Grenada

Buenas! 

Da sind wir wieder. Es gibt sie wirklich! Die Regionen in denen es kein Handy geschweige denn ein Worldwideweb gibt. Wir konnten es auch kaum glauben und haben immer mal wieder einen der Kunas gefragt, ob nicht doch vielleicht…aber nein. Aus den geplanten zwei Wochen wurden knapp drei bevor das Kuna Yala Archipel (San Blas Inseln) verließen. Es waren traumhafte Inseln, wie sie schöner wohl kaum existieren können.  Seit letztem Samstag sind wir in Porto Lindo, 30 sm vor Colon, 90 km von Panama City entfernt. Am Sonntag haben wir uns eine SIM- und Prepaidkarte gekauft und wir können wieder kommunizieren:-) Außerdem gibt es tatsächlich auch ein Café, in dem wir eine ausreichend schnelle Verbindung haben, um euch endlich mal wieder upzudaten! Das dachten wir…und diese Einleitung ist schon wieder zwei Wochen alt;-( Egal besser spät als nie, haben wir eine Chance mal wieder was online zu stellen!

Während unserem Urlaub unter Palmen, haben wir beschlossen doch noch einen Wassermacher; eine Entsalzungsmaschine einzubauen, bevor wir durch den Kanal gehen. Es ist sicherlich kein absolutes Muss, doch auf den Kuna Yalas haben wir noch einmal deutlich erlebt, wie wichtig Wasser ist und wie umständlich es sein kann, welches zu bekommen. Dort wird das Wasser hauptsächlich aus Süßwasserflüssen  geholt; per Einbaum (Boote, die aus einem Baumstamm gebaut wurden) und Eimern, Wassertonnen. Hier in Puerto Lindo verkauft zufällig jemand genau die richtige Pumpe für eine solche Entsalzungsanlage für unser Boot und heute ist Georg per Bus unterwegs nach Panama City (ca. 3,5 Std. one way!) um jegliche Schläuche, Gehäuse, Membranen, Ventile, Schalter und Co zu besorgen, damit wir in den nächsten Tagen mit dem Einbau beginnen können. Und dann…vllt. Ende nächster Woche lassen wir unser Boot für den Kanal vermessen und dann wartet der Pacifik auf uns! Ich habe die letzten zwei Tage mal wieder Tetris gespielt; der Inhalt von 5 Einkaufswagen wollte irgendwo im Boot verstaut werden! Das große Proviantieren…alles bis Ende November hochrechnen und losgekauft. 60 Rollen Küchen- und Klopapier, 30 Pakete Feuchttücher, Spüli, Müllbeutel…ganz alltägliche Dinge, die ab den Galapagos zunächst allerdings für Monate schwer zu besorgen sein würden. Vom Linseneintopf bis zum Reiskorn, alles ist nun in einer Stauliste erfasst. Zum einen damit wir wissen, was wir noch an Bord haben und zum Anderen damit wir wissen, wo wir es an Bord haben.

So aber nun endlich der Start unserer Karibikreise mit Text und Bildern:

Grenada (26.01. – 04.02.)

Landurlaub – Zeit mit Oma und Opa

Nach 18 Tagen auf dem Wasser sahen wir morgens gegen 9 Uhr Land! Bereits gegen 5 klingelte mein Handy „Willkommen in Jamaika“ erinnert ihr euch noch? Patrick hatte netterweise unsere Ankommensnachricht gleich veröffentlicht. Ziel erreicht! Oma Angelika und Opa Gunther standen winkend am Ufer und hießen uns in der Prickley Bay in Grenada – Karibik herzlichst Willkommen. Wir machten am Steg der kleinen Marina fest, tankten Wasser und klarierten ein, bevor wir uns einen perfekten Ankerplatz, nur 200 m entfernt von Oma und Opas Strandappartement, suchten. DIE idealen Appartements für Segelbesuche! Nicht ganz günstig, aber sehr schön und mehr als perfekt gelegen. www.laecottages.com

Da waren wir nun also. Luft holen. Reizüberflutung. 18 Tage Viersamkeit, Wasser und ZIG ZAG. Jetzt: Land, Menschen, Autos (schnelle und so viele), Supermärkte (die Dinge verkauften, von denen wir schon nicht mehr geglaubt hatten, dass es sie noch gibt), eine Wäscherei, Wasser am Steg und der absolute Luxus: Oma und Opa zu Besuch! 

Und wer war denn da?! Jörg, Max und Lina von der ‚Traumtänzer‘ kamen mit dem Dinghy längstseits und begrüßten uns in der Karibik! Papa Jörg und den kleinen Max (2 Jahre) hatten wir schon kurz beim Ausklarieren in Mindelo – Sao Vincent, Kapverden kennengelernt. Lina war auf dem Atlantik 6 geworden und später trafen wir auch Mama Alex. Endlich mal ein Boot mit ‚kleinen‘ Kindern und mit total netten Eltern! Und wie wahnsinnig erfreut waren wir, dass es in der Bucht noch mehr von ihnen gab. Neben der deutschen Traumtänzer Crew, lernten wir beim Segler BBQ am Strand auch die holländisch-deutsche Crew der September Blue (Diana, Elmar mit Lupita) und die belgische Crew der Sailaway (Dominique, Joris mit Luna (7) und Mauro (5)) kennen. Du möchtest mehr über andere Segelfamilien lesen, dann siehe auch: www.sy-traumtaenzer.de, www.sy-septemberblue.blogspot.de und www.wearesailing.be

Ganz kindgerecht fand das Grillen nicht erst am Abend statt, sondern mittags um drei. Es wurde geplantscht, Sandkuchen gebacken, Burgen und Kanäle gebaut und zwischendurch mal gefuttert. Mia verteilte die von Oma und Opa frisch importierten Haribos und war begeistert und gleichzeitig ein wenig erschlagen von soooo vielen Kindern:-) Die meisten waren etwas größer und konnten schon schwimmen, sie nahmen Mia an die Hand oder auf den Arm und Mias vorhandene Angst vor herannahenden Wellen schrumpfte in den nächsten Tagen und Wochen durch gemeinsame Strandstunden auf eine gesunde Portion Respekt. Auf den Kapverden hatte es beim Ablanden mit dem Dinghy vom Strand mal eine Welle ins Dinghy geschafft, seitdem…genau, ABER step by step und dank all der kleinen Wasserratten war Strand, Wasser und Wellen bald ein großer Spaß für Mia. 

Ich komme aber nochmal zurück zum Ankunftstag. Wir hatten es geschafft! Angekommen. Und nu? Einmal entsalzen bitte! Was? Alles! Gleich auf dem Weg zum Einklarieren hatte ich eine Waschfrau entdeckt. Umzingelt von Waschmaschinen und Trocknern stand sie inmitten von aufgestapelter, in bunten Taschen verpackter Wäsche und faltete noch mehr davon. Wenige Minuten später brachte ich ihr weitere 30 kg Wäsche. Die Betten hatte ich in den letzten Stunden vor unserer Ankunft schon abgezogen, Handtücher, Klamotten, Noahs Trage…ein tolles Gefühl diese salzige Angelegenheit einfach abzugeben und am nächsten Tag frisch gewaschen und gefalten abholen zu können. Das Cockpit und das Deck wurde auch gleich noch am Steg entsalzen, einfach so mit dem Wasser aus dem Schlauch – welch ein Luxus! Und das war schon Luxus Nummer 2:-) No.3 folgte gleich: unmittelbar neben der Einklarierungsstelle gab es einen von Oma und Opa bereits getesteten französischen Metzger. Nach wochenlanger, quasi monatelanger Frischfleischabstinenz, denn das gab’s auf den Kapverden einfach nicht wirklich, war dieser Besuch fatal. Insbesondere der Satz: „Sucht euch einfach was aus“ 🙂 Delikat Delikat…10 feinste Würstchen, 4 Cordon Bleu, ein wenig Cheddar, eine Ecke Camenbert und noch warmes, wundervoll duftendes Baguette für geschlagene 80 Euro. Respekt! Aber Lecker! Gezahlt wurde auf Grenada übrigens mit East Caribbean Dollar. Mein persönlicher Luxus an diesem Tag: eine lange heiße Dusche inklusive Haarwäsche (nach 14 Tagen!) bei Oma und Opa im Appartement. Was ein Gefühl einfach den Hahn aufzudrehen, Wasser kommt, nichts schaukelt, den Wasserhahn ohne Reue anzulassen und sich in aller Ruhe zu duschen! Luxus No. 4 also!

Es folgten 10 Tage Landurlaub; morgens nach dem wach werden ging es noch vor dem ersten Kaffee zu Oma und Opa. Perspektivwechsel: Frühstück im Garten mit Sicht auf unsere ZIG ZAG, die im karibisch türkisblauem Wasser mit vielen anderen Seglern vor Anker liegt. Sieht auch schön aus:-)

Gemeinsam entdeckten wir tagsüber Land, Leute und alles was es sonst noch gab. Grenada ist wirklich wunderschön grün bewachsen, nach den eher trockenen Kapverden (mit der Ausnahme von Sao Antao) haben wir das Grün und auch die Rot-, Lila- und Orangetöne der Blumen nur so aufgesogen. 

Wir begaben uns auf eine Inselrundfahrt mit ‚Rasta‘ Jonny; ein sehr großer, breiter und sehr freundlicher Rastaman. Er erzählte uns mit großer Leidenschaft und auch fast verständlichem Englisch einiges über das Leben auf der Insel und fuhr mit uns über die karibisch schöne und achso fruchtbare, grüne Insel. Er zeigte uns neben den uns schon bekannten Bananenstauden nun auch Papaya -, Kakao-, Muskatnuss- und auch Brotfruchtbäume, mit deren Frucht die Insulaner ihr Nationalgericht zaubern. 

Wir besuchten die ‚Concord Waterfalls‘ und fuhren durch den Regenwald wieder zurück durchs grüne Grün. Ein toller Tag um einen vielseitigen Eindruck von der Insel zu bekommen. Ein weiteres lohnenswertes Ausflugsziel ist auch die Nutmagfactory (Muskatnussfabrik). Grenada ist zweitgrößter Exporteur in der Welt. Interessant war es zu sehen, wie die Nüsse geknackt, per Hand rausgepult, sortiert und in große Säcke verpackt werden, die dann wiederum per Hand zugenäht werden. Zu empfehlen ist auf jeden Fall auch der Besuch von Lauras Spice Garden. Dort bekamen wir auch Vanilleschoten, Zimtbäume, Kurkuma- und Ingwerwurzeln, Nelkenbäume und jede Menge mehr zu sehen! Das Zeug wächst da einfach so:-) Dann besuchten Noah und Mia ihre erste Rum Destillerie mit Oma und Opa, den Markt in St. George und wir genossen die gemeinsame Zeit im Garten, im Appartement und am Strand. Auf dem Markt gab es neben jeder Menge Souvenirs für die Lieben Zuhause, zwei neue Eheringe für Georg und mich. Nein, wir hatten unsere Weißgold Ringe nicht etwa verloren. Wir hatten ganz einfach beschlossen sie in Deutschland im Safe aufzubewahren. Denn je weniger man hat, desto weniger kann einem im Falle des Falles auch genommen werden. Und nicht ganz unwesentlich war der Fakt, das unsere Ringe aktuell regelmäßig von den Fingern flutschten…ein paar Kilo weniger und ständig irgendwie nasse Finger durchs Dinghy fahren und Schwimmen. Mia und Oma spielten die neu mitgebrachten Spiele, lasen Pixi Bücher und zusammen kochten quatschten wir, manchmal bis tief in die Nacht…da rief uns unsere ZIG ZAG zu sich und wir stiegen in unser Dinghy und brausten ab. Der Außenborder tat es dank eines neuen Dichtungssatzes nun wieder einwandfrei! Natürlich machten wir auch einen Segeltörn mit Oma und Opa. Auf dem Hinweg ging’s bei etwas Schräglage gegenan nach Hog Island und Georg zeigte uns das Ankerfeld, wo er mit Futschi Kato vor 12 Jahren gelegen hatte. Und dann kam der Tag des fliegenden Wechsels! Nach fast zwei abwechslungsreichen und wunderschönen Wochen fuhren wir mit Oma und Opa zum Flughafen und nahmen Abschied. Zurück fuhren wir dann mit meinem Schwesterchen. Mias Patentante Maiki saß nämlich in dem Flieger mit dem Oma und Opa nun wieder nach Deutschland flogen. Was ein Gefühlschaos. Abschiedstränen, Wiedersehensfreude. Und das alles innerhalb von wenigen Stunden. Unser Landurlaub hatte ein Ende, wir hatten ein neues Crewmitglied und es folgte ein beeindruckender Segelurlaub zwischen Grenada, Carricacou, Union Island, den Tobago Cays und Sint Vincent. Mehr davon bald:-)

Liebe Grüße aus Porto Lindo kurz vor Colon

3 Gedanken zu “Grenada

  1. Liebe Irene, völlig fasziniert habe ich gerade Deinen jüngsten Reisebericht – einen Teil Eures Abenteuerromans-gelesen. Die Fotos beeindrucken mich sehr und ich fühle ein starkes Kribbeln im Bauch um bald mal wieder abzuhauen.Hut ab für Euch! Mit Euch freue ich mich über Eure fantastischen Erlebnisse und Erfahrungen. Mir fehlen einfach die Worte, um meine Begeisterung für Euer Abenteuer auszudrücken. Volle Kraft voraus, Spaß und Begeisterung fortsegelnd,
    Gesundheit für alle und einen fürsorglichen Schutzengel wünscht Euch mit so viel herzlichen(trotz der hier herrschenden Kälte)sonnigen Grüßen Marlies

  2. wie immer mag ich hier nicht rausgehen, ohne euch einen kurzen gruß dazulassen! und wie immer bin ich natürlich begeistert von eurem bericht und würde auf der stelle mit euch mitsegeln!!! im stillen hoffe ich natürlich ganz doll auf nr.3!!! ;o))))

  3. Hallo Ihr Weltenbummler, traumhafte Berichte mit Bildern, wo sehr schöne Erinnerungen an unsere letztjährige Reise von Bolivien, Peru, Ecuador, Panama incl. Kanal, Nicaragua usw. wieder hautnah wieder da sind. Übrigens haben wir – wie auf Euren Bildern gut zu erkennen – Kakaofrüchte von einer Farm mitgenommen und aufgezüchtet. Bei einer hat’s geklappt – nun ist das Kakaobäumchen bereits ca. 35 cm groß. Vielen Dank für Eure spannenden und interessanten Berichte. Angelika hat uns nach deren Rückkehr von Euren interessanten gemeinsamen Erlebnissen berichtet. Weiterhin Euch alles Gute.
    Hier ist es z.Zt. bitterkalt, die 0°-Grenze ist in letzten Tagen keine Seltenheit ( aber besser als letztes Jahr, da hatten wir um diese Zeit 25° – 30° und alles vertrocknete anschließend). Übrigens fuhren Euer Onkel Reinhard und ich (mit Porsche 912, Bj. 7/1966) am letzten Samstag wieder die Langenburg-Classic bei Schneeregen und Temperaturen bei 2°C. War diesmal nicht so dolle wie in den Vorjahren – in der Gesamtbewertung wie auch in der Leistungsklasse nur Mittelmaß.
    Herzliche Grüße
    Steffen u. Regine

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