouren machten. Diese Sicht auf alles war wirklich ein Traum.

Nachdem wir nun alles von oben gesichtet hatten, wollten wir am nächsten Tag eine Dingitour rund um die Insel machen. Gesagt getan! Toll. An einem schönen Strand machten wir einen Spiel- und Plantschstopp. Das Wasser glasklar, flach, ganz ruhig und angenehm temperiert. Der Strand toll zum Sandburgen bauen. Noah krabbelte und tappste über den Strand und Mia spielte im Wasser. Wir genossen alle in vollen Zügen. Fast zu lange, denn wir mussten ja noch zurück zum Boot, möglichst vor der Dämmerung, damit wir den Weg durch die Riffwaben finden können, das wäre bei gutem Tageslicht sehr viel leichter gewesen! Wir verfuhren uns ganz schön, ein Irrgarten von Korallen und Algen erwartete uns. Es dämmerte schnell und die Suche nach dem richtigen Weg wurde nicht einfacher. Mit vielem vor und zurück, Motor hoch, stückweise paddeln, kamen wir dann im Dunkeln heil an Bord an. Puh, das war aber schon echt spannend und zeitlich zu knapp. Aber geschafft.
Am Strand hatten wir Christian (Franzose mit deutscher Mutter) kennengelernt, der zur Zeit mit Adriana; einer Brasilianerin, von Insel zu Insel segelte. Sie hatte ihn und sein Boot über Bekannte gebucht und machte Segelurlaub mit ihm. Sein Boot war nicht das allerneuste und auch die Segel waren reparaturbedürftig…sie hatte eine besondere Art des Segelabenteuers gebucht:-)
Christian kam eines Abends rüber gepaddelt und wollte uns frischen Papageienfisch geben, da er gerade eben einige von einem lokalen Fischer geschenkt bekommen hatte. Wir fragten, ob sie nicht Lust hätten zu uns an Bord zu kommen und ihn gemeinsam zu essen und so brachten sie den in Aluminium gegarten Fisch und wir sorgten für Reis und Gemüse! Ein kulinarischer Hochgenuss! Ein netter Abend, interessante Menschen und lecker war es auch!
Am nächsten Tag haben wir versucht Mantarochen zu finden, eher weniger erfolgreich. Dort, wo sie sich ‚üblicherweise‘ aufhalten, waren sie heute nicht. Dafür trafen wir im hüfthohen Wasser auf gleich 7 Adler- und einige Stachelrochen. Auch nicht schlecht. An unserem letzten Nachmittag vor Anker machten wir uns noch einmal auf an Land, um das ‚Loch im Stein’ zu finden. Die ersten Bewohner waren eher verwundert und hatten keine Ahnung was wir suchten, doch dann trafen wir jemanden der uns in die richtige Richtung entsandte. Da düste ein kleiner Junge mit seinem Fahrrad herum und als wir hinauf den flüsternden Stein ansprachen, schmiss er sein Fahrrad zur Seite und zeigte uns den Stein, das Loch und präsentierte uns das Pfeifen. Wir konnten uns noch so anstrengen, einen Ton. Enamel wir nicht heraus. Bevor wir am nächsten Tag nach Maupihaa aufbrechen wollten, shoppten wir in einem Miniladen noch 3,6 kg Kartoffeln für 1080 CFP (9 Euro) und 2,2 kg Hähnchenschenkel für 1200 CFP (10 Euro)
Außerdem schmissen wir noch die letzte Postkarten aus franz. Polynesien in den Inselbriefkasten. Wir fragten uns wirklich, ob diese jemals ankommen würden und inzwischen wissen wir: ja! Nur ein paar Karten aus Bora Bora haben es leider nie bis nach Deutschland geschafft.

Maupiti hat uns wirklich sehr sehr gut gefallen und damals wussten wir ja noch nicht, das die beiden nächsten Stopps in Maupihaa (2.10.-8.10.2016) und  Palmerston (13.10.-20.10.) unsere Begeisterung noch mehr steigern könnte. Drei unvergessliche Traumziele unserer bisherigen Reise, die wir euch auch wenn es schon geraume Zeit her ist, nicht vorenthalten werden! Bevor wir dann Ende November 2016 in Neuseeland ankamen besuchten wir noch das Beveridge Reef, Niue und ausschliesslich um auf gutes Wetter für eine Überfahrt zu warten: Tonga und das Minerva Riff.

 

Zurück in Neuseeland

Wir funktionieren, laufen auf Hochtouren, die letzten Vorbereitungen, ein ‚letztes Mal‘ folgt dem nächsten letztem Mal. Es gibt kaum Zeit zum Traurig sein. Wir lernen ‚Auf Wiedersehen‘ sagen und stellen fest, das es kaum ein besseres Wort für unseren Abschied gibt. ‚Tschüss‘ ist zu wenig und ‚Bis bald’ ist auch nicht ganz wahr. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
11 Monate waren wir in Deutschland gewesen. 11 Monate mit der ganzen Familie unter dem Dach meiner Eltern. 11 Monate war es ganz selbstverständlich Zuhause zu sein, in der Nähe von allen, die uns sehr am Herzen liegen.
Georg konnte seine Elternzeit bei ATOSS unterbrechen und arbeitete knapp 9 Monate Vollzeit.
Für Mia und Noah gab es 6 Monate die Schneckengruppe im Kindergarten bzw. das Mäusenest (an zwei Morgenden für Kinder bis 3). Mia ging 6 Monate wöchentlich zum Tanzen und beide besuchten das Bambinischwimmen. Doch das wohl wichtigste für uns alle war die intensive Zeit mit der Familie und den Freunden.
Durch unseren extrem verlängerten Heimataufenthalt (ursprünglich waren 6 Wochen gebucht) konnten wir ganz unerwartet die ein oder andere Party mit rocken, konnten wir Zeugen werden wie sich ganz liebe Menschen ‚trauten‘, wie kleine neue Wunder das Licht der Welt entdeckten und schenkten unserem Lino ein Willkommen in Deutschland und nicht so wie gedacht in Neukaledonien. Georg wurde statt der geplanten OP medikamentös gut eingestellt und alle in unserem Umfeld konnten sich persönlich davon überzeugen, dass er sich fit fühlt und es ihm gut geht. Am Ende des Jahres ließ er nochmals alle Werte checken und der Kardiologe war soweit zufrieden.
11 Monate in der deutschen Welt. Ein anderer Rythmus. Andere Aufgaben. Andere Prioritäten.
Was hab ich eigentlich getan in der ganzen Zeit? Ich war Mama, Ehefrau, Hausfrau, Tochter, Enkel-und Schwiegertochter, Schwester und Freundin. Ich habe versucht alledem und auch mir selbst gerecht zu werden. Ich wollte gerne für alle da sein und mir war wichtig viele Begegnungen zu schaffen.
Nachdem ich in Neuseeland dank lieber Seglerfreunde alles rund um Boot und Campervan geklärt hatte, konnte ich mich auf das ‚hier und jetzt’ in Deutschland konzentrieren. In den ersten Wochen hab ich mich vorallem darum gekümmert, das Kindergarten und Mäusenest überhaupt möglich wurden. Ich machte es uns noch heimischer bei meinen Eltern und kochte fast täglich für die ganze Familie. Meine Eltern und Schwester hatten im Gartenbaubetrieb bis zum Spätsommer Hochsaison und da konnte ich wenigstens durchs Kochen unterstützen. Und nicht zuletzt wurde ich auch immer schwangerer. Für den kleinen Mann war ausstattungstechnisch recht schnell alles vom Dachboden zusammengestellt. Doch auf demselben gab es noch viel zu tun. Denn die Besucher an Bord der ZIG ZAG hatten freundlicher Weise zu kleine Klamotten und überflüssige Dinge immer gleich wieder mit nach Deutschland geflogen. Doch auch diese Ansammlungen wollten sortiert werden.
Am 3.10. wurde unser kleinster Spatz dann geboren und bestimmte meinen Tagesablauf mit. Vor allem während der Schlafphasen nutzte ich die Zeit wieder im Klamottenchaos. Am Ende der 11 Monate gibt es nun endlich wieder geordnete Zustände auf dem Dachboden; größensortierte Mädchen und Jungenklamotten. Für alle drei Kinder hätte ich gerne die nächsten drei Größen mit an Bord genommen. Letztendlich wanderten die nächsten Zwei für Mia und Noah und die nächsten Drei für Lino vakuumisiert in die Koffer. Mehr ging nicht.
Außerdem kümmerte ich mich um unseren ganzen Papierkram. Elterngeld, Kindergeld, bestehende Versicherungen überprüfen, neue Auslandskrankenversicherungen abschließen und die Steuererklärung standen auf meiner Liste.
Kinderarztbesuche, Impfungen, Hautarzt- und Gynäkologentermine wurde terminiert und abgehakt. Die letzte Schwangerschaft hatte meine Krampfadern an den Beinen ziemlich verstärkt, so dass ich auch diese kurz checken lassen wollte. Ich war mir sicher, das man mir sagen würde ‚sieht nicht schön aus, ist aber gesundheitlich unbedenklich und kann man vllt. irgendwann einmal machen, doch jetzt so kurz nach der Entbindung müssen wir da nicht ran‘. Dem war leider nicht so. Die Venen sollten auf jeden Fall noch vor unserer Abreise in 6 Wochen gezogen werden. War das so kurzfristig möglich? Ambulant nicht, wie sich am nächsten Tag rausstellte. Hatte ich zurecht zum ersten Mal für unsere Flüge eine Reiserücktrittversicherung abgeschlossen?! Kommt unserer Rückreise nun wieder etwas dazwischen? Ich versuchte schnellstmöglich herauszubekommen, welche Kliniken im Umkreis gefäßchirugische Eingriffe machen und schrieb die Chefsekretariate an, ob sie mir ganz kurzfristig einen Termin geben können. Glücklicherweise war es möglich und wir konnten doch auch noch in den geplanten gemeinsamen Kurzurlaub düsen.
Wir flogen für 5 Tage nach England zu einer befreundeten Seglerfamilie; der Skylark, die ihre Reise mit den 9 und 12 jährigen Töchtern im letzten Jahr in Australien beendet hatten. Es war sehr schön sie wiederzusehen und sich mal wieder über spannende Segelreviere auszutauschen. Doch nicht zu unterschätzen war auch der ‚Probeflug‘ mit drei Kindern. Die Abläufe einmal zu erleben, wann man welchen Koffer abgibt und wann man ihn wieder bekommt, war ganz gut. Noah warf sich nämlich tobend auf den Boden am Securitycheck als er seinen Rucksack abgeben sollte. Seinen Autositz hatte er beim Check-in schließlich auch nicht zurück bekommen. Und auf den Flügen nach Neuseeland waren die Kids dann einfach nur super! Trotz Müdigkeit ist Mia über alle Flughäfen gelaufen und hat ihren und auch hin und wieder einen zweiten Trolley hinter sich hergezogen. Noah hat sich bei akuter Müdigkeit einfach hinten an den Trolley gehangen und ließ sich von Papa ziehen. Das klappte alles wunderbar!
Nach der Englandreise, feierten wir Linos Taufe im Kreise der Familie und engsten Freunde. Schön war‘s! Und dann stand der OP Termin im Kalender. 3,5 Wochen vor der Abreise. Passt. Es verlief alles recht gut. Lino durfte mit ins Krankenhaus und wir durften schon nach 1 Nacht wieder nach Hause. Noch 6 Wochen Kompressionsstrümpfe tragen und dann kann ich meine Beine nach 12 Monaten im ‚Strumpfdasein‘ wieder ans Tageslicht bringen.
Die letzten drei Wochen in Deutschland: zunächst wollten wir auf jeden Fall ein wenig Karnevalsluft schnuppern; Mia hatte ihren ersten Bühnenauftritt mit ihrer Tanzgruppe auf der Kinderkarnevalssitzung, im Kindergarten und Mäusenest wurde auch ordentlich gefeiert und mit einem kräftigen HELAU besuchten wir den Karnevalsumzug in Walbeck. Gut das die ganzen Süßigkeiten keinen Platz mehr in unseren Koffern fanden:-)
Dann verabschiedeten wir uns natürlich von ganz vielen Freunden und genossen insbesondere in den letzten zwei Wochen nochmal das Imbissbuden-, Pizza- und reichhaltige Supermarktangebot. Kurz vor knapp stellten wir unseren Touran online zum Verkauf und innerhalb von drei Tagen war dieser unter Dach und Fach. Der Handyvertrag wurde gekündigt.
Da hatten wir doch fast alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten…unglaublicherweise habe ich es nicht geschafft die Berichte bis Neuseeland zu vervollständigen. Weiter gemacht habe ich, die Fotos sind hochgeladen und mit einem Untertitel versehen, doch fertig ist es leider nicht geworden…gerne hätten wir auch die Ansicht und manche Funktionen unserer Website noch optimiert, doch das haben wir einfach irgendwann von der Liste gestrichen…vertagt…
Die Priorität lag eher darauf kurz vor knapp noch ein paar neue Trekkingsandalen zu bestellen, die Ersatzteile auf Vollständigkeit zu überprüfen, fehlende Dinge zu bestellen, die notwendigen (vor allem abgelaufenen) Medikamente für unsere Bordapotheke zu ordern und vor allem Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Dann war es soweit. 20. Februar.
Georg und ich haben einfach gar nicht mehr geschlafen, bevor wir die Kinder um 3 Uhr ins Auto setzten und wir dann mit zwei vollen Autos, meiner Schwester Diana und ihrem Göttergatten Bernd nach Schiphol, Amsterdam fuhren.
Die Koffer waren voll. Sehr voll. Wir hatten Glück. Die 10 kg Übergepäck verteilt auf 7 Gepäckstücke wurden toleriert und das Handgepäck glücklicherweise nicht gewogen. So konnten die vorgefertigten Tüten mit Shampoo, Schokolade und anderen Luxusartikeln in den Koffern bleiben:-) Hätten sie uns gebeten das Übergepäck zu zahlen, hätten wir diese Dinge einfach rausgeholt und Diana und Bernd wieder mit nach Deutschland gegeben.
Von Amsterdam flogen wir nach London…Terminalwechsel und es ging weiter über Malaysia nach Auckland. Nach knapp 30 Stunden Reisezeit waren wir am anderen Ende der Welt angekommen. Mit der ZIG ZAG hatten wir damals etwas länger gebraucht:-) und der Jetlag war auch nicht so groß!
Die Flüge hatten ganz hervorragend geklappt! Anstrengend klar, aber allem in allem wirklich ok. Für Lino hatten wir auf den beiden Langstreckenflügen ein recht praktisches Babybettchen. Mia und Noah schliefen, aßen, durften Kinderfilme schauen, haben die Gänge und die obere Etage des A380 erkundet und die Zeit verflog recht schnell. Angekommen am Airport Auckland stellten die Kids schon am Gepäckband fest, dass es warm war. ‚Mama ich hasse Pullis’ sagte Mia und da war er auch schon aus. Noah war selbst das T-Shirt zu viel und raste oben ohne nur in Jeans herum. Am Flughafen wartete unser Camper irgendwo auf uns. Ein Koffer, der Maxi Cosi und unser Buggy waren wohl noch in Malaysia geblieben, die restlichen 140 kg Gepäck verluden wir in den Van, als wir ihn dann endlich gefunden hatten. Der Jetlag machte die Parkhinweise der befreundeten Segler von der Cayenne aus Österreich (www.segelyacht-cayenne.at), die netterweise unseren Van heute am Airport geparkt hatten, unverständlicher als sie waren! Gegen 04:30 Uhr öffneten wir die nicht verschlossene Haustüre der ‚Aislado‘ in Half Moon Bay, Auckland. Die Aislado ist die neuseeländische Crew mit der wir 2016 zeitgleich über den Pazifik gesegelt waren. Es gab zwei Zimmer für uns und die Betten waren bezogen. Ein paar Stunden Schlaf erschienen uns sinnvoll und machbar. Die Zeitverschiebung beträgt exakt 12 Stunden. In Neuseeland sind wir Deutschland 12 Std. voraus (aktuell nur noch 10 Std. nach den Zeitverschiebungen).
Es folgten drei Nächte in denen drei Kinder zu unterschiedlichsten Zeiten wach sein und frühstücken wollten…da schlief der eine gerade seit 10 Minuten, da wurde der nächste wach und hatte Hunger auf Milch, Joghurt mit Honig oder Müsli…insbesondere Bananen waren super Sattmacher nachts zwischen 3 und 5 Uhr morgens:-) das Tolle: sie schmeckten wieder! Geschmackvolle, süße und einfach leckere Bananen waren das hier am an anderen Ende der Welt.
Immer noch schleierhaft ist mir wie Georg am ersten Tag die Power hatte mit Mia unseren Camper in die Werkstatt zu fahren, um den Auspuff schweißen und die verschlissenen Reifen wechseln zu lassen. Nach dem anschließenden Supermarktbesuch war die Luft bei ihm aber dann auch raus und er schlief am frühen Abend ein.
Noah, Lino und ich hatten fast 5 Std. Mittagsschlaf gemacht…eindeutig zu viel!
Am zweiten Tag hat Georg die Rettungsinsel zur Wartung gefahren. Sehr produktiv für den krassen Jetlag! Mia und Noah bekamen Balletunterricht von der siebenjährigem Zara und gemeinsam spielten sie am und im Pool der Familie. Am Abend kamen Sabine und Hannes von der Cayenne zum Abendessen. Wir haben es auch tatsächlich geschafft wach zu sein.
Am dritten Tag legte sich die Mittagsmüdigkeit etwas! Wir schafften es mit allen vor die Türe zum Drachensteigen lassen im nahegelegenen Park. Anschließend fuhren wir zum Nightmarket in Pakuranga. Herrliche Snacks und Tapas gab es dort! Durchschlendern Unding von allem was bestellen, das einem schmackhaft vorkam. Insbesondere die Asiatische Küche war stark vertreten, es war für jeden etwas dabei.
Am Tag darauf hatten wir es geschafft…wir hatten den Jetlag überstanden. Wir machten einen Sonntagsausflug mit der Aislado auf der Aislado und einigen anderen Seglern nach Motuihe Island im Hauraki Golf, dem Segelparadies direkt vor Auckland gelegen.
Da waren wir nun aus dem deutschen Winter bei 25 Grad im Neuseeländischen Sommer angekommen. Die Wärme tat gut. Die leichte Bekleidung war befreiend. Die helle Sonne war wahnsinnig grell. Der blaue Himmel war ein Geschenk, wir freuten uns über die kräftigen Farben der Landschaft mit ihren grünen Wiesen und samtigen Hügeln. Hinzu kam dann beim Segeln noch das dunkel blaue Wasser, die ersten kleinen Inseln und der erste Strand mit Muscheln. Mia und Noah spielten glücklich im Sand und im Wasser. Wir freuten uns auch andere Bekanntschaften aus dem letzten Jahr wiederzusehen. Alles Segler, die sich über ihre Boote und aktuellen Projekte und Problemchen rund um diese austauschten.
So stimmten wir uns langsam auf unser Seglerdasein ein. Jetzt wo der Jetlag hinter uns lag, konnten wir es kaum erwarten uns der ZIG ZAG zu nähern.
Wie wird es ihr wohl ergangen ist in den letzten 11 Monaten? Wieviel Dreck, Schimmel, Stockflecken, Muscheln werden wir beseitigen müssen? Wieviel neue Baustellen haben sich in unserer Abwesenheit aufgetan? Ein paar dieser ollen kleinen Krabbelviecher, die wir seit Panama immer wieder im Mehl, Pasta oder sonstigen Lebensmitteln gefunden haben, gab es in Neuseeland immer noch an Bord. Wir waren gespannt, ob sie sich trotz Nahrungsmangel weiter verbreitet oder endlich ausgestorben waren. Wir waren neugierig auf die Reaktion der Kinder, an was sie sich alles noch erinnern und wie sie es finden werden wieder ‚Zuboote‘ zu sein.
Wir freuten uns darauf gemeinsam anzukommen und wieder als Team zu powern, das Boot wieder fit zu machen und aufzubrechen auf neue Abenteuer.

Das ist nun 5 Wochen her…

Am 6. Tag in Neuseeland fuhren wir also ‚endlich’ mit unserem Camper zum Boot, genauer gesagt zu Ethel, die von ihrer Terasse aus direkt runter auf unsere ZIG ZAG schauen konnte. Sie lag friedlich an der Mooring und wir brachten die ersten Koffer an Bord. Das klingt so einfach, doch aufgrund des steilen Geländes, wurde ich luxuriös auf einer Treckerschaufel vom Haus hoch bis zum Camper gefahren, dann Gepäck rein und dran gegangen und ich lief wieder hinunter, dann noch alles runter zum Steg, ins Dingi, das zunächst erst einmal aufgebaut werden musste und dann ins Boot…fast ganz einfach also.

Da waren wir nun also. Es war ein gutes Gefühl. Trotz der vielen Arbeit die offensichtlich in den nächsten Tagen auf uns wartete. Der Salon lag voller Segel und Krams. Muff und Schimmel hielt sich in Grenzen. Doch die Bugkabine ließ uns etwas erschrecken…die Wände, das Bettlaken, die Wände alles stockig…Tür zu. Wir konzentrieren uns zunächst aufs frei- und verräumen sowie reinigen des Salons, des kleinen Bads, der Küche und der Kinderkoje. Nach zwei Tagen Tetris spielen und putzen, fühlen wir uns in einem Teil des Bootes schon wieder sehr wohl und es wird gemütlich. Dann öffnen wir die Bugkabine und widmen uns dieser sowie dem zweiten Bad. Der stockige Belag scheint recht frisch gewachsen zu sein und lässt sich gut beseitigen. Jetzt brauchen wir viel Wasser und Waschmaschinen, dafür eignet sich am besten ein Aufenthalt in der Marina. Es folgten 4 weitere Tage putzen und räumen. Die nächsten Klamottengrößen wurden vakuumisiert unter der Bugkoje verstaut, alle Schränke wurden ausgewischt, Dosen inventarisiert, To do- und Einkaufslisten erstellt. Glücklicherweise waren Mia und Noah total happy damit ihr Spielsachen und Bordsbibliothek wiederzuentdecken…von Langeweile keine Spur. Mia wirkt ganz stolz und selbstsicher seitdem wir in den Flieger gestiegen sind. Sie liebt es mit uns einkaufen zu gehen und uns beim Kochen zu helfen. Wir haben sie noch nie so tolle Bilder malen und kreative Dinge basteln sehen. Noah ist erfreulicherweise vorsichtiger und ‚ruhiger‘ als erwartet auf dem Boot. Er hat einen gewissen Respekt vor der Wasser und klettert mit Bedacht. Er redet so schön und viel und macht sich hervorragend als kleiner Schiffsjunge.
Beide sind so fantasievoll und spielen toll zusammen. Und ja: sie können auch gaaanz nervig miteinander streiten. Aber fasziniert sind wir vorallem vom Miteinander! Sie schaukeln, spielen, malen, basteln, toben und tanzen den ganzen Tag. Tip Toi und Duplo und Flugzeug spielen, stehen aktuell recht hoch im Kurs.
Schnell war deutlich, dass Mias Englisch Kenntnisse noch irgendwo gespeichert waren, inzwischen tauchen auch im Spiel immer mehr englische Vokabeln auf.
Nach 4 Nächten in der Marina gingen wir wieder zurück an unsere Mooring. Wir schätzten uns sehr glücklich an diesem Ort. Eine Mooring am Anfang des Kawakawa Rivers, ganz ruhig gelegen und sicher. Das Wetter war recht unbeständig und es regnete immer wieder. Für uns nicht so dramatisch, da wir uns zunächst vorallem um das Innere des Schiffes kümmerten. Wir lernten Ethel besser kennen und auch Mona und Paul aus der ‚Landnachbarschaft‘. Mona und Paul waren vor mehr als 20 Jahren auch per Boot aus Deutschland hier in Neuseeland eingereist. Wir wurden zum Gartenfest eingeladen, kochten gemeinsam mit Ethel Pfirsiche, Birnen und Äpfel ein, durften köstliche geräucherte Meeräsche probieren und überhaupt fühlten wir uns sehr wohl. Die Tage waren voll und wir waren fleißig, wenig Zeit zum Traurig sein und zum Vermissen. Es gab und gibt sie immer wieder die Momente, wo mir eine Träne runterkullert, wenn wir Fotos von ‚Zuhause‘ geschickt bekommen oder wenn Noah plötzlich in der Küche hinter mir steht und sagt ‚Ich bin traubig weil ich Opa nicht sehen kann, ich hab Opa so lieb!‘ und besonders in den ersten Wochen spielte er immer wieder, das er nach Hause reiste; „mein Zuhause ist in Walbeck bei Oma und Opa“.
Da wird mir schon anders, aber meist ist die Verbindung so gut, das wir einfach zum Handy greifen können und ‚telemofieren‘(so nennt Noah es immer) können. Diese funktionierende weltweite Kommunikation ist wirklich toller Luxus!
So konnten wir auch mitteilen, das der nächste Zyklon an der Küste Neuseelands vorbei ziehen wird, doch, dass wir sicher sind und wir konnten auch darüber informieren, dass es bei viel Regen und etwas mehr Wind geblieben ist und alles gut ist. Am Tag nach dem Zyklon wurde es trocken und ruhig, hier und da war blauer Himmel zu sehen und die Sonne ließ sich mal blicken. Und der Regen hatte ein Ende, seit drei Wochen ist es einfach nur sommerlich schön hier.
Wir brachten unser Auto über den TÜV und besuchten den Markt in Keri Keri. Begeistert waren wir besonders vom Angebot des deutschen Bäckers…köstlich dieses Sauerteigbrot!
Wir beschlossen, das Boot in Opua und nicht in Whangerei aus dem Wasser kranen zu lassen. Die Werft der Marina war gleich gegenüber, wir hatten keine speziellen Dinge auf dem Trockenen zu bewerkstelligen und das Kranen und der Aufenthalt war nur minimalst teurer. Großer Vorteil wir waren quasi schon vor Ort und konnten kurzfristig einen Termin bekommen. Das Wetter sollte stabiler werden und da ich Ostern sehr gern wieder im Wasser sein wollte, machten wir für 10 Tage vorher einen Termin. Sportlich, aber nicht unmöglich war der Plan in dieser Zeit das Unterwasserschiff abzuschleifen und mit mindestens 3 Lagen wieder zu bemalen. Außerdem wollte Georg noch einen Borddurchlass für den Wassermacher bohren.
Zeitlich spannend wurde es nochmal als wir die Empfehlung bekamen, das Ruder und zu reparieren. Dieses hatte etwas Spiel und die Vermutung stand im Raum, dass sich ein eingeklebter Kupferring gelöst habe. Kurzfassung: So war es und Georg hat alles wieder perfekt hinbekommen. Ruder raus, Ring raus, Ring verdickt, Ring eingeklebt, Ruder rein, alle Geräte wieder anschließen und losgesteuert! Das Abschleifen in der Werft war nur mit einem Schleifstaubsauger erlaubt. Den hatten wir zwei Tage ausgeliehen und glatt war der Rumpf. Georg hat echt reingeklotzt, um uns noch vor Ostern wieder ins Wasser zu bringen. Er machte ein schönes Loch in den Rumpf für den Wassermacher und bevor wir zum Eierfärben kamen, bemalte er unser Unterwasserschiff. Das Wetter war trocken und sonnig, fast perfekt, nur etwas zu warm, das Antifouling; die Farbe, war ziemlich dickflüssig; trocknete quasi zu schnell, also verstrichen wir sie mit einer Menge Verdünner und wir holten noch einen weiteren 4 l Pott, so dass letztendlich 19 Liter Antifouling verstrichen wurden.
Geschafft! Am Gründonnerstag wurde ZIG ZAG wieder zu Wasser gelassen. Das rauf und runterklettern per Treppe, das Spülen in der Werftküche, das nächtliche auf den Eimer gehen, das Nichtbenutzen der Waschbecken; das externe Duschen in den Sanitäranlagen, das umständlichere Leben in einem Boot auf dem Land hatte ein Ende. Wir verbrachten noch eine Nacht in der Marina am Steg, um mit viel Wasser die Tanks zu spülen, in denen 48 Stunden ein Tankreiniger gewirkt hatte und den Dreck und Staub der Werft zu entfernen. Nach einem Besuch des Wochenmarktes in Pahia und des Supermarktes waren wir proviantiert für ein paar Tage Inselwelt. Die Bay of Islands, genauer gesagt Urupukapuka war unser Osterziel. Wir waren vor 14 Monaten schon einmal dort gewesen und es schien für uns genau der richtige Ort zu sein, spazieren zu gehen, am Strand zu spielen, den Osterhasen zu suchen, aber auch kleinere Reparaturen von unserer Liste zu erledigen, die To Do und Einkaufslisten zu aktualisieren und ein wenig runterzukommen vom Werftstress. Schade war nur, dass wir Tayo und seine Familie nicht einfach mitnehmen konnten. Wir hatten Lena, Ahmed mir ihren Kindern Tayo (4 Jahre) und Marli (2 Jahre) erst vor einer Woche auf einem Schulfest in Opua kennengelernt. Lena ist deutsch und auch wenn die Familie die letzten 5 Jahre in Los Angeles gewohnt hatten, sprach sie deutsch mit ihren Kids, Ahmed englisch und so stimmte nicht nur das Alter und die Chemie, sondern auch der verbalen Verständigung stand mit deutsch und englisch nichts im Wege. Ihr Boot befand sich gleich um die Ecke auf dem Werftgelände und so verbrachten unsere Kinder einige Zeit zusammen und hatten viel Spaß beim Spielen, Malen, Wasserplantschen und in der ortsansässigen Spielgruppe, die sie gemeinsam besuchten. Das Bürgerhaus in Opua verwandelt sich zwei Mal in der Woche in ein Spielparadies für Babys und Kleinkinder. Von der Krabbeldecke, über Bastel- und Malangebote, Spiele, Puzzle, jede Menge Fahrzeuge bis hin zu einer kleinen Hüpfburg gab es alles was das Kinderherz glücklich macht. Insbesondere Mia und Tayo verstanden sich wirklich sehr sehr gut und freuen sich auf ein Wiedersehen und wer weiß wie die Planungen realisiert werden, werden unsere Boote einen ähnlichen Kurs einschlagen.
Aber nun zurück zu Urupukapuka: es ist genau so schön wie wir es in Erinnerung hatten! Grüne Wiesen, schöne Strände, türkisblaues Wasser und der Osterhase hat uns tatsächlich auch an diesem Fleckchen Erde besucht. Der Schalter war schnell umgelegt! ZIG ZAG segelte wie auf Glatteis; in nur drei Stunden waren wir dank eines so sauberen Unterwasserschiff mit durchschnittlich knapp 7 Knoten rüber gesegelt und besonders die Kinder hatten sich Beachtime mehr als verdient! Angedacht waren 4 oder 5 Tage, dann wieder zurück mit neuen Plänen, um diese umzusetzen, so dass wir im Mai, wenn das Wetter für eine Überfahrt nach Tonga oder Fiji passt, gleich starten können. Heute ist Tag 8. wir haben drei Mal die Bucht gewechselt und haben Urupukapuka nun von allen Seiten betrachtet. Die Vorräte gehen langsam zuneige, doch wir sind sehr zufrieden mit unserer Work-Life-Balance hier in den Buchten und haben daher beschlossen einfach etwas länger zu bleiben. Heute gab’s dann seit langer Zeit mal wieder ein selbstgebackenes Brot und anstelle von frischem Gemüse, zauberten wir etwas leckeres aus der Dose. Wir haben einiges geschafft und das ein oder andere in die Wege geleitet. Dank des guten Netzes hier (zumindest auf der westlichen Seite der Insel), stand der Kommunikation nichts im Wege und nach einiger Recherche haben wir gestern neue Batterien für ZIG ZAG bestellt. Staubsaugen nur bei Sonnenschein (weil nur dann aufgrund von Solarenergie ausreichend Power da war), dann ein Abfall der Voltleistung bis auf 11,2…jegliche Wiederbelebungsversuche anhand eines ‚Pulsers‘ und jede Menge Batteriewasser auf der Werft kamen zu spät…wir greifen tief in die Taschen und bestellten gestern neue Batterien.
Leider entdeckten wir in den letzten Tagen dann doch noch mehr Baustellen an Bord. Im Motorraum war ein, wie wir jetzt feststellen mussten, sehr schlecht geschweißtes Teil der Halterung für unserer Hochdruckpumpe unseres Wassermachers gebrochen. Grrrrr….erinnert ihr euch noch an die nervenaufreibende und teure Fertigstellung des Wassermachers in Linton Bay, Panama?! Und jetzt war dieses Sch…teil auch noch gebrochen! Georg hat es erhobenen Hauptes ausgebaut und wir hoffen auf bessere Schweißfähigkeiten der Neuseeländer.
Die Aufhängung des Kettenabstreifers unserer Ankerwinsch; das Ding, das dafür sorgt, das die Kette wieder schön im Ankerkasten verschwindet war ebenfalls gebrochen. Doch auch hierfür wird es eine Lösung in Opua geben.

Deshalb werden wir uns morgen wieder in Richtung Zivilisation aufmachen, um gleich Montagmorgen Schweißaufträge zu verteilen, wieder frische Lebensmittel einzukaufen und den Wechsel der Batterien vorzubereiten, den neuen Wassereinlass für den Wassermacher zu verschlauchen und die Elektronik zu verkabeln, um so step by step fertiger zu werden.

Die Inselluft hier hat uns gut getan! Die Natur mal wieder wirklich wahrzunehmen war toll; der Wind der uns bei schönstem Sonnenschein die Segel füllte, nach langer Zeit mal wieder einem wunderschönen Mondaufgang über dunklen Inselhügeln zuzusehen (ehrlich gesagt hab ich Georg gefragt, was denn da hinter der nächsten Insel so hell ist, denn auf meiner Karte im Kopf ist da nur Wasser…damit lag ich richtig, es war der gewaltig aufgehende Vollmond.) Der klare Sternenhimmel mit einer deutlich zu sehenden Milchstraße war einfach wunderschön. Die Inselwelt war so farbintensiv und fasziniert waren wir von dem rot, blau, grün, gelben Papagei der während des Osterspaziergangs einfach so durch unser Blickfeld flog.
Das Meer und der Strand boten so viele Spielmöglichkeiten. Malen im und mit Sand, Muscheln suchen, Burgen, Pools und Dämme bauen, durch aufgemalte Labyrinthe laufen, Hinkelkästchen hüpfen und in Baumschaukeln verweilen. Mia und Noah experimentierten mit ihren Schwimm/Surfbrettern, tasteten sich langsam immer weiter ins Wasser, wollten unbedingt ihre Tauchbrillen ausprobieren und taten dies erfolgreich! Nach ein paar Tagen schmiss Mia ihr Schwimmbrett einfach zur Seite, setzte ihr Tauchbrille auf und schwamm los. Sie ging etwas unter, doch das machte ihr nichts aus, sondern versuchte es wieder und wieder. Sie wirkte überrascht von sich selbst. Lino lies sich über den Strand tragen, schlummerte im Sonnenzelt, griff nach den Sand und wollte ihn probieren. Hatte er doch seit ein paar Wochen alles mögliche zum probieren bekommen. Er liebte Banane, aber auch Reisflocken, Haferbrei und Nudeln schienen ihm großartig zu schmecken! Er lachte viel, lauschte den Geschichten seiner Geschwister und beobachtete sie beim Schaukeln, klettern, Kusselkopp und Radschlag machen im Salon. Sehr dankbar bin ich für längere Schlafphasen in der Nacht; bis zu 6 Stunden am Stück hat er inzwischen schon geschafft.
Ganz stolz sind wir auch auf Noah der vom Osterhasen seinen Wunsch nach einer eigenen Unterhose erfüllt bekommen hat. Tagsüber geht er seit fast 10 Tagen auf die Toilette. Das macht er richtig gut und es so war er letzte Nacht sogar in der Nacht trocken, da gab’s von mir gleich noch eine Unterhose die er nun stolz an seinem Popöchen trägt.

An Bord der ZIG ZAG gibt es inzwischen wieder so etwas wie einen Familienalltag. Aufgaben, Abläufe, Regeln, Rituale festigen sich. Es ist wieder gemütlich an Bord. Wir haben uns; almost 24 hours. Wir arbeiten, leben, entdecken gemeinsam. Das ist wirklich intensiv und schön, wenn auch manchmal herausfordernd, doch das wäre es egal ob auf dem Land oder im Wasser, egal wo auf der Welt, wenn man als 5-köpfige Familie auf kleinem Raum lebt, keiner von Bord geht um zu arbeiten und man den Tag komplett selbst gestaltet, ganz ohne Fremdbetreuung durch feste Institutionen und ganz ohne Oma und Opa, Familie in der Nähe.

Heute ist der 16. April. Mach 7 Tagen in Opua sind die Kugellager unseres Windgenerators ausgetauscht, die Ankerwinsch repariert (geflext, geschweißt, geschraubt), das Bimini und Cockpit gereinigt, das Lazybag (Tasche, wo das Segel reingelassen wird, wenn es nicht hochgezogen ist) gefixt, ein Leck im Auspuffschlauch entdeckt und abgedichtet, alles entsalzen was aufgrund des Lecks salzig geworden war, Sitzkissen abgeschrubbt, einen Teil der Bilge geputzt und und und. Wir waren fleißig und sind von unserem eigentlich Plan in den letzten zwei Tagen in Richtung Great Barrier (Neuseeländische Insel vor Auckland) zu segeln abgewichen. Wir haben beschlossen einfach noch etwas hier zu bleiben, ‚entspannt‘ noch ein paar Dinge von unserer Liste abarbeiten und heute die Batterieexperten nochmal zu besuchen. Wir haben Freitag Nachmittag die neuen Batterien eingebaut, doch überraschenderweise zeigten diese auch nur 12,1 Volt…das sollte mehr sein, selbst wenn sie recht leer geliefert werden, letztlich aber die Spannung halten, wenn sie einmal voll geladen sind. Doch wie sollen wir sie an der Mooring nur mit Solar und Windgenerator, ggf. Maschinenbetrieb erst einmal so voll kriegen oder müssen wir doch noch einmal in die Marina?! Später wissen wir mehr…

Die Wettervorhersage für diese Woche ist in unserer deutschen Heimat zum ersten Mal besser, wärmer und trockner als her bei uns in Neuseeland. Die Uhren hier sind auf Winterzeit umgestellt (wussten wir zunächst nicht und haben uns an dem Tag einfach nur gewundert, warum die Kids so früh wach waren), wir hatten inzwischen schon ein paar mal einen Pulli an und an zwei Abenden haben wir sogar die Heizung angemacht, einen heißen Kakao getrunken und eine Wärmflasche mit in die Koje genommen.

Genießt den Frühlingsanfang und passt auf euch auf!

Fotos

Crewverstärkung

Hallo, ich bin der Neue!

Meine Familie flog mich von der Südhalbkugel zu euch und da bin ich!

Geburtstag + Feiertag =  Glückstag

Mein Name:            Lino Marijn
Mein Geburtstag:    03.10.17
Mein Gewicht:         4000 g
Meine Länge:          57 cm
Meine Geburtszeit: 09:34
Mein Geburtsort:    Moers

Geschafft alles dran, alles gesund, alles gut!
Mama, Papa und ich brauchten nur ein bisschen Ausdauer und Geduld und waren ganz stolz als ich endlich da war.
Mia und Noah haben mich auch schon kennengelernt und wollten mich sofort mit nach Hause nehmen.

Ich freu mich euch irgendwann mal kennenzulernen.

Euer Lino Marijn

Hi there! Here I am!

We flew all the way from New Zealand…

Birthday + Holiday (3th October German reunification day) = A lucky day!

My name:                  Lino Marijn
My birthday:             3th Oct
My weight:               4000g
My length:                57cm
My time of arrival:    9:34 a.m.
My town of birth:     Moers

Yes we made it! Amazing!
My mum, dad as well as my sister Mia and my brother Noah are very happy and proud of me!

Looking forward to meet you anyplace, anywhere, anytime…

Your new little friend
Lino Marijn

 

Planänderung

14. Juli 2017, ich sitze im Flieger von Düsseldorf nach München. Flugzeit 50 Minuten, ’ne ganz andere Nummer als 35 Stunden Reisezeit von Auckland über China nach AMS, Niederlande am 21. und 22. März diesen Jahres. Geplant waren 6 Wochen Heimaturlaub mit Familie und Freunden. Doch wir sind immer noch in Deutschland und werden aller Voraussicht nach im Januar wieder zu unserer ZIG ZAG auf die Nordinsel Neuseelands zurückkehren. Entschuldigt bitte, dass wir euch bisher noch nicht informiert haben, der ein oder andere hat sich bereits gewundert, warum man nun so gar nichts mehr von uns liest. Doch es gab so einiges umzuplanen und zu organisieren.
Die letzten Monate im Überblick: Alle Arzttermine; Routine Checks, Impfungen und U-Untersuchungen waren geplant. Haus-, Zahn-, Haut und Kinderarzt, Gynäkologe allesamt standen auf dem Programm und waren sehr zufrieden mit unserer Gesundheit. Sehr glücklich waren wir insbesondere darüber, dass der Gynäkologe uns bestätigte, dass wir im Oktober noch ein Baby erwarten würden. 12 Wochen waren bereits um und wir konnten unsere Freude auch direkt mit Familie und Freunden teilen. Es war tatsächlich schon ein Babybäuchlein und nicht etwa das Resultat von zu gutem Neuseeländischen Essen, das schnell von allen registriert wurde:-)
Wir genossen es sehr alle wieder zu sehen, wenn wir auch 1,5 Wochen mit einem krassen Jetlag zu kämpfen hatten. In den ersten drei Nächten wollte Noah nachts um 3 Bananen und Eier frühstücken und mit seinen Autos spielen…abends um 23/24 Uhr war Party angesagt…aber auch das legte sich wieder. Jeden Tag duschen und baden soviel die Kids (und ich;-) wollten, einfach mit Freunden telefonieren und sich treffen, in den Supermarkt gehen und einfach alles vorfinden, an der Kasse feststellen, dass ich meist mit mehr als doppelt soviel bezahlen wollen würde als ich muss, Wahnsinn wie günstig Deutschland ist! Toll, auch dieser Verlass auf den guten Geschmack eines Döners, einer Pizza oder dem Angebot der nächsten Pommesbude. Bezahlbar, lecker, vertraut.
Zwei Wochen vor dem geplanten Rückflug, erstellten wir einen ganz genauen Plan was wann wo mit wem…plötzlich hatten wir das Gefühl die Zeit rast uns dahin. Neben den wunderschönen Begegnungen mit all unseren Lieben, galt es auch den Papierkram zu sortieren, die Steuererklärung (hatten wir ja 2016 Elterngeld bezogen und waren damit Einkommensteuererklärungspflichtig) zu fertigen und zu recherchieren, was wir denn wie organisieren müssen, um in Neukaledonien unseren kleinen Mann auf die Welt zu bringen. Denn das war der Plan. Das deutsche Konsulat, Zoll und Immigration wurden kontaktiert und es schien alles möglich zu sein…wie schön…
Eine Woche vor Abflug stand dann Georgs Abschlussbesprechung beim Kardiologen im Kalender, 4 von 5 Untersuchungsergebnisse waren bekannt und zufriedenstellend. Das MRT fehlte noch und zeigte leider nicht so gute Werte. Scheiße. Was heißt das? Der Doc erklärte uns sehr plausibel, dass sie operativ nachbessern müssen. Krass und nu? Die Antwort hatten wir uns schnell gegeben. Voruntersuchung terminieren, OP Termin machen. Das war zunächst das wichtigste neben so einigen anderen organisatorischen Aufgaben: Auslandskrankenversicherungen kündigen, Flüge canceln, Arbeitgeber kontaktieren, den Eigner der Mooringtonne bitten für die nächsten Monate die ZIG ZAG dort im Wasser liegen lassen zu können, Segelfreunde in Neuseeland aktivieren unser Boot winterfest zu machen; Segel abzuschlagen, Segel aus der Reparatur abzuholen und zu bezahlen, das Dingi abzubauen, die Wartung der Rettungsinsel zu stoppen, diese abholen zu lassen und und und. Danke insbesondere liebe Birgit und lieber Andreas von der Muktuk für eure wahnsinnige Hilfe! Die beiden brachten uns sogar 18 kg unseres Hab und Guts aus der ZIG ZAG mit nach Deutschland! Ein paar Kinderklamotten in den nächsten Grössem, Sommerkleidung , Wertgegenstände wie Laptop, versteckte Umschläge mit Dollarnoten, Elli den Esel und Charlie Junior mit Knopf im Ohr und drei Lieblingsbücher der Kleinen. Das war wie Weihnachten und Ostern zugleich:-) Beim Öffnen der Reisetasche sagte ich zu ‚wie das riecht… echt nach Boot‘ und sie fügte hinzu ‚Ja, nach Motor’… recht hatte sie, was ein vertrauter Duft in der Nase!
Wie ging es weiter? 8 Tage später, an einem Freitag, 1 Tag nach unserem eigentlichen Rückflug, kamen die Doktoren aufgrund einer Katheter Untersuchung leider zu dem Ergebnis, das die angedachte Operation nicht zu dem gewünschten Erfolg führen würde. Das Herz hatte bei der Simulation nicht so reagiert wie erhofft. Nicht gut. Gar nicht gut. Nicht änderbar. Status quo. Und nu? Hoffen das Georgs Herz noch lange lange so funktioniert! Die Medikation wurde etwas angepasst und der Rat des Experten: „Leben sie weiterhin vernünftig.“ Was heißt das für unseren Plan? Wir hätten gestern fliegen können. Tun? Die Kündigungen der Versicherungen wieder zurücknehmen? Neuen Flug buchen? Arbeitgeber mitteilen, dass Georg seine Elternzeit doch nicht unterbrechen möchte? Eine weitere Kehrtwende innerhalb von 8 Tagen??? Erste Reaktion: Ja! Dann: Nein! Oder doch?! Eigentlich stand uns doch nun nichts mehr im Wege…doch der Stress der letzten Tage reichte für mindestens 10 Jahre. Wir wollten Ruhe einkehren lassen, allen in unserem Umfeld die Chance geben in unserer Anwesenheit zu verarbeiten was da nun geschehen war. Georg ging und geht es gut, er merkt nichts von der erneuten Vergrößerung der Herzkammer und der damit verbundenen Undichtigkeit der Herzklappe. Drei Tage später, Montag, beschlossen wir zu bleiben, unsere Reise zu unterbrechen und voraussichtlich im Januar wieder zu unseren ‚Zuhause‘ zu fliegen. Mittwoch hatte Georg das Gespräch im Büro und unterzeichnete die Unterbrechung der Elternzeit und konnte sofort wieder anfangen. Das ist nicht selbstverständlich! Wir sind sehr dankbar dafür und bewundern, wie loyal (!) der Arbeitgeber zu Georg als Mitarbeiter ist! So, außerdem gehört dieser Arbeitgeber endlich mal genannt: es handelt sich um die ATOSS Software AG. dem Marktführer für Workforcemanagement und Personaleinsatzplanung. Genug der sehr verdienten Werbung jetzt.
Und weiter?
Wir stornierten den Kranungstermin in der Marina zum Rausholen der ZIG ZAG und klärten die Parksituation unseres Campervans in Auckland. Dieser konnte freundlicherweise bei der Aislado stehen bleiben. Sicher erinnert ihr euch noch an die neuseeländische Familie, die wir in Panama kennenlernten und mit der wir zeitgleich über den Pazifik gesegelt sind…ihr Bootsname: Aislado. Ihr Zuhause: Auckland.

Wir wohnten immer noch bei meinen Eltern. Wir hatten uns doch nur für 6 Wochen angekündigt… Wir erkundigten uns nach einer Kindergartenmöglichkeit in den umliegenden Städten für unsere Kleinen, damit auch sie diese fantastische Luft schnuppern können. Wir hatten Glück. Noah darf nun 2 mal in der Woche ins Mäusenest, eine Art Vorkindergartenspielgruppe ohne Eltern und Mia wird ab Ende August bis Ende Dezember in den Kindergarten gehen. Toll, das das geklappt hat! Ganz schön spannend alles! Ein Thema mit dem wir uns bisher noch so gar nicht auseinandersetzen mussten. Auch geklärt. Wohnsituation? Wir freuen uns, dass es so gut klappt mit meinen Eltern unter einem Dach! Und wir haben uns für diese WG entschieden. Georg arbeitet fleißig und ist viel unterwegs, die Kiddies lieben es immer mal wieder mit Oma, Opa oder Tante Maiki durch die Gärtnerei zu flitzen und ich unterstütze die Familie u.a. durch regelmäßige Beköstigung:-) Ich experimentiere mit dem Thermomix und freue mich in einer Luxusküche alles zu kochen was der deutsche Supermarkt hergibt! Quasi ‚Hand gegen Koje‘ – nur an Land:-)

18. August 2017, ich liege auf der Couch im Ferienhaus von Georgs Eltern in der aktuell verregneten Eifel…Georg ist mit Mia im Bergwerk und Noah macht sein Mittagsschläfchen…
Die letzte Woche haben wir hier Urlaub gemacht. Hier im Mitten der Natur, im Nichts. Schön.
Jetzt sind wir schon 5 Monate in Deutschland. Ich bin kugelrund und verstehe nicht, wo die Zeit geblieben ist. Mia hat ihren 4. Geburtstag und ersten ‚richtigen‘ Kindergeburtstag mit dem Thema Prinzen, Ritter und Prinzessinnen feiern gefeiert. Richtig groß ist sie geworden, ja und manchmal auch richtig zickig…aber das gehört wohl irgendwie dazu. Noah quatscht inzwischen sehr fiel und hat Unmengen Quatsch im Kopf, den er gerne in die Tat umsetzt. Beide freuen sich sehr auf ihr Brüderchen (ausgezählt für den 10.10.) und sind ganz gespannt wie es wohl heißt, aussieht und was es alles kann bzw. nicht kann.
Wir verfolgen über Facebook die ein oder andere Familie, die in den letzten Monaten weitergesegelt sind, leben ein wahrscheinlich fast ganz normales Leben im deutschen Alltag; Papa Georg geht von früh bis spät arbeiten und Mama Irene kümmert sich um Kinder, Küche, Haus und Freizeit-Wochenendplanung. Naja sagen wir mal im deutschen Luxusalltag, denn ich ‚muss‘ gerade nicht arbeiten und dadurch, das wir bei meinen Eltern wohnen muss ich mich auch nicht alleine um Küche, Haus und Kinder kümmern!
Wir wundern uns oft über die vielen Termine im Kalender, obwohl wir ja gar nicht im ‚Hier und Jetzt‘ vorgesehen waren. ‚Jetzt seid ihr hier und wir sehen uns trotzdem so selten’… ja so ist es, seltsam und doch normal…aber es fühlt sich schon toll an zu wissen, das die anderen eigentlich ganz nah sind.
Die Kiddies sehen Omas, Opas, Tanten, Onkel, Cousinen, Cousins, unsere Freunde und deren Kleinen nicht nur auf Fotos und Videos, hören Geschichten über sie, sondern spielen mit ihnen, erleben sie und lieben sie. Alles ist so selbstverständlich für Mia und Noah. Das ist Glück! Danke liebe Familie und liebe Freunde, dass ihr uns einfach so unerwartet kurzfristig wieder aufgenommen habt und wir direkt wieder Teil eures Lebens sein durften!

Mein Fazit: Es ist alles anders, aber alles gut.
Trotzdem vermisse ich unsere ZIG ZAG und insbesondere unsere intensive Familienzeit. Deshalb gilt: Jetzt das hier und jetzt genießen und sich auch auf Januar freuen, in der Hoffnung, dass wir 5 dann gesund und munter in die Maschine steigen und von dem einen Zuhause zum anderen Zuhause fliegen können.

17. September, Geldern-Walbeck heute ein erneuter Versuch euch ein Update unserer Planänderungen hochzuladen. Inzwischen hat auch Noah schon seinen 2. Geburtstag gefeiert. Was ein schönes Fest! Nach dem wohl einsamsten ersten Geburtstag im letzten Jahr in Kauehi, in den Tuamotus, konnten wir in diesem Jahr mit der ganzen Familie und einigen Freunden feiern. Mia besucht nun seit 3 Wochen die Schneckengruppe im Kindergarten und Noah das Mäusenest. Beide glücklich…wir haben es sogar geschafft unsere Schlafgewohnheiten etwas zu verlagern; früher ins Bett und früher wieder raus und das morgendliche endlose planschen in der Badewanne findet nun nur noch am Wochenende statt. Alles anders – alles gut;-) Ich bin kugelrund und in drei Wochen ist der kleine Mann ausgezählt. Versprochen – Wir werden euch zeitnah informieren, wenn er das Licht der Welt erblickt hat.

Gesellschaftsinseln – Tahiti, Moorea, Bora Bora und Co

Es war einmal…

Waren die Marquesas hohe, grüne, bergige Inseln, die Tuamotus ringförmige Atolle mit flachen Motus (Inseln) rundherum und ruhigen Lagunen im Inneren, sind die Gesellschaftsinseln eine Art Kombination und für uns irgendwie die Perfektion: hohe und auch weniger hohe Inseln mit vorgelagertem Riffsaum und teilweise auch mit palmenbewachsene Motus. Was für uns ruhiges ankern zwischen Insel und geschützem Riff sowie noch unbeschreiblichere Türkistöne, des in der Sonne glitzernden Wassers bedeutete!
Wir haben Tahiti, Moorea, Huahine, Tahaa, Bora Bora, sowie Maupiti und Maupihaa besucht – alle Inseln haben uns wirklich ausgesprochen gut gefallen! Maupiti ist kaum und Maupihaa ist absolut nicht touristisch erschlossen, daher widmen wie diesen Paradiesen einen eigenen Bericht. Hier also Teil 1 der Gesellschaftsinseln:

03.-12.09.Tahiti
Noah hatte gerade laufen gelernt und wir hatten uns von Valentine und Gaston in Toau verabschiedet. Vielleicht erinnert ihr euch noch an den riesigen Thunfisch, den Gaston einfach so vom Steg aus an Land gezogen hatte oder an unser Fotoshooting vor der Tapete „Steg von Toau“, Tuamotos aus dem letzten Inselbericht?
Es war eine sehr anstrengende Überfahrt. Sie war nicht besonders lang; wir verließen Toau morgensfrüh und nach nur einer Nachtfahrt erreichten wir Papeete in Tahiti am Abend nach Anbruch der Dunkelheit. Doch der Wellengang, der Wind, das Wetterchen irgendwie war die Überfahrt extremst unangenehm, nach dem ganzen Inselhopping waren wir wohl einfach keine längeren Fahrten mehr gewöhnt. Bäh war es mir zu Mute! Aber wir wussten, wir wurden erwartet und das tat unglaublich gut! Angelika und Ernie von der Lulu waren schon im Stadthafen und hatten neben sich einen Platz für uns reserviert! Ein tolles Wiedersehen nach ein paar Wochen! Schon als wir uns Tahiti näherten waren wir beeindruckt (oder vielleicht auch ein wenig geschockt?!) von den vielen Lichtern, Straßen und Autos, es gab Industrie und Zivilisation. Wir machten quasi 100m vor einer 4-spurigen Strasse fest; sahen auf Häuser, Restaurants und Hotels, als wir später in der Koje lagen, lauschten einer krassen Geräuschkulisse! Kurz wünschte ich mich in die Atolle zurück, doch der Geschmack eines frischen knackigen Salates mit Tomaten und die gute Internetverbindung waren schon Vorzüge der Zivilisation, die wir gleich nach unserer Ankunft doch gerne genossen! Ein paar Tage proviantieren, kommunizieren, waschen (also so richtig mit Warmwasserwaschmaschinen der Marina), mit dem Mietwagen die ‚grosse‘ Insel erkunden, das war der Plan.
Es gab einen tollen Stadtpark mit tollen Spielplätzen auf den Mia und Noah nur so herum tobten, rund herum unfassbar viele sportliche Menschen; überall wurde gejoggt, Fahrrad gefahren, Gymnastik, Yoga oder sonst was gemacht. Papeete, Tahiti: für mich die sportlichste Stadt, die ich je erlebt habe, egal zu welcher Tageszeit die Tahitianer waren aktiv wie die Duracellhäschen aus der Werbung.
Wir mieteten uns ein Auto; shoppten 3,5 Einkaufswagen im Carrefour (Französische Supermarktkette) für schlappe 700 Euro. 1,5 Wagen davon waren ausschließlich Wasserflaschen, da unser Wassermacher zunächst nicht zu reparieren schien. Georg hatte es noch einmal probiert, doch die provisorischen Reparaturversuche hielten dem hohen Druck nicht stand. 700 Euro also für 2 Wagen voller Proviant + Wasser, bei Aldi hätten wir für das Geld sicherlich die 3-fache Menge bekommen. Aber die hätte nicht in unseren kleinen Mietwagen gepasst:-) Es war alles unglaublich teuer, ABER nach einigen Wochen auf den Marquesas und vorallem den Tuamotus, wo der Supermarkt, wenn es einen gab nicht größer als eine deutscher kleiner Tante Emma Laden ist, war es irgendwie ein total beruhigendes Gefühl zu wissen, das bestimmte Lebensmittel wie Hackfleisch, Joghurt, Gouda sowie Obst und Gemüse überhaupt noch existieren und man sie überhaupt noch kaufen kann.
Wir genossen die letzten paar Tage mit Angelika und Ernie, die ihre Lulu hier in Tahiti ‚einwinterten‘ und nach Deutschland flogen. Wir besuchten gemeinsam eines der für Tahiti sehr bekannten Les Roulottes (Essen kann man hier einmal rund um die Welt, alles zubereitet in kleinen Garküchen), der Hammer war die frische Waffel mit Kokosnusseis…köstlich! Anfang März 16 hatten wir die Lulu in Curacao kennengelernt, dann haben wir immer wieder gemeinsame Etappen gesegelt. Bis hierher. Mia ist ja sooo viel größer geworden. Ganz alleine machte sie sich, natürlich in Rettungsweste gekleidet, auf den Weg über den Steg zu Lulu. Georg und ich schauten ihr ganz stolz nach, so muss es sich anfühlen, wenn das Kind irgendwann wie selbstverständlich in den Kindergarten geht:-)
Das Internet in der Marina war seit langer Zeit mal wieder so gut und ’schnell‘, dass wir Fotos und Berichte hochladen und uns unsere Urlaubsflüge von Neuseeland nach Deutschland buchen konnten.
An einem Tag cruisten wir mit unserem Mietwagen über Tahiti nui (nui=groß) und Tahiti iti ( ini=klein); also über ganz Tahiti, schauten uns viele Wasserfälle und schöne Aussichten an. Wir stellten fest: Irgendwie wiederholen sich die Dinge, die wir sehen;-) Macht aber nix; schön ist’s. Unschlagbar für mich war allerdings die Aussicht bei Sonnenuntergang vom Stadtpark aus auf Moorea; unser geplantes nächstes Inselchen. Die Überfahrt verzögerte sich allerdings etwas nachdem wir Daphne und Rainer kennengelernt hatten. Ein deutsches Segelpärchen, das unsere angebotene Unterstützung beim Wiedereinrichten des Laptops sowie dem Einstellen eines neuen Handys dankbar annahm. Quasi bei der Verabschiedung erwähnten wir, dass wir nun die Wassertanks füllen, auch wenn das Hafenwasser ziemlich verchlort wäre, unser Wassermacher aber nicht mehr wollte. Sie fragten, was das Problem sei und vielleicht könnten sie ja helfen. Wir waren uns sehr sicher das nicht, doch dann sagten sie tatsächlich: „Wir haben zwei Membranen und nutzen nur eine.“ WAS? Wir blieben noch. Es wurde gemessen, gekramt und der soeben konservierte Wassermacher mit einem neuen Membrangehäuse wieder eingebaut. Rainer konnte leider nur 3 von 4 wichtigen Schrauben finden, doch ich zog einfach los auf den Steg und suchte jemanden, der in seiner Schraubenkiste zufällig die Fehlende hatte. Beim dritten Boot war ich erfolgreich:-) Schraube gekürzt, eingebaut. Wassermacher an. Läuft! Tolles Gefühl!
Am Sonntag besuchten wir noch den großen Markt von Papeete. Blumen; Kopfkränze, Gestecke, Anstecker. Handarbeit jeglicher Art; Schmuck, Muschel-, Korallen-, Holzkunst vom allerfeinsten. Geschnitzte Tikis, frischer Fisch, lokales Fleisch und jede Menge Obst und Gemüse. Besonders imposant waren die Wassermelonenstände; handballgross ca. 35 EURO pro Stück! Verrückt, wer kauft denn sowas?!
Gewaschen, proviantiert, kommuniziert und irgendwie dann doch repariert waren wir bereit weiter zu segeln. Der Wassermacher lief und auch wenn wir kein direktes Ersatzteil für unseren defekten Autopiloten hatten auftreiben können, hat die Lulu uns ihre Fernsteuerung für den Autopiloten geliehen. Diese funktionierte zwar aufgrund von korodierten Kabeln im Inneren des Gerätes nicht einfach per Knopfdruck, aber mit einer kleinen technischen Ergänzung, bestehend aus einem 220V Inverter, einem 3V Netzteil, kleinen Drahtstückchen, Aluminiumfolie und Einmachgummis schaffte es Georg sie zu bedienen. Wir fühlten uns wieder ‚komplett‘ und einsatzfähig;-)

12.-15.9.Moorea
Kurz von unserer Abfahrt in Papeete hatten wir den Tipp bekommen einen Stop in Point Pateo in der Nähe des Fähranleger Vaiare zu machen. Sehr lohnenswert! Die Überfahrt dauerte nur wenige Stunden und es war schönstes Segeln! Am Point Pateo gibt es ein kleines Motu, zu dem Touristen per Wassertaxi gefahren werden, um Haie und Rochen zu füttern und durch den Korallengarten zu schnorcheln. Wir zahlten auch einen kleinen Eintritt, um das Spektakel miterleben zu können. Der ‚Garten‘ war super angelegt und es kamen unzählig viele Stachelrochen sowie Schwarzspitzenriffhaie, Ammenhaie und bunte Fische herbei geschwommen. In hüfthohem, selbstverständlich klarstem Wasser konnten wir sie dann mit den Kiddies vom Strand und natürlich auch direkt im Wasser bestaunen und anfassen. Mia waren es etwas zu viele und zu große, die genoss daher lieber den Blick ‚von oben‘ vom Strand aus. Der ‚Veranstalter‘ gestaltete diese Begegnung mit den Meeresbewohnern wirklich gut, durchdacht und möglichst natürlich, richtig gut! Nicht schlecht staunten wir als wir noch am selben Tag auf unserer Mini Weiterfahrt in eine benachbarte Bucht unsere ersten Wale auf der Reise sahen. Unbeschreibliches Gefühl diese Meeresriesen im Wasser beobachten zu dürfen.

Zwei weitere Nächte verbrachten wir dann in der Baie d’Opunohu. Die Bucht gleich neben der berühmten Cookbucht; in der man allerdings nur schwerlich ankern kann. Wir fuhren einmal durch die Bucht und ankerten dann ’nebenan‘ zwischen Riff und den schönen Bergen von Moorea. Unser Inselziel was die Wanderung zum Aussichtspunkt Belverde. Abwechslungsreiche Wanderung, schöne Aussicht, ein prächtiger Felsen. Er war schon von Papeete aus immer sehr hübsch anzusehen. Ziel erreicht.

16.-20.9.Huahine
Nach drei Nächten in Moorea machten wir uns mit einer Nachtfahrt auf in Richtung Huahine. In der südöstlichsten Bucht wurden wir am türkisfarbenen Ankerplatz etwas eingeregnet. Wir genossen, dass vom Resort bis aufs Boot reichende WLAN und die Tage im Boot. Als es trocken war fuhren wir mit dem Dingi um die Südspitze. Noah und Georg schlafen am Strand, Mia und ich laufen einmal barfuß am Strand entlang, auf die Straße und durch die kleine Ortschaft Parea. Wir laufen an ein paar Kindern vorbei und sie kommen und geben Mia eine Hand voll Popcorn, eines der kleinen Mädchen schließt sich uns an und kommt mit uns zum Strand. Mia und das Mädchen pflücken zusammen Blätter, sammeln irgendwelche Palmenfrüchte und machen Seifenblasen. Es ist toll zu sehen wie sie sich ohne Worte verstehen und miteinander agieren. Vor der Ankunft der dunkelten Wolken fliehen wir wieder zurück zur ZIG ZAG. Ein schöner Tag.
In der nächsten Regenpause gehen Mia und Georg mit dem Dingi angeln. Die Trockenphase dauerte nicht lange an, da waren die zwei wieder an Bord, ohne Fisch. Doch begeistert berichteten von einem riesengroßen, springendem und in der Luft Looping machenden Mantarochen. Trotz des vielen Regens war es ein traumhaft schöner Ankerplatz im türkisen Wasser und schönen kurzen Strandaufenthalten zwischendurch. Sehr schön, sehr einsam; wir lagen maximal zu dritt in der Bucht. Hat uns wieder einmal sehr gut gefallen.

20.-22.9. Tahaa
Gegenüber von Huahine liegen Raiatea und Tahaa. Wir entscheiden und Raiatea auszulassen und zur kleineren Insel Tahaa rüberzusegeln. Die Überfahrt war ein Katzensprung und noch vor der Dämmerung steuerten wir per Dingi ein Privatmotu vor der Hauptinsel an. Es sah wirklich sehr hübsch aus, doch Eintritt zahlen für eine Insel?!? Das widerstrebte uns dann doch:-) Wir umrundeten das Inselchen dann, bestaunten den super Strand und genossen eine super Aussicht auf Tahaa. Wir waren uns einig; da würden auch wir Eintritt nehmen:-) Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug zum Vanille Haus. Wir ankerten in einer großen Bucht vor einem kleinen Ort, schlenderten ganz gemütlich hindurch und dann begaben wir uns den Hügel hinauf in Richtung Vanille. Es dauerte nicht lang und ein freundlicher Franzose hielt an und bot uns an uns mitzunehmen. GERNE! Wir wandelten über eine Vanilleplantage, sahen junge Vanilleschoten an wachsenden Ranken und eine sehr freundliche alte Dame, die die getrockneten Schoten ausmaß und der Länge nach sortierte. Die Führung im und rund um das Häuschen waren kostenfrei und wir dachten im ‚Shop‘ dann wenigstens etwas vanilliges zu erstehen. In einem kleinen Gartenhäuschen lagen dann 5, 10 oder 20 abgepackte Schoten zum Verkauf. Das war der ‚Shop‘. Nunja so kauften wir für 20 Euro 5 Schoten aus denen wir uns dann zukünftig was eigenes vanilliges zaubern können, nicht ganz das was wir uns vorgestellt hatten, aber gut, werden wir selber kreativ.
Die Dame, die uns alles rund um Vanille erklärt hatte, bot uns an uns wieder hinunter zu fahren. GERNE! Das wäre ansonsten echt ein langer Fußmarsch durch die Hitze gewesen:-) an einem kleinen Strassenstand kauften wir noch ein paar Bananen und gingen ankerauf zum nächsten Motu. Auf dem Weg zum nächsten Ankerplatz schuben wir unseren Kiel ein wenig durch den Sandgrund. War wohl doch flacher als wir dachten. Dann ankerten wir in 3m Tiefe, rein ins Dingi, Motor an, MOTU erkunden. Diesmal kein Privatmotu. Dingi auf den Strand gezogen und bis auf einige Mücken war auf diesem Inselchen niemanden zu sehen. Ein sehr schönes Haus stand ziemlich einsam und verlassen dar. Wir fanden ein paar tolle Muscheln und riesen ‚Muscheldeckel‘. Ganz besonders genossen wir nach unserem Spaziergang den Sonnenuntergang über Bora Bora. Dort war sie also für uns das erste Mal sichtbar. Die Insel der Inseln: Bora Bora. Die Berge der Insel erleuchteten in der untergehenden Sonne. Sah schon spektakulär aus!

22.9.- 26.9. Bora Bora
Und am nächsten Morgen segelten wir hin. Seglergerüchte besagten, dass es gar nicht soooo toll und vorallem sehr touristisch sei, 3 Tage würden vollkommen ausreichen…wir überzeugten uns selber, unsere Erwartungen wurden übertroffen und wir waren begeistert. Es ist einfach eine wahnsinnig tolle Lagune um die schön und hoch formierte Hauptinsel herum. Die Farben des Wassers waren und die rundherum gelegenen Motus wirkten paradiesisch. Klar gab’s hier Tourismus, bei der Schönheit!
Die erste Nacht verbrachten wir an an einer Mooring des Yachtclubs. Hier zahlte man entweder 20 Euro oder kam zum Abendessen. Wir entschieden uns für letzteres. Die Variante war sicherlich nicht die günstigere, aber das Restaurant hatte ein sehr nettes Ambiente, es gab eine freundliche Bedienung und wir genossen unseren Burger mit Pommes:-), die es an Bord ja sonst nicht gibt UND dazu gab es auch noch gutes Internet. Zu Mias riesen Freude: es gibt einen Pool mit Aussicht auf die Lagune. Immer wieder wollte sie reinspringen und noch Wochen später, fragte sie, ob wir denn jetzt wieder zu DEM Pool segeln könnten. Das Restaurant bietet auch einen Waschservice an; 1000 cfp pro Maschine; teuer aber ok und 1800 CPF für eine Trocknerfüllung; nein Danke…
Wir trocknen an der Reling auf der Fahrt um die Hauptinsel herum auf dem Weg zur Südost Anchorage. Wir genießen die Türkistöne. Sie sind unfassbar schön. Bora Bora ist sicherlich eines der touristisch erschlosseneren Ziele, ABER zurecht! Es ist traumhaft schön und die Dingitouren durch diese freche Farbenwelt machen riesig Spaß! Der Berg in der Mitte ist imposant, die in der Sonne schimmernden türkisen Flächen ein Traum. Wir lieben es in 4m Wassertiefe zu Ankern, eine schöne Aussicht zu genießen und über Steigerungsformen von traumhaft türkisen Farbnuancen nachzudenken…mehr geht nicht…denken wir.
Wir verbringen die Tage mit Dingiausflügen; Stachel-, Adler- und Mantarochensuche (alle gefunden :-), Dingischnorcheln über schönste Korallengärten, Motuspaziergänge, plantschen im knietiefen Wasser, einem Spaziergang auf dem Riff, doch der Ausflug an sich, das dahingleiten durch diese fantastische Lagunenwelt war wirklich ein wahrer Genuss für uns.
Wir hätten definitiv auch noch länger als 5 Tage dort verbringen können, doch zum einen hatten wir uns entschieden Maupiti und auch Maupihaa; zwei weitere, allerdings sehr abgelegene Gesellschaftsinseln zu besuchen und unser Visum war nur bis zum 30.September gültig. Ganz legal würden wir es also eh nicht mehr zu den anderen Inseln schaffen.
Da Maupiti und insbesondere Maupihaa sich wirklich von den anderen Gesellschaftsinseln unterscheiden und die Zeit für uns unvergesslich schön war, widmen wir diesen Inseln wie bereits erwähnt einen eigenen Bericht und eine eigene Fotogalerie. Die Fotos sind bereits bewertet, der Text fast vollständig geschrieben, also nicht mehr lange und es gibt einen weiteren Rückblick auf unserer Südseezeit.