Am 1. April erreichten wir das liebevolle und friedliche Örtchen Nemberala auf der Insel Rote, ganz im Süden Indonesiens. Da sind wir immer noch. Zwischenzeitlich haben wir zwei andere Ankerplätze ausgekundschaftet. Do’o ist nur 6 sm entfernt. Es ist eine wunderschöne, unbewohnte, mit weißem Strand umsäumte Insel. Allerdings ist der Ankerplatz und auch das Anlanden nur bei einer sehr ruhigen Windlage entspannt und sicher. Beim zweiten Mal als wir dort waren, mussten wir das Dingi ‚draußen‘ ankern und dann alle an Land schwimmen. Das war definitiv ein Abenteuer bei den Wellen, ist aber alles gut gegangen und wir hatten die Insel dann den ganzen Tag für uns ganz alleine. Dann waren wir für eine Woche in Oeseli. Eine Bucht ebenfalls 6 sm von hier entfernt, in die wir nur bei exakt Hochwasser einfahren können. Darin liegt man sehr viel ruhiger als hier vor dem Ort, wo die vielen Fischerboote morgens zwischen 4 und 5 an uns vorbei, gefühlt quer durch den Salon tuckern. Es gibt auch einen niedlichen Strand und auch die Menschen sind sehr freundlich. Julius hat uns immer mit Kokosnüssen versorgt, allerdings bezahlen wir inzwischen für unsere Nüsse. Anders als in PNG oder Vanuatu, wo wir diese immer geschenkt bekommen haben;-). In Oeseli haben wir Mias Geburtstag am Strand gefeiert und Irene hat ordentlich geschrubbt und das Unterwasserschiff von vielen grünen, haarigen Algen befreit. Georg hat unsere Lazy-Jacks ausgetauscht und wir haben unser To-do und Shopping Listen aktualisiert und priorisiert. Shoppinglisten klingt so nach Spaß und Einkaufszentren. Bei uns standen da Dinge drauf wie: Luftpumpe fürs Dingi, Bohrmaschine, Dremel, unterschiedlichste Stecker, Diesel- Ölfilter, Impeller, Aceton, Kohlefilter, Wasserhahn für die Küche, Außendusche, Schrauben, Segelreparaturtape, Zauberschwämme, Imprägnier-, Silikonspray und auch so Luxusartikel wir Drohnenmotoren. Wir recherchierten was wir hier in Indonsien odern können oder doch besser aus Deutschland schicken lassen sollten. Das Internet in Oeseli war leider nicht immer ausreichend und manchmal komplett ausgeschaltet, so verließen wir die eigentlich schönere und ruhiger Bucht wieder und fuhren zurück nach Nemberala. Hier starteten wir den Bestellmarathon. Auf den indonesischen Webseiten konnten wir zwar vieles ordern, aber unsere Kreditkarten wurden nicht akzeptiert, bezahlen mussten wir dann also einmal in der Post und einmal im Supermarkt, abhängig vom Internetshop – alles ganz einfach, wenn man weiß wie. Wieder einmal schafften wir es, dass das AMAZON Konto meiner Schwester aufgrund der guten Sicherheitsbedingungen gesperrt wurde. Letztendlich musste sie alles in Deutschland in ihren Warenkorb schmeißen…da alle hier in Indonesien gemachten Bestellungen storniert wurden. Alles ganz leicht. So verbrachten wir wirklich viel Zeit damit, ZIG ZAG zu checken und zu pflegen. Leider leider müssen wir ganz schön in die Tasche greifen…der Motor hat inzwischen schon eine aus den USA nach 6 Wochen gelieferte Lichtmaschine bekommen. Zwischenzeitlich hatten wir uns einen kleinen Generator angelegt um energietechnisch, trotz Lichtverbot und Kühlschrank auf Sparflamme, ok zu sein und nicht auch noch unsere Batterien zu riskieren. Den Generator kaufte Georg im nächsten Ort per Roller, den man hier für 3,80 Euro am Tag mieten kann. Nach ein paar Stunden Einsatz des Generators roch es seltsam, wir öffneten die Motorhaube (unseren Niedergang) – Generator aus – das Batterieladegerät war durchgebrutzelt. Nächste Rollermiete und neues Batterieladegerät in Ba’a gesucht und tatsächlich auch gefunden. Es ist zwar riesig und sieht eher aus wie ein sehr antikes Radio, funktioniert aber. Nach zwei Wochen Generatoreinsatz, hatte dieser allerdings beschlossen anstelle von 220 V nur noch 180 V zu liefern. ABER da erreichte uns die Nachricht von Lorenzo, dem Postmann, dass unser US Paket da ist! DAS hatte Irene nicht für möglich gehalten und was war sie froh, dass wir so immerhin ca. 600 Euro gespart hatten (hier in Indonesien, hätten wir das Original Volvo Teil für 1000 Euro) bekommen. Die alte Lichtmaschine hatte Georg auch in Ba’a von einem Mechaniker checken lassen, leider ohne Erfolg. Die neue wurde problemlos eingebaut und trotzdem lieferte sie nicht den Strom, den wir erwartet hatten. Nach vielen vielen Recherchen war es so, dass diese Lichtmaschine ein extra Kabel zum Ladegerät benötigt und als Georg das angeschlossen hatte, war alles gut. Nun brauchte unsere Maschine ‚nur‘ noch ein neues Zündschloss und eine neue Kontrollalarmeinheit…grrr…unser lieber Volvo fordert gerade voll Aufmerksamkeit und knapp 1000 Euro;-( Außerdem leckt unsere Hochdruckpumpe des Wassermachers. Neue Dichtungen…und wo wir schon beim Wassermacher sind hätte die Kupplung gerne ein neues Kugellager. Dann wäre da noch das Vorsegel, das an sich schon genäht werden muss, doch problematischer ist die Aufwicklung; der Fockroller, der es leider nicht mehr tut. Neupreis ca. 800 Euro, wir versuchen das anders hinzubekommen, wie es schon andere geschafft haben. Mal sehen. Das sind die größten Projekte bootstechnisch. Das Georg keine Flip Flops mehr hat ist wirklich das geringste Problem. Seine Crocs hat es nach dem Spielen mit Noah am Strand vergessen…das fiel uns nach drei Tagen auf, da waren beide Paare nicht mehr da. Zwei Tage später war das zweite und eine Woche später das dritte Paar kaputt. Jetzt halbwegs repariert, denn so große Flip Flops gibt es hier ganz einfach nicht zu kaufen. Leider leider macht unsere Kamera erneut Probleme. Unser Lieblingsobjektiv kam erst im Februar aus der Canon Reparatur, doch nun sagt uns der Kamery-Body, dass er mal ordentlich überholt werden möchte; beim Anschalten der Kamera, macht diese von selber serienweise Fotos, was man durchaus als leidenschaftliches Engagement Seitens der Kamera verstehen kann, Georg jedoch gar nicht amüsiert. . Leider vollkommen unbrauchbar aktuell und dann sind da noch unsere wirklich so tollen AMC Töpfe, deren Drucktopffunktion bei einem Model stark nachlässt und bei dem anderen gar nicht mehr funktioniert… nicht das wir nicht auch ohne kochen können, doch wir gebrauchen sie tatsächlich täglich. Wir finden sie ungemein praktisch und energiesparend!

In Deutschland orderten wir für uns alle ein Paar neue Crocs Flip Flops, Georgs Herzmedikamente, die langsam zur Neige gehen (wir hoffen das Paket erreicht uns vor Oktober), wir nahmen Kontakt mit der Schule auf und baten, um die Materialien für das zweite Schuljahr, bestellten Schreibhefte (so etwas wie ‚Erste Schuljahr drei Linien Hefte‘, gibt es hier nicht), Zweifarben-Stifte, Füller und jede Menge kleine Ersatzteile…letztendlich 19 Kilo und es muss noch eine Nachlieferung in der nächsten Woche erfolgen, da auch unser Funkgerät nur noch mit dem kabellosen Mobilteil funktioniert und wir beschlossen haben, das Gerät auch besser auszutauschen. Mia freut sich insbesondere auf neue Ballettschuhe, aus ihren ist sie wirklich rausgewachsen und ohne (sagt sie!) kann sie nun wirklich kein Ballett machen. Zugern hätten wir diese Dinge persönlich mit dem Flieger abgeholt, doch diese Reise lässt sich gerade nur sehr schwer planen.

Ja, so ist das Seglerleben; schönste Strände und immer was zu reparieren, aber wir haben ja auch sonst nix zu tun!

Wann es, und wie, genau weitergeht, wissen wir noch nicht. Wollten wir in die nächste Indonesische Provinz, müssten wir einen Schnelltest über jeden einzelnen ergehen lassen. Kosten, Aufwand, zunächst abgelehnt. Singapur ist nach wie vor nicht zugänglich für Ausländer und Malaysias Grenzen sind definitiv noch bis Ende August geschlossen. Wir hoffen auf Lockerungen innerhalb Indonesiens, so dass wir vielleicht in zwei, drei Wochen über Flores und Komodo nach Lombok können. Dort würden wir ZIG ZAG rauskranen lassen können, um den eh notwendigen Antifoulingsanstrich zu machen. So gerne würden wir dann nach Kalimantan zu den Orang-Utans reisen…wir versuchen uns weiterhin zu gedulden und werden berichten.

Hier in Nemberala geht es uns den Umständen entsprechend wirklich gut. Wir sind jetzt drei Kinderboote; RAINBOW SAFARI, FAMILY CIRCUS und ZIG ZAG. 9 Kinder, Strände, jede Woche einen Wochenmarkt, einen kleinen Supermarkt, gutes Internet, sehr freundliche Menschen, die meistens auch die notwendige Distanz halten. Sonntags gehen wir neuerdings ins Restaurant und lassen die Bordküche geschlossen und ab und zu gibt es als Highlight mal einen Spaziergang mit allen zur Kühltheke des Supermarktes für ein Magnum oder ähnliches. Apropos, Danke Familie Westermann, Familie D’Accunto – Droop en dankjewel Monique für die edlen Eis Spenden! Es gibt nämlich nun ganz neu einen PayPal Eisspende Button auf unserer Website. Schon ausprobiert;-) ? Nächste Woche mehr von uns.

Macht es gut, passt auf euch auf und bleibt vor allem gesund!

Ihr seid jetzt natürlich neugierig, wie der Eisspende-Button aussieht. Das verstehen wir voll und ganz. ;-)Das ist er:



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