Minerva Reef – Warten aufs Wetter

Hallo ihr Lieben,
letzten Freitag sind wir nach 2 Nachtfahrten hier im Minerva Riff Nord angekommen. Mitten im Ozean sahen wir bereits einige Meilen vor Ankunft Masten am Horizont. Im Abstand von weniger als 100 m passierten in einer Gruppe von drei Schiffen den Pass und insgesamt zählten wir 12 ankernde Yachten im Ankerfeld. Das nördliche Minerva Riff, es gibt auch ein Südliches, ist ein Atoll-ähnliches fast perfekt kreisförmiges Ringriff. Der äußere Durchmesser beträgt 3,8 Seemeilen (7,5 Kilometer), der innere Durchmesser, also die Lagune, beträgt 2,7 Seemeilen (5,5 Kilometer). Im Gegensatz zum echten Atoll hat dieses jedoch keine Motus, also keine Inseln und ist somit verdammt dazu sein Dasein als Ringriff zu fristen. Bei Niedrigwasser kommen große Teile des Riffs bis zu einem Meter aus dem Wasser. Wir befinden uns im Inneren der schützenden Lagune und den Berichten zufolge sollen sich hier veritable Stürme abwettern lassen, wobei es stets sicher bleibt.
Das Riff gilt also als guter Halt um auf gutes Wetter zu warten für eine Überfahrt nach Neuseeland. Wir wollten Tonga eigentlich letzten Montag nach dem Dieseltanken direkt in Richtung Opua, Nordinsel Neuseeland verlassen. Der Wind schlief ein, wir verbrachten eine weitere Nacht in Tongatapu und sowie viele andere machten wir uns dann einen Tag später auf.
Nach unserer Ankunft hier im Riff holten wir per Satphone gleich neues Wetter ab…wir sahen eine Chance sofort weiter zu fahren, doch nach intensiver Diskussion mit der Crew der Aislado beschlossen wir zu warten, da das Risiko zu groß war etwas zu langsam zu sein und dann seeeehr viel Wind und Welle von vorne zu bekommen. Das Ankerfeld wuchs quasi stündlich und über Funk fand reger Austausch über ein mögliches neues Wetterfenster statt. Geschätzter Mindestaufenthalt 7 Tage. Puh das ist lang. Vorallem in einem Riff ohne Motu (Insel), ohne ‚Auslauf‘. Das waren unsere ersten Gedanken, doch die Zeit verfliegt. Am Boot gibt es immer genug zu tun. Bei Niedrigwasser kann man km lang auf dem zum Vorschein gekommenen Riff spazieren gehen. Georg ist mit Jerome (einem sehr netten Franzosen von der TANGAROA) beim nächtlichen Niedrigwasser auf sehr erfolgreiche Langustenjagd gegangen und am nächsten Abend gab es Lobsterparty an Bord der ZIG ZAG. Gestern Nacht war Silbermondnacht, der Mond befand sich extrem nahe zur Erde (irgendwo um die 350.000 km) und wird ihr so nahe erst wieder kommen, wenn autonomes Autofahren eine Selbstverständlichkeit ist. Das Theater was der Mond veranstaltet hat, bestand hauptsächlich darin, recht groß als auch ungewöhnlich hell zu gucken. Das aufmerksamkeitserregende Schauspiel unter wolkenlosem Himmel wurde eingeleitet durch einen perfekten Green Flash während des Sonnenuntergangs nur wenige Stunden zuvor.
Langeweile kommt also nicht auf;-) Es gibt inzwischen 25 Boote hier im Riff und alle haben wir noch nicht besucht. Ganz spannend ist vielleicht auch das es noch weitere 5 andere Kinderboote gibt, insgesamt 10 Kiddies; Mia und Noah sind die Jüngsten und dann geht’s aufwärts bis 11 Jahre. Franzosen, Engländer, Amerikaner, Schweden, Neuseeländer, Österreicher und wir.
Das heftige Wetter erreicht die Küste Neuseelands gerade im Moment. Es war die richtige Entscheidung zu warten. Ein Boot auf dem Weg nach Neuseeland ist sogar umgekehrt, da die aufkommende Front sich zu drohend entwickelte. ABER so wie es aussieht geht es in den nächsten Tagen weiter, vielleicht schon Freitag, vielleicht aber auch erst Samstag oder Sonntag. Es nähert sich ein sehr stabiles großes sich langsam bewegendes Hochdruckgebiet ‚A big fat high, the first summer high for Newzealand‘. Alle warten drauf und sind gespannt auf die Überfahrt.
Uns geht es also gut und gleich schauen wir uns gemeinsam mit der Aislado das aktuelle Wetter an. Sobald wir nach NZ aufbrechen werden wir wieder wie gewohnt tägliche Positionsmeldungen senden.

4 Gedanken zu “Minerva Reef – Warten aufs Wetter

  1. ….spannend Eure Berichte. Wir wünschen Euch alles Gute, toi, toi, toi. Ellen feiert u.a. nächste Woche ihren 40igsten in einer Hofscheune im größeren Rahmen und hätte Euch gerne dabei gehabt. Sie erzählt immer wieder begeistert von Eurer Hochzeit und Übernachtung auf Eurem Boot. Im Sept. 2017 machen Reinhard, Gunther und ich wieder unseren Ostseetörn. Freue mich immer wieder, wenn Gunther mit seiner Erfahrung und ruhigen Art dabei ist. M.E. ein gutes langjährig eingespieltes Team.

    Liebe Grüße aus dem grauen nasskalten Forchtenberg
    Steffen + Regine

  2. Wir finden es sehr spannend mit Euch um die Welt zu reisen und hoffen sehr, dass ihr die Stürme um Neuseeland gut übersteht.
    Viele liebe Grüße aus Krefeld

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