Hallo ihr Lieben,

wir sind am 8. Juni nach zwei recht angenehmen Nächten auf dem Wasser von der Île de Pins, Neukaledonien in Anatom, Vanuatu angekommen. Ja, wir waren im letzten Jahr schon in Vanuatu, doch wir möchten auf dem Weg zu den Salomonen unbedingt noch ein paar Dörfer besuchen und gewonnen Freunden aus dem letzten Jahr ‚Hallo‘ sagen. Vanuatu ist menschlich betrachtet unser absoluter Favorit der bisherigen Reise. Als wir in Anantom anlandeten, fühlten wir uns fast (aber auch nur fast) als wären wir nach Hause gekommen. Dabei waren wir im letzten Jahr gar nicht auf Anatom selber, doch das Dorfleben, die Freundlichkeit der Menschen; alles fühlte sich so sehr vertraut an. Wir waren glücklich mit der Entscheidung nur kurz Halt in Neukaledonien gemacht zu haben. Warum wieso weshalb erfahrt ihr im nächsten Bericht über Neukaledonien.

Wir wissen, ihr wisst wir hängen mit unserem Blog ziemlich hinterher. Doch wir bleiben am Ball und step by step wird alles vollständiger. So habe ich meine Erinnerungen und Notizen zu unserer Zeit in Fidschi im letzten Jahr endlich in Worte, Sätze und in eine ganze Geschichte verarbeitet. Viel Spaß beim Mitreisen und Anschauen der vielen farbenfrohen Fotos!

Bald mehr von uns! Irene, Georg, Mia, Noah und Lino

Fiji 6.7.- 15.9.2018

„Bula & Vinaka“ – Hallo und Danke! Geplant hatten wir ca. 6-7 Wochen in Fidschi. Letztendlich verbrachten wir 10 Wochen in der wunderschönen Inselwelt. Das Archipel besteht aus 332 Inseln, von denen 100 bewohnt sind und wir ca. 20 besucht haben. Unfassbar viel zu entdecken! Die beiden größten Inseln Fidschis sind Viti Levu und Vanua Levu. Beide sind vulkanischen Ursprungs, während die kleineren Inseln drumherum aus Korallenriffen entstanden sind. Einen kleinen Einblick haben wir euch ja schon im letzten Tongabericht gegeben. Aufgrund der bakteriellen Hautentzündungen von Georg und später auch von Noah war unsere Reise gesundheitstechnisch nicht ganz beschwerdefrei…ehrlich gesagt zeitweise sogar ziemlich ätzend und anstrengend. Inzwischen ist es auf jeden Fall voll und ganz ausgestanden. Alle sind gesund und munter, nur Georg hat eine ordentliche Narbe am Oberschenkel an der Stelle, wo sich einst der Abszess befand.

Fidschi war schön; landschaftlich, kulturell, seglerisch und menschlich! Auch kulinarisch; das Obst-, Gemüse- und Supermarktangebot war vielseitiger und auch günstiger als in Tonga.

Mia, Noah und Lino haben in der Zeit soviel gelernt. In Tonga haben die beiden Großen beschlossen: ab Fidschi brauchen wir nachts keine Pampi mehr, die großen Pampers sind ab jetzt für Lino. Abgesehen von ein paar wenigen nassen Laken waren wir erfolgreich.

Sowohl Mia als auch Noah trauten sich mehr und mehr am Ankerplatz zu schwimmen und plantschen; Noah mit Rettungsweste und Schwimmnudel und Mia manchmal auch ganz ohne Hilfe; sie hat ihr ‚Seepferdchen‘ im Pool von Musket Cove gemacht. Hier gab es zwar keinen Ring zum Auftauchen, sondern eine kleine Plastikflasche, die wir mit Sand und einer kleinen Tüte Gummibärchen beschwert hatten. Mia war super stolz als sie dann mit Schnorchel und Maske den Anker betrachten konnte. Lino hat in der Viani Bay winken gelernt, wurde immer mutiger beim Klettern; Niedergang rauf und runter, im Bad auf die Toilette, um besser ans Waschbecken zu kommen. So machte jeder neue tolle Schritte und wir sind sehr dankbar, diese alle miterleben zu können.

Fidschi; ein Land in dem Frauen keine Hosen tragen, in dem man zum Dorf Chief geht, Drogen verschenkt und dann frei ist das Land zu betreten…

Der letzte Satz ist evt. etwas erklärungsbedürftig. Ja, die Frauen tragen tatsächlich keine Hosen und das ist auch ganz normal. Wenn wir in eine neue Bucht gesegelt sind, gingen wir immer zeitnah zwecks Sevusevu, einer Begrüßungszeremonie, an Land. Im Rucksack: eine Kavawurzel, ein Sarong (Tuch um die Hüfte, das lang genug ist die Knie zu bedecken) und kleine Präsente für die Dorfbewohner.  Kava oder auch Rauschpfeffer genannt ist eine Pflanze, deren Wurzeln getrocknet und pulverisiert zu einem Getränk verarbeitet werden. Es sieht aus wie braunes Spülwasser oder auch Brackwasser. Kava dient als Zeremonialgetränk bei religiösen und kulturellen Anlässen. Alkohol ist in Fidschi außerhalb der Touristengegenden nicht weit verbreitet. Mann trifft sich im Nakamal (Dorfhütte vergleichbar mit einem Gemeindehaus) auf ein, zwei oder auch mehr Schüsseln Kava und sowohl Mann als auch Frau (je nach Dorf und Brauchtum) sind in der Kava Bar Willkommen.

Das Pulver wird auf ein Tuch gegeben, in einer großen Holzschale, der bilo, ist Wasser, so wird das Pulver nach und nach ausgewrungen. Die Teilnehmer einer Kavarunde sitzen meist im Schneidersitz, die Füße sollen nicht auf die bilo zeigen. Bei einer Zeremonie redet nur der Zeremonieleiter, meist der Chief oder der Redner des Chiefs. Wenn Frauen einer Zeremonie beiwohnen oder wie ich dem Sevusevu ist kein Schneidersitz angesagt, sondern einen Damensitz; die Beine werden zur Seite weggedreht, ebenfalls Füße nach außen zeigend. Die Trinkschale, oft eine schön polierte Kokosnusshälfte, wird mit zwei Händen überreicht. Kava hat eine leicht lähmende und entspannende Wirkung. Die Zunge wird häufig taub und Spannungsgefühle lösen sich. Früher wurde Kava insbesondere dann getrunken, wenn wichtige Entscheidungen anstanden. Ich finde es löst, entspannt und macht dementsprechend auch langsam;-) Lecker ist anders, aber probieren würde ich es in Fidschi immer wieder…in Vanuatu eher nicht…aber dazu im nächsten Bericht mehr.

Unsere Ankunft in Savusavu

Neben der vielen sehr abgelegenen Dörfer, die wir insbesondere in der Laugruppe Fischis besucht haben, gibt es auch deutlich zivilisiertere Städte wie zum Beispiel Savusavu (nicht zu verwechseln mit der Begrüßungszeremonie sevusevu). Savusavu befindet sich auf der mit 5,5 Tausend Quadratkilometern zweitgrößten Insel Vanua Levu. Dort sind wir am 6.7.2018 mit dem ersten Tageslicht angekommen. Drei Nachtfahrten hatten wir hinter uns als wir in der Dunkelheit an der felsigen Küste vorbeisegelten. Die letzten Stunden waren nervenaufreibend. Gegen 3 Uhr morgens kam ein Notruf auf Kanal 16. Ein uns aus Tonga bekanntes Boot war manövrierunfähig. Scheiße. Wir hatten ein paar Stunden zuvor das normale Toplicht der Yacht in Not gesehen, doch waren eigentlich unfähig physisch zu helfen. Und wir dachten, es handle sich dort um einen Fischer, weil sich das Toplicht kaum bewegte. Die Crew konnte nur noch ihre Segel zum Steuern nutzen, keine Ruderwirkung. Unfassbar gruseliges Gefühl kann ich nur sagen, verdammt hilflos. Sie und auch wir. Sie gaben eine SOS Info über Funk, mehrere Segler waren in der Nähe, alle hilflos. Psychisch standen wir ihnen bei, Ideen zur Problembewältigung wurden ausgetauscht und letzten Endes sind sie von einem Fidschianischen Boot zum Ankerfeld geschleppt worden…gut das es nicht mehr allzu lang dauerte bis die Sonne aufging. Puh, da sind mir vor lauter Mitgefühl die Tränen runtergekullert. Die Nerven lagen blank, doch vor Anker waren sie sicher und konnten ganz in Ruhe auf Lösungssuche gehen.

Wir hatten uns über Funk vor unserer Ankunft mit der Copra Shed Marina in Verbindung gesetzt. Sie informieren dann die Offiziellen: Zoll, Immigrationsbehörde und Gesundheitsamt.

Es regnete in Strömen, die Wolken zogen in einem ordentlichen Tempo über die beeindruckenden Bergketten, die wir vom Ankerfeld im Fluss bestaunen konnten. Wir hatten noch keine Ahnung was uns in Fidschi erwarten würde. Vorfreude mag toll sein, doch für eine detaillierte Reiseplanung für das jeweilige nächste Land fehlt uns irgendwie immer die Zeit. Ankommen, Orientieren und Planen ist eher unsere Devise.

Die Offiziellen holte Georg per Dingi bei einem anderen soeben einklarierten Boot ab. Triefend nass betraten sie den Salon; nahmen Platz…die Dame vom Zoll mangels Sitzmöglichkeiten sogar wie ganz selbstverständlich auf dem Boden. Sie waren so freundlich und interessiert, insbesondere daran wie es mit drei Kids auf dem Boot funktioniert. Wirklich ausgesprochen netter Empfang. Nur falls euch die Frage nach eurer Ankunft in Savusavu, Fidschi auch einmal unter den Nägeln brennt, hier einige Restauranttipps des Mannes vom Gesundheitsamt:

Best Indian Currys gibt es in  Moms country kitchen. Best Fish und Chips Waitui Marina. Best Pizza in der Copra shed Marina. Wir können wärmstens den Koreaner neben dem Zollgebäude empfehlen.

Das Größte am Tag unserer Ankunft war das Wiedersehen mit Birgit und Andreas der Muktuk! Das letzte Mal hatten ZIG ZAG und MUKTUK in Opua, Neuseeland gemeinsam gelegen, doch gesehen haben sich unsere beiden Besatzungen das letzte Mal in Französisch Polynesien, mal ganz abgesehen von unserem Treffen in Deutschland. Wie vertraut dieser Anblick des roten Stahlschiffes!

Sie kannten sich vor Ort schon aus und gemeinsam besuchten wir den lokalen Markt. Georg hatte seit 2 Tagen eine Art entzündetes Pickelchen am Oberschenkel…der Anfang einer Folge von Eiterbeulen…klingt nicht lecker…war nicht lecker. Schon am 2. Tag in Fidschi besuchte er eine Privatklinik, er bekam ein Antibiotikum und dann sollte es besser werden…leider nein. Er litt. Auf dem Rückweg vom Doc, trafen wir uns mit der Muktuk noch beim Koreaner, gut, dass dieser auf dem Weg lag…denn Georgs Power nahm zusehends ab und er verbrachte anschließend sehr viel Zeit schlafend auf dem Boot.

Mit den Kindern besuchte ich den Spielplatz gleich am Ufer des Ankerfeldes. Dieser hatte es allerdings in sich…ziemlich gefährlich; als Schaukel diente ein Brett an dem mittig rechts und links ein Seil befestigt war…ziemlich schaukelig! Noah muss diese Spielplatzführerscheinprüfung wohl irgendwann in seinem Leben noch einmal wiederholen. Er landete beim Schaukeln mit seinem Hinterteil mitten in einer Pfütze. Dann spielte er halt in Unterhose weiter…warm genug war es ja. Die Kinder fanden es total spannend unsere ‚Blondis‘ auf ihrem Spielplatz zu beobachten, mit ihnen zu balancieren und teilten auch fröhlich ihre Chips mit uns.

Ansonsten war wie immer nach ein paar Nachtfahrten erst einmal klar Schiff machen angesagt. Dankbar nahmen wir die Einladung für ein gemeinsamen Abendessen auf der Muktuk von Birgit und Andreas an und genossen lauter Köstlichkeiten, die sie für uns so lecker und liebevoll zubereitet hatten. Schon am nächsten Morgen machten sie sich auf in eine nächste Bucht, sie hatten nur wenige Wochen, um Fiji zu entdecken. Bis September wollten sie Papua-Neuguinea erreicht haben, denn ihre Reise führt sie dann weiter übe Japan bis in die Antarktis…

Savusavu – Viani Bay

Ein weiteres Wiedersehen feierten wir mit der INVICTUS. Wir hatten Nicole, Tobi und ihre Mädels Julie und Marlene mit ihrem Mega Katamaran 2016 kurz in Neuseeland kennengelernt. Aber eigentlich nur recht flüchtig, doch wir hielten uns immer wieder auf dem Laufenden über das Leben und nun sollte es endlich soweit sein: diesmal führten uns unsere Segelpläne in die gleiche Richtung.

Am vierten Tag nach unserer Ankunft, Georg ging es bescheiden, das Schiff war wieder in einem Normalzustand war unser Cruising Permit (Fahrerlaubnis) fertig, diese erlaubt es uns, innerhalb Fidschis von Insel zu Insel zu segeln. Die Wetterprognose für eine Überfahrt zu den Lau Inseln war ausgezeichnet. Viele Segler müssen Wochen warten bis sich ein Wetterfenster abzeichnet und schaffen es häufig dann nicht mehr zu diesen eher von der Zivilisation abgeschnittenen Inseln, da weitere Ziele und Länder sie rufen. Bei uns stellte sich allerdings die Frage, ob Georg in der Lage war zu segeln und um die Zivilisation zu verlassen. Trotz Antibiotika machte ihm seine Entzündung ordentlich zu schaffen. Wir machten uns über Möglichkeiten der ärztlichen Versorgung in der nächsten Bucht schlau und beschlossen gemeinsam mit der INVICTUS und der JOSIDA zur Viani Bay aufzubrechen. Die JOSIDA wird von David und Linda gesegelt. Beide kommen aus Tasmanien, Linda gebürtig aus Holland und David war in den letzten Wochen bereits mit Tobias unterwegs gewesen. Nicole und die Mädels (5 und 6 Jahre) hatten sich akklimatisiert, denn sie waren erst vor ein paar Tagen aus Neuseeland eingeflogen…verlängerte Schulferien und dafür Boatschooling. Ja, so etwas gibt es. Wo ein Wille, da ein Weg. Sie kommen eigentlich aus Deutschland, segelten nach Neuseeland, wo sie nun sesshaft geworden sind. Doch für 3 Monate im Jahr geht es raus auf die Inseln. Nicole und Tobi halfen mir beim Tanken und Proviantieren, denn wirklich fit war unser Kapitän noch nicht. Aber Mutti schafft das schon…Frisches vom Gemüsemarkt, ein paar Kleinigkeiten vom Supermarkt, etwas frisches Brot (das klingt so viel leckerer als dieses weiße Matschebrot in Wirklichkeit schmeckt, JEDES Holländische Brot ist ein Traum dagegen – doch besser als immer selber backen) und volle Tanks und wir waren bereit. 

Der Weg zur Viani Bay, eine Tagesfahrt, startete etwas seltsam, nach einigen Meilen hörten wir ein Geräusch, das uns so noch nicht bekannt war…es klang nach etwas in der Schraube, etwas Schleifendes. Hatten wir uns ein Netz in die eingefahren? Der bessere Schnorchler ist Georg, wenn es heißt am Rumpf Arbeiten zu verrichten. Nicht gerade, das was wir uns ausgemalt hatten, insbesondere wegen der Infektion am Bein. Riskieren wollten wir aber auch keinen Motorausfall, wir fuhren noch ums Kap und warteten bis der Seegang etwas ruhiger war, informierten die anderen beiden Boote und Georg sprang hinein, checkte alles und konnte keine Mängel feststellen. Nagut, dann fahren wir mal weiter, beobachten und lauschen. Keine Veränderungen wahrzunehmen.

Die Angel ist draußen und tatsächlich ein Biss… mmmhhh allerdings von einem Barracuda und da sind wir nie so ganz sicher, ob dieser vielleicht zu Ciguatera (Fischvergiftung) führt. Die Einheimischen essen ihn, also haben wir ihn am Abend in der Bucht verschenkt. Unglaublich noch ein Biss…was war das?! Wir machten Fotos von dem Fisch und versandten diese per whatsapp, fragten andere Segler und unser Verdacht bestätigte sich schnell: ein Remora (Schiffshalter). Besondern lecker sollen die nicht sein, auch sieht er nicht hauptsächlich bescheiden aus: Man stelle sich einen kranken Hai vor, dem man mit Joggingschuhen ein Muster auf den Kopf rammt und der den Mund oben hat. Schiffshalter essen auch Fäkalien. Also schenkten wir ihm sein Leben und schmissen ihn wieder rein ins Wasser. Die Viani Bay war unsere erste Ankerbucht nach dem zivilisierten Savusavu. Die Invictus war im Jahr zuvor schon einmal hier gewesen und im Dorf lebt Marina, eine Deutsche, die mit ihrem Mann Jonny (kommt aus diesem Dorf) vor Ort ein kleines Resort und eine Tauchschule aufgebaut hat. Sie wussten, dass wir kommen und hatten bereits ein Lovo (Erdofen) mit Leckereien gefüllt. Eine Matte wurde ausgebreitet, die Kavaschüssel mit Wasser gefüllt und die erste Runde vorbereitet. Jonny lud die Kids ein genau zuzuschauen, wie der Kava zubereitet wird und bot ihnen dann eine ‚Kaba‘ an. Unsere Kids lehnten freundlich ab;-). Marina zeigte uns was sie im letzten Jahr alles geschafft hatten. Denn zunächst musste damals so einiges gerodet werden, bevor die ersten kleinen Holzbungalows entstehen konnten. Respekt! Am Abend genossen wir dann Fisch, Fleisch, Gemüse und bis auf den Nachtisch war alles im Erdofen gegart. Einige Männer und auch ein paar Frauen wohnten dem Abend bei, saßen auf den selbstgeflochtenen Matten, tranken Kava, musizierten und sangen. Unsere Kids tanzten und riefen immer wieder: ‚More Music‘, sobald diese verstummte. Einer der Männer bot an Lino festzuhalten, so dass wir ganz in Ruhe essen konnten. Lino war happy in den Armen dieses riesen Kerls und so schlief er irgendwann glücklich und zufrieden ein. Er wurde mit Tüchern verhangen, damit ihm auch nicht kalt wird. Wir gesellten uns zur Kavarunde und es war großartig zu sehen wie selbstverständlich Mia ihre Flip Flops auszog und diese vor die Matte stellte als sie zu uns kam. Ja, das gehörte sich genau so!

Viani Bay ist ein großartiger Ausgangsort für unterschiedlichste Tauchgänge. Leider fehlte Georg jegliche Power und seine Entzündung hatte sich zu einem fetten Abszess entwickelt. So ging es für uns mit dem Tauchboot nur rüber auf die gegenüberliegende Insel Taveuni ins Krankenhaus. Erst gab es ein anderes Antibiotikum und zwei Tage später wurde der Abszess, der selbst schon etwas geplatzt war dort aufgeschnitten. An einem Morgen besuchten wir gemeinsam mit ein paar anderen Seglern aus der Bucht die Grundschule, jede Klasse hatte ein Lied, Tanz oder andere Darbietung vorbereitet. Marlene hatte im Rahmen ihres Bordschulungsprogramms einige Fragen an die Schüler vorbereitet, die Antworten fasste sie nach als Referat zusammen und sendete dieses in ihre Schule nach Neuseeland. Zwei Tage später war Sporttag für alle Schüler und alle Bootkinder waren eingeladen mitzumachen. War ganz schön cool von der Mia inmitten von 60 Fidschianischen Kindern zu stehen und Katz und Maus mitzuspielen.

Das war dann wohl auch der Tag an dem wir lernen mussten, dass Flip Flops in Fidschi Allgemeingut sind. Mia hat sie wohl irgendwo stehen lassen, doch auffindbar waren sie anschließend nicht mehr. Neue kann man hier nicht kaufen, netterweise findet Nicole noch ein Paar von Julie, welches hervorragend passte.

Nach ein paar Tagen in der Viani Bay brachen wir auf zur Mageti Bay. Wir kamen an, Anker runter, gemeinsames Abendessen auf der Invictus und schlafen. Von dort aus wollten wir gleich am nächsten Tag, das großartige Wetter nutzen, um in die Laugruppe zu segeln. Das war der Plan, am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Zurück an Bord: Wasser in der Bilge….Schuld war zur Abwechslung mal wieder der Wassermacher. Wir hatten den ganzen Tag unterwegs Wasser gemacht. Da war wohl etwas undicht grrrrrrr…Problem gefixt und nach recht wenig Schlaf fuhren wir am nächsten Morgen mit der Josida und der Invictus in Richtung Lau.  

Überfahrt in die Lau Gruppe; Bay of Islands, Mbatavu Harbour

Schönstes Segeln rüber in die Lau. Ich muss mich nochmal wiederholen an dieser Stelle: Viele Segler warten Wochen auf das richtige Wetterfenster, manchmal will es einfach gar nicht kommen. Wir hatten Glück und segelten mit Freude unserem nächsten Ziel entgegen.

Am Nachmittag fiel der Anker in the Bay of Islands, Vanua Balavu, Lau Inseln. Da rief uns das Dingi, alle Mann rein und los entdeckt! Tolle Felsformationen, klarstes Wasser, schöne Korallen und eine großartige Fischvielfalt, wir beobachteten tausende Flughunde und hatten Lust auf mehr!

Am nächsten Morgen fuhren die Männer von vier ankernden Booten in der Bucht gemeinsam ins Hauptdorf für das Sevusevu. Kava eingepackt und rein ins Dingi. Losgewandert und den Chief gesucht.

Zurück an Bord beschlossen wir umzuankern, näher an einen Strand, wo wir am Abend ein BBQ machen wollten. Wir steuerten Stockbrot und Salat hinzu. Aufgrund des nicht vorhandenen Gefrierfachs, sind wir Fleischtechnisch nicht so gut ausgestattet für BBQs. Invictus teilten freundlicherweise ihre Würstchen und ihr Fleisch und mit den Crews von 5 Booten genossen wir einen sehr schönen Abend mit Feuerchen am Strand. Sehr idyllisch und ganz mückenfrei. Wir pflückten zwei große Taschen voller Papayas, knackten ein paar Kokosnüsse und über uns zogen tausende Flughunde vorbei.

In der Dunkelheit tourten wir zurück an Bord und mussten leider feststellen, dass dieser Ankerplatz sehr rollig war. Das hatte Ozeancharakter, aber umankern in der Nacht war keine Alternative in dem Revier, da mussten wir nun einfach durch, wackele was es wolle.

Vielleicht war es die schlechte Nacht, auf jeden Fall war die Stimmung am nächsten Morgen begrenzt. Zickenterror vom Feinsten. Die geplante Dingitour fiel für uns aus. Schade. Dann machten wir uns gemeinsam mit INVICTUS und JOSIDA mitten durch die Bay of Islands auf zum nächsten Ankerplatz Mbatavu Harbour, 2 Stunden war eine sehr angenehme Entfernung. Bevor wir ankerten legten wir bei INVICTUS an. Sie hatten uns angeboten unsere Tanks einmal mit Wasser zu füllen. Ihr Generator und Wassermacher lief eh jeden Abend und macht 280 L pro Stunde…unser ca. 60 an guten Tagen. Programm anschließend: Wanderung durch Kokosnussplantage für Kopraherstellung, hinauf auf den Aussichtspunkt mit Blick auf unseren jetzigen und nach einigen km mehr auch auf den gestrigen Ankerplatz. Da funkelte das Wasser und wir konnten die gesamte Bay of Islands überblicken. Die Plantage war durch den Zyklon Winston sehr mitgenommen worden und die Arbeiter mussten die beschädigten Bäume, abholzen und nach und nach verbrennen, neu anbauen und und und. Wir begegneten einigen Kühen, Schafen und Ziegen und besuchten auch die kleine Siedlung; ca. 6 Hütten, wo die Arbeiter der Plantage wohnten. Es gab EINE Frau dort, die für’s kochen und waschen zuständig war. Ich hoffe, sie war glücklich mit ihren vielen Männern…

Little Bay, Avea und Lomaloma

Next Stop: Little Bay. Dort wohnten Bui und Tui, ein sehr lustiges, liebevolles Pärchen. Ich hatte am nächsten Tag Geburtstag und wir fragten, ob sie ein Lovo herrichten könnten.

Ja, könnten sie, wenn wir uns am Morgen gemeinsam ins Dorf aufmachen würden, um dort evt. Hühnchen, Würstchen und Co zu besorgen. Im Dorf war ein Schulevent, daher trafen wir uns um 7 Uhr morgens und machten uns auf den Weg. Über Stock, Stein, durch Flüsse, Büsche und Gestrüpp. Festes Schuhwerk, Leggings für die Kids wegen des Gestrüpps und der Mücken, Wasser, Kava, ein paar leere Benzintanks und los ging es für ca. 1,5 Stunden. Gut das Bui und Tui ein Pferd dabei hatten auf dessen Rücken die Kids, teilweise zu viert, eine Teilstrecke abreiten konnten.

Kurz vor Ankunft des Dorfes sahen wir den Chief und seine Frau im Garten arbeiten (die mit dem coolen Rucksack). Sie eilten dann vor, wir knoteten uns Tücher um, bedeckten unsere Schultern und machten uns auf die letzten paar Meter. Sevusevu im Gemeindehaus. Das Kava wurde zeremoniell besprochen, wir wurden Willkommen geheißen und wir waren frei uns im Dorf umzuschauen und in den umliegenden Buchten zu ankern. Als nächstes besuchten wir den Dorfladen; freuten uns über Mehl, Kartoffeln und Zwiebeln. In einem anderen kleinen Büdchen bekamen wir Hühnchen und Würstchen. Das Geburtstagslovo war gerettet.  Tobi organisierte das notwendige Benzin für die nächsten Dingi Touren, das Gemüse und Obst des Dorfes war komplett verarbeitet und verkocht für das Schulevent. Pech für uns. Zurück fuhren wir per Longboat mit einem Stopp auf der gegenüberliegenden Insel Avea. First thing to do: Sevusevu. Noah war auf der kleinen Überfahrt eingeschlafen und wir ließen ihn einfach in der Dorfhütte ein wenig schlafen als wir eine kleine Führung durch das Dorf bekamen. Natürlich wurde er liebevoll bewacht von ein paar Frauen und Männern. In Avea hatte Winston (Zyklon im Jahr 2016) so einiges zerstört und so wurde hier beispielsweise mit Fördermitteln aus Deutschland eine neue Schule erbaut. Ein sehr kleines, überschaubares und sehr sehr freundliches Dorf.

Georg war an Bord geblieben, die Wanderung wäre für seine Entzündungen und seine Fitness nicht förderlich gewesen. Stattdessen hatte er vorzüglich gebacken. Oh was war das ein leckerer Geburtstagskuchen mit Sekt der INVICTUS und einem kalten Rumkaffee.

Am frühen Abend tourten wir dann alle (INVICTUS, JOSIDA und ZIG ZAG) rüber zu Bui und Tui, gemeinsam füllten wir den Erdofen mit in Blättern eingewickeltem Hühnchen, Würstchen, Island cabbage (ähnlich wie übergroßer Blattspinat) in Kokosnussmilch…lecker war es. Es tauchten auch noch zwei, drei andere Erwachsene und ein Kind auf, die wir selbstverständlich einluden mit uns zu essen und zu trinken. Das Kind (5 Jahre) hatte noch nie Hühnchen gegessen…verständlich, da ein Hühnchen 18,50 Fidschi Dollar (1 Dollar = 0,42 Euro) kostete und Bui und Tui beispielsweise als Arbeiter/Überwacher der Plantage zusammen 50 Dollar pro Woche verdienten. Es war ein lustiger und netter Abend. Als kleines Dankschön, schenkten wir ihnen am nächsten Morgen zum Abschied ein paar Angelhaken und einen Rucksack, den können sie sicherlich auf ihren Wanderungen zum Dorf gut gebrauchen. Für unsere drei Boote hatten sie bereits drei Körbe geflochten und mit Papaya und Kokosnüssen gefüllt. Total lieb und wirklich zwei Persönlichkeiten, die man nie vergessen wird.

Zurück an Bord, beschließen wir doch noch eine Nacht zu bleiben; eine Dingitour den Fluss hoch zu machen und ein bisschen Zeit am Strand zu verbringen. Georg geht es immer besser, so soll es sein.

Wir schlängeln uns mit Klein Erna (unserem Dingi) den Fluss entlang, irgendwo gibt es eine kleine Lichtung in den Mangroven, wir fahren hinein und dort befindet sich ein Anleger, etwas weiter den Hügel hinauf ein Haus. Doch wir sehen niemanden und fahren langsam wieder auf den Fluss, doch da winkt jemand…was machen, doch noch einmal zurückfahren oder einfach nur zurückwinken? Nein, dafür machen wir die Reise nicht. Wir fahren zurück zum Anleger und da kommt uns auch schon eine Frau entgegengelaufen. Rebecca erzählt uns von ihrem Sohn, der in Deutschland wohnt; wie er uns seine Frau sie hier besucht haben, von Stürmen und den Ängsten insbesondere der Schwiegertochter, als der Wind wütete. Wir erzählten einfach über das Leben. Sie schenkte uns Papayas, Bananen und pflückt uns noch ein paar Zitronen.

Von Little Bay aus wollten wir nach Lomaloma segeln, versuchen etwas Obst, Gemüse und Fleisch zu bekommen, bevor wir dann nach Fulaga segeln wollten. Außerdem besuchten wir aufgrund Georgs erneuter Entzündung die lokale Krankenstation. Proviantierungstechnisch war der Stopp nicht sehr erfolgreich; Hühnchen gab es nicht…anderes Fleisch sowieso nicht. Bananen schienen noch nicht reif zu sein und dann sagte ein Mann plötzlich er hätte welche. Nicole; Lino und ich fuhren mit ihm zu seinem Haus. Er fuhr ein recht gutes Auto und hatte eine Art Mini Resort. Er deckte ein paar Bananentrunks ab und unser Bananenvorrat für die nächsten Tage war gerettet. Einen Bankautomat gab es leider auch hier im recht zivilisierten Lolaloma nicht. Recht zivilisiert heißt es gibt eine Straße, einige Häuser, eine Post, ein paar Mini Märkte, ein Krankenhaus und Regierungseinrichtungen. Für 10% Gebühr kann man aber bares bekommen, falls es Not tut.

24.7.- 7.8. Fulaga 

Mit einer Nachtfahrt segelten wir nach Fulaga. Was hatten wir ein Glück: die Überfahrt war tatsächlich einfach schön und angenehm. So angenehm wie eine Überfahrt nur sein kann. Die Einfahrt in die sehr geschützte Bucht war allmählich zu erkennen als uns einige Pilotwale und zwei Buckelwale, sowie einige Delfine Willkommen hießen. Die Einfahrt ist recht schmal, ca. 50 m, rechts und links Felsen. In der Bucht viele Untiefen, Riff und hunderte von Felsen, die wie Champions aus dem klaren, türkisen Wasser ragten. Hier und da funkelte uns der weiße Strand an. Here we are!

Mia und ich beschlossen direkt ins Wasser zu springen und einmal rüber zur INVICTUS zu schwimmen. Aber schnell, denn in 20 min sollte es bereits ins Dorf zum Sevusevu gehen. Stress im Paradies. Verrückt, aber man hatte uns über Funk gebeten dem Sevusevu, dass bereits für andere Segler organisiert war, beizuwohnen. Die Dingifahrt zum Strand des Dorfes führte entlang toller Felsen und vieler vieler Untiefen. Angelandet und eingenebelt; wir wurden DIREKT von vielen vielen Mücken begrüßt, also einsprühen und loslaufen nur nicht stehenbleiben war die Devise. Vom Strand aus, liefen wir dann ungefähr eine Dreiviertelstunde ins Dorf. Georg war seit zwei Tagen antibiotikafrei und ihm ging es besser. Er spülte die Wunde 2 mal am Tag mit NAC, das gebildetes Fibrin hat er nach und nach mit Pinzette und Skalpell entfernen können…nach fast drei Wochen war auch er bereit Fidschi zu entdecken. Uns erwartete das erste gemeinsame Sevusevu. Unterwegs begegneten wir schon dem ein oder anderen Einheimischen, die sich mit anderen Seglern für ein BBQ am Strand verabredeten hatten. Kurz vor Ankunft im Dorf bekleideten wir Damen und teilweise auch die männlichen Segler mit einem Sulu, so dass die Kniee bedeckt waren. Die Frauen sollten bei den Dorf Besuchen auch immer ihre Schulter bedeckt haben; T-Shirt oder Tuch. Wir wurden freundlichst Willkommen geheißen und zum Chief geführt. Wir bekamen Trinknüsse mit natürlichem Strohhalm (geschnitten von irgendeinem Blatt) und es scharrten sich direkt viele Kinder um uns. Lino wurde gleich von Arm zu Arm gereicht. Uns wurde erklärt, dass sie auch 50 Dollar pro Boot kassieren und dieses Geld der Schule zu Gute käme. In Fulaga bleibt man länger, es gibt einiges zu entdecken und die 50 Dollar bezahlten wir hier sehr gerne. Natürlich gaben wir auch unsere Kavawurzel ab, bekamen den Segen vom Chief und wurden einer Gastfamilie zugeteilt. Außerdem wollten sie gerne am nächsten Tag unsere Cruisingpermit sehen. Man hatte in Fidschi vor ein paar Wochen ein Boot mit vielen Kilos Kokain hochgenommen und hier in Fulaga wurden in den letzten Wochen immer wieder Kokain Pakete angespült, da war das Bedürfnis nach Kontrolle der Insulaner verständlicherweise etwas größer.

Anschließend begleitete man uns zu Mere und Tavita; unseren Gasteltern im Dorf. Sie haben selbst einige kleine Kinder und luden uns gleich in ihr Heim ein. Sie sind Lehrer an der Schule und wohnen direkt neben dem Schulgebäude, was ihnen beispielsweise einen ständigen Internetzugang ermöglicht. So konnten auch wir netterweise mal wieder ein Lebenszeichen nach Hause senden. Die Schule ist eine Internatsschule; die Schüler kommen von den unterschiedlichen Dörfern und umliegenden Inseln von Montag bis Freitag hier ins Dorf und am Wochenende geht es dann nach Hause.

Am nächsten Tag machten wir einen kurzen Strandbesuch; sehr schön, sehr weiß und dann kamen Marlene und Julie (INVICTUS Kinder) zum Sleep over an Bord zu uns auf die ZIG ZAG. Kino (Frozen) und Popcorn, Schlaflager aufbauen…ein großer Spaß!

Am nächsten Tag war nochmal Strand angesagt, diesmal mit gemeinsamen Lagerfeuer und BBQ. Das klingt übrigens immer so toll; ist es auch im Grunde…doch dieser Abend wurde zum Beispiel abrupt mit der Ankunft eines Mückenschwarms beendet. Und dann muss alles schnell ins Dingi und das möglichst unsandig. Hahaha gaaaanz einfach mit drei kleinen Kiddies. An Bord: Füße abwaschen auf der Badplattform und die drei Kleinen möglichst in die Dusche tragen zum weiteren entsanden und abduschen. Parallel alle Strand- und BBQ Sachen aus dem Dingi aufs Boot, alles entsanden und aufräumen. An diesem Abend galt außerdem möglichst schnell schlafen, denn am Fr wurde einen Wochenabschluss in der Schule gefeiert zu dem wir eingeladen waren. Mit einem Umzug in Schuluniform ging’s los, gefolgt von Reden und Präsentationen, Tänzen, Theaterstücken und mehr. Während wir den Darbietungen zuschauen, wird es Georg irgendwie flau. Er fühlt sich nicht gut und legt sich in die Hütte unserer Hostfamily; auf eine geflochtene Matte auf den Boden mit Rucksack unter dem Kopf…Möbel gibt es hier quasi gar nicht, manchmal etwas matratzenähnliches oder ein Plastikgartenstuhl, aber eher selten. Georg hatte seit gestern einen weiteren Pickel, anfänglichen Abszess und nimmt wieder Antibiotika…da war die Wanderung und Sonne vielleicht doch schon wieder zuviel?!? Er ruht, schläft und die Gastmutter fragt ihre Freundin (die lokale Krankenschwester einmal nach ihm zu sehen). Es gibt Mittagessen für alle und ich bringe ihm zumindest zwei Kartoffeln, damit er die nächste Ration Antibiotika runterbekommt. Anschließend ruht er einfach weiter. Wir wohnen dem Schulfest bei und schauen immer wieder nach ihm. Zwei Std. nach Einnahme kommt alles wieder raus; er schafft es gerade noch in den Hintergarten der Familie. Sie waren sehr freundlich und besorgt und boten ihm Wasser, ein Handtuch und die Familienzahnbürste an. Ja, ganz richtig dieser 7-köpfiger Haushalt schien sich EINE Zahnbürste zu teilen. Georg lehnte aber freundlichst ab und wir machten uns mit der Crew der INVICTUS zurück auf den Weg zu den Dingis und zu den Booten. Nachts musste Georg sich nochmal übergeben und anschließend bekam er Durchfall. So ganz schien er das Antibiotikum nicht zu vertragen.

Zum eigentlich eher verpflichtenden Gottesdienst zwei Tage später, schafften wir es nicht. Zu schwach. Wir schrieben einen Brief an unsere Gastfamilie und baten um Abklärung, ob es noch ein anderes Antibiotika (per Satelitentelefon mit Barbara und Guido in Deutschland angewiesenes) in der Krankenstation geben würde. Negativ. Aber die Bordapotheke der INVICTUS konnte aushelfen.

Im Tagebuch steht für den 30.7. „Nächtliches Pipidrama = Waschtag, Georg greift zum Skalpell“; ersteres spricht für sich und die Skalpell Geschichte war bitter: Georgs Pickelchen hatte sich weiter entzündet und es war wieder dick geworden, er wollte es aufschneiden. Ich habe es dann doch noch geschafft die Kinder auf die INVICTUS zu bringen und eine andere Seglerin (Krankenschwester in Rente) zu aktivieren, die das Skalpell dann einsetzte, um etwas Eiter abzulassen, während Georg auf ein Handtuch biss. AUTSCH, ohne örtliche Betäubung…das braucht kein Mensch.

Am nächsten Tag ging es Georg und seiner Entzündung schon besser. An diesem Morgen kamen einige aus dem Dorf, um mit uns Seglern; es waren immerhin ca. 26 Boote in der Bucht, am Sandspit zu lunchen. Jeder brachte etwas mit. Die Einheimischen brachten Fische und Krebsgerichte mit oder grillten sie vor Ort in Palmenblättern. Es war ein schöner Tag und wir fasziniert davon wie sie mit den natürlichen Materialien am Sandspit einen Buffettisch, ein Volleyballnetz, Sitzmatten und auch Teller für alle erstellten. Unsere Gastfamilie konnte leider nicht kommen, da sie ja die Kids unterrichteten und es war ein ganz normaler Montag. Sie hatten allerdings einen Brief mitgegeben und baten um ein paar Windeln für ihren Kleinsten. Das Versorgungsschiff, das eigentlich alle 3 Monate kam war längst überfällig und sehr gerne gaben wir einige Windeln mit. Unsere Kids sammelten zum letzten Mal so kleine weiße noch geschlossene Muscheln aus dem Sand. Diese konnte man dann über Nacht in einer Schüssel mit Süßwasser einlegen und am nächsten Morgen sah man wie wieviel Sand sie noch ausgespuckt hatten. Sandfreier schmeckten sie eindeutig besser. Der Superluxus war es, wenn der Meisterkoch Georg sie nach dem Kochen noch alle puhlte bevor wir sie mit Spaghetti mischten. Köstlich. Es gibt auch einen Namen für dieses Gericht, aber ich kann mich gerade einfach nicht erinnern.

Per Dingi begrüßten wir den August und gingen auf Schildkrötentour und davon gab es hier in Fulaga so einige. Als wir wieder bei der ZIG ZAG ankamen, waren sowohl Mia als auch Noah eingeschlafen; eher außergewöhnlich. Genau wie ihr Verhalten als sie aufwachten; Mia übergab sich direkt ziemlich heftig und Noah einige Minuten später. Den 2.Tag im August verbrachten wir dann auf dem Schiff in Quarantäne. Erfolgreich! Am nächsten Tag waren einmal ALLE fit. Back to Life. Wir luden die INVICTUS zum Abendessen ein und hatten einen wunderschönen Abend mit wundervollen Menschen. Als ich dann so kurz vor Mitternacht in der Küche stand und spülte, hörte ich unsere Angelschnur ausrauschen. Georg war am Morgen mit den Kids zum Riff gefahren, um zu fischen. Sie fingen einen Barracuda, doch ehe sie ihn im Dingi hatten, hatte vermutlich ein Hai bereits alles bis auf den Kopf abgebissen. Dieser hing also dann von der ZIG ZAG den gesamten Tag als Köder im Wasser und JETZT um kurz vor 12 in der Nacht, hatte jemand angebissen. Und das war kein kleiner Fisch; ein 1,10m langer Giant Trevally (Dickkopf- Stachelmakrele) hing am Haken, er war nicht besonders wütend, aber immer noch willig sich irgendwo hinzubewegen, so schwamm er um die ZIG ZAG und wir drehten mit der Angel hinterher, dann fiel ihm nichts besseres ein als um die Ankerkette zu schwimmen, also hingen wir mit zwei Leuten am Bugkorb und reichten uns die Angel ums Vorstag. Dann wieder zurück zum Heck und zu guter Letzt verhedderte er sich noch in der Badeleiter und irgendwann hing er an den Davits. Ausnehmen und fertig für die Nacht. Am nächsten Tag begab sich Georg dann ans filetieren und vakuumieren.

Am 3.7. hatten wir Tonga verlassen und heute einen Monat später arbeitete ich an der Fertigstellung des Berichtes, während Georg, endlich fit, mit den ZIG ZAG und INVICTUS Kids auf Entdeckungstour ging. Zum Schreiben brauch ich einfach etwas Ruhe, die oft sehr schwer zu schaffen ist, wenn alle an Bord sind. Step by step.

Ein absolutes Highlight des Fulaga Aufenthaltes war der Tauchgang mit Nicole. Tobi hatte uns mit dem Dingi rausgefahren und wir sind entlang der Riffkante und durch die Passage in die Lagune reingetaucht, bis die Luft alle war und Tobi uns wieder aufnahm. Brrrr war mir kalt…Maschine an, warmes Wasser gemacht und losgeduscht. Ich war schon echt lange nicht mehr getaucht und war begeistert von der Vielfalt der Farben, Korallen und Fische hier in Fulaga. Am Mittag begaben wir uns ein letztes Mal auf den Weg ins Dorf, um uns von der Gastfamilie zu verabschieden, die wir leider gar nicht so richtig kennenlernen konnten, der Weg war einfach zu weit für die Kids und mich alleine und Georg war leider eher in der Horizontalen als aktiver Verfassung. Sie waren sehr süß und sagten, sie hätten doch etwas vorbereitet, wenn sie gewusst hätten…aber schnell war ein Tee gezaubert und wir saßen zusammen und nahmen Abschied. Irgendwann verschwand Mere und kam nur kurze Zeit später mit einer schönen handgefertigten Holzschale als Abschiedsgeschenk für uns zurück. Wir waren gerührt, ein Abschiedsgeschenk, obwohl wir uns doch gar nicht so richtig richtig kennenlernen konnten. Es ist ganz schön, dass wir aber bis heute (Juni 2019) immer wieder über den Facebook messenger Kontakt halten und uns austauschen, so haben wir uns im Nachhinein fast noch mehr kennengelernt als vor Ort.

Yangasa Cluster; Beach Clean up

Am 7.8. motorsegelten wir im Duett mit der INVICTUS zum Yangasa Cluster. Etwas wehmütig schauten wir zurück in die wundervolle Lagune von Fulaga; unfassbar schöner Fleck auf der Welt mit sehr freundlichen Menschen.

Wir lagen ruhig und ganz alleine im Yangasa Cluster. Wir hoppten rüber an den Beach und knackten ein paar Kokosnüsse. Schauten einem großen Krebs in seinem Sandloch beim Leben zu und schmiedeten den Plan am nächsten Tag einen Beach Cleanup zu machen. Die andere Crew hatte bereits einen weiteren sehr schönen, aber leider sehr vermüllten Strand um die Ecke erkundet. Dort fuhren wir am nächsten morgen hin und sammelten ca. 15 große Säcke voll Müll, vor allem angespültes Plastik, insbesondere viele viele Plastikflaschen. Tobi verfeuerte den ganzen Müll bis die Flut fast bis an die Feuerstelle kam und wir diese umziehen mussten. Wahnsinn soviel Müll, der über das Meer dort gelandet war. Anschließend wechselten wir den Strand, verließen den verbrennenden Gestank und genossen das klare Wasser und den schnuckeligen Strand, an dem ich meine wohl größte und wundervollste Muschel gefunden habe; eine Nautilus.

Am nächsten Morgen erkundeten wir auch die andere Richtung noch per Dingi, schnorchelnd und tauchend. Ein super Stopp, tollstes klares Wasser und auch die Kids konnten vom Dingi aus Schildkröten sehen.

9.-12.8. Komo

Vom Yangasa Cluster waren es nur ein paar Stunden bis nach Komo. Hier landeten wir mit dem Dingi am Strand an und spazierten über den Strand bis wir auf einen Einheimischen trafen. Mit ihm liefen wir in Richtung des Dorfes, aber nur in ein Stück und Ziel war eher der berüchtigte Call back mountain; ein Hügel auf dem wir mit nach oben ausgestreckten Armen versuchten irgendwie Netz zu bekommen. Tobis Arm schien lang genug zu sein, so dass er zumindest einmal das Wetter für uns alle checkte und mir einen Hotspot gab, so dass wir uns nach einiger Zeit der Internetlosigkeit mal wieder in Zuhause melden konnten, dass alle, ja sogar Georg, ok ist.

Am nächsten Morgen wollten wir uns dann wirklich das Dorf anschauen. Es war Wochenende überall waren Menschen zu sehen, die uns mit einem freundlichem Bula (Hallo) begrüßten. Der Einheimische vom Tag zuvor hatte uns schon am Strand abgeholt und zeigte uns zunächst sein Zuhause und brachte uns dann zum Chief. Dieser war knapp 90, wirklich alt, trug eine Brille (wenn auch nicht mehr ganz ganz und gerade), war recht mager und klapperig. Wir wurden gebeten am nächsten Tag ein paar Schmerztabletten von Bord für ihn mitzubringen. Vom Chief aus führte uns der, dessen Namen ich vergessen habe, also nennen wir ihn doch weiter der Einheimische, weiter durch das Dorf. So trafen wir auf ca. 10 Frauen; die dabei waren Kokosnüsse zu raspeln, ein oder mehr Schweine zu zerlegen, Manjok (Kartoffelähnliches) zu schälen, Fische zuzubereiten und und und. Emma rief uns ein lautes BULA BULA entgegen und bat uns doch näher zu kommen. Sie steckte ihre Hand in den vor ihr liegenden Schweinekopf und bediente ihn wie eine Handpuppe. Herzallerliebst und blutüberströmt, was die Kinder dann doch etwas abschreckte sehr viel näher zu kommen. Heute war der 1. Geburtstag des Enkels des Chiefs. Der 1. Geburtstag wird in Fiji ganz besonders gefeiert und der Fakt, dass das Geburtstagskind ein Junge ist UND der Enkel des Chiefs, sorgte dafür, dass das gesamte Dorf feierte und auch wir eingeladen wurden. Wir schauten uns also noch ein wenig mehr im Dorf um, besuchten einen kleinen Laden und kauften ein paar gesalzene Erdnüsse für die nächsten Papayasalate. Mit Papayas waren wir hier in Fidschi reichlich gesegnet und Georg hatte für uns den knackigen grünen Papayasalat entdeckt; fein geraspelte Papaya, etwas Zitrone, Salz, Pfeffer, Chilli und klein gehackte Erdnüsse. Köstlich! Ansonsten nutzten wir die Chance Lino mal wieder zu wiegen. Die Hängewage war eigentlich für Reis, Mehl, Kartoffeln und Zwiebeln gedacht, aber Lino machte sich auch ganz gut auf ihr. Nach einem kurzen break auf den Booten kamen wir mit kleinen Geschenken für das Geburtstagskind wieder zurück ins Dorf. Wir hatten am Morgen auch eine der Lehrerinnen kennengelernt, die uns versuchte einen Internetzugang zu ermöglichen…sehr sehr sehr müßig…kaum vorstellbar wie alle gespannt in Laptops und auf ihre Handys blicken und einfach nichts passiert. Wir ließen unsere Handys während der Geburtstagsfeier einfach im Schulgebäude verbunden und hofften, dass während unserer Abwesenheit irgendeine Verbindung zustande kommt. Kam auch. Ein paar WhatsApp Nachrichten hatten es geschafft. Während des Wartens und Probierens am Morgen hatten wir auch den Mann der Lehrerin kennengelernt, der sich gerade aufs Fischen gehen vorbereitete und so kamen wir auf das Thema Lobster zu sprechen und letztendlich war der Deal gemacht: Gegen 4 Uhr am Morgen würden sie uns vier Lobster an Bord bringen. Yummieee…der letzte Lobster war schon eine Weile her. ABER zurück zur Geburtstagsparty:

Wir wurden von den Eltern des Geburtstagskindes begrüßt und bekamen einen Platz neben der Familie zugewiesen. Auf dem Boden lag ein ca. 10m langes Tuch, darunter Gedecke und Essen in Hülle und Fülle; Schwein und Fisch in unterschiedlichen Varianten; darunter lag natürlich noch ein weiteres Tuch. Wir nahmen Platz und warteten gespannt ab. Der Pastor und die Eltern schwangen eine Rede von der wir nichts verstanden und dann wurde das obere Tuch entfernt und die Festtafel kam zum Vorschein. Ganz schön köstlich, wenn es sich auch enorm von einer unserer deutschen Festmenus unterschied und ich immer nur Emma mit dem Schweinekopf vor mir sah. Der Chief saß direkt neben mir, im Schneidersitz auf dem Boden; das können hier auch die 90 jährigen noch ohne große Probleme. Man merkte ihm deutlich an, dass er schlecht sehen konnte und Schmerzen hatte und doch hatte er eine sehr freundliche Ausstrahlung. Dankbar nahm seine Tochter Schmerztabletten für ihn entgegen. Das Geburtstagskind war mit Blumenkranz behangen und wusste gar nicht wie ihm geschah. Für uns ein schöner Einblick in ihre Traditionen auch wenn wir uns nicht ganz wohlfühlten so nah neben der Familie platziert worden zu sein. Lino wurde irgendwann von der Lehrerin auf den Arm genommen, damit wir in Ruhe essen konnten. Als wir dann irgendwann gehen wollten, hatte sie ihn bereits mit nach Hause genommen. Kinder eilten vor und teilten mit, dass wir aufbrechen wollten. Als wir an ihrem Haus ankamen, kam sie mit Lino auf dem Arm hinaus und Lino genoss seinen ersten Lollipop in seinem Leben und fing gleich mächtig an zu schreien als ich ihm ihn abluchsen wollte. 10 Monate; kein Wunder, dass die Fidschi Kinder oft ziemlich schlechte bis schwarze Zähne haben. 

Am Abend danach zelebrierten wir ein herrliches Lobsteressen an Bord der INVICTUS. Ein wenig Risotto, Papayasalat, frischer Lobster und ein, zwei, drei Weinchen, ein Film und Popcorn für die Kids und zum krönenden Abschluss auch noch ein Versorgungsschiff. Letzteres funkte Georg an, ob sie nicht ein paar Ice Cream für uns an Bord hätten. Aus diesem leicht angeheiterten Witz, wurde eine Versorgungsschiffbesichtigung und eine Runde Eis am Stiel für alle. Ein sehr lustiger und schöner Abend. Puh und am nächsten Morgen stand ein Kirchbesuch auf dem Programm. Ein sehr anstrengender Gottesdienst erging über uns; viel Gerede, wenig spektakuläre Gesänge und ein beeindruckender ‚Stickman‘, so wie wir ihn nannten. Der Aufpasser der Messe lief tatsächlich mit einem Holzstock herum und wenn es irgendwo unruhig wurde, schwang er diesen ein wenig hin und her. Getroffen wurde aber niemand. Nach dem Gottesdienst machten wir uns auf eine zwei stündige Überfahrt nach Namuka i Lau und verabschiedeten uns von dem Komoianern.

Namouka i Lau, Draveuni und in die Zivilisation Denerau

Namuka i Lau: Eine schöne Anchorage. Geschützt, guter Halt und ein schöner Strand, an dem wir abends ein Feuerchen machen wollten. Bis ins Dorf zum Sevusevu liefen wir fast 1,5 Stunden. Georg nahm das Dingi und fuhr außen herum zum Dorf. Mit von der Partie waren jetzt auch wieder Linda und David von der Josida. Das village war recht groß und die Bewohner eher reservierter bis seltsam. Als wir nach dem Chief fragten, wurden wir zu einem kaum noch beweglichen, sehr fettleibigen Mann geführt, der uns in seine sehr chaotisch aussehende Hütte bat. Dort nahm er das Kava ohne große Worte oder zeremoniellem Anspruch entgegen und sagte uns wir sollten pro Boot noch 100 Dollar zahlen, er ließ das Rechnungsbuch holen, in dem bereits 3 ‚Costumer‘ eingetragen waren. Das Wort Costumer (Kunde), traf es ganz gut…sie hatten wohl von anderen Inseln gehört, man könne von den Yachties Gelder kassieren, doch hier gab es kein Konzept und wir fühlten uns wirklich, als sollten wir einfach Geld abliefern. Da waren wir höflicherweise 1,5 Stunden gelaufen, um unser Kava abzuliefern, obwohl wir nur 2, 3 Nächte in der Bucht bleiben wollten und wurden so seltsam begrüßt und zusätzlich gebeten noch unverhältnismäßig viel Geld zu zahlen. Für nix. Wir diskutierten das mit dem Chief, der sehr unsicher immer wieder auf den Beschluss des Gemeinderates verwies und sich letztlich mit einem 100ter für alle drei Boote zufrieden gab. Wir kauften im Dorfladen noch ein paar Kartoffeln und machten uns wieder auf den walk back home durch den Busch. Abends dann noch ein Lagerfeuerchen und müde fielen wir in unsere Kojen. Nach drei Tagen vor Anker segelten wir nach Draveuni, Kavadu.

Ein Ort, der auch alle paar Wochen mal von einem Kreuzfahrtschiff angefahren wurde. Man merkte gleich, dass die Einwohner Touristen gewohnt waren. Überall kochten Kokosnüsse zur Herstellung des von Kokosnussöl, dass sie dann den nächsten Kreuzfahrern verkaufen möchten. Wir wurden zu einer Art frischen Zitronenblättertee und einem frisch gebackenem pöfferchenähnlichem Gebäck eingeladen und ein paar Mädels schnitten uns Chillizweige von einem Strauch. Wir machten am nächsten Tag einen Ausflug hinauf auf den Berg. Von oben hatten wir eine 360 Grad Aussicht. Sie erinnerte ein wenig an die in Maupiti, nur laaaange nicht so spektakulär. Unglaublich wie Noah da als erster auf die Bergesspitze gerannt ist und stolz umherschaute. Das Dorf hatte seit Monaten kein Wasser mehr unten im Dorf. Irgendwas stimmte mit der Brunnenpumpe nicht und Georg versuchte sich an einer abenteuerlichen Reparatur, leider nicht so erfolgreich, dass das Dorf wieder Wasser hatte, aber ein Versuch war es wert. Nach der Arbeit hat er ziemlich verdreckte Hände und Arme und wir gingen zurück Richtung Dorf, wir kamen an einem grünen Wassertümpel vorbei und Georg meinte noch ‚da mache ich mir meine Hände aber besser nicht sauber‘. Wenige Minuten später, kam uns eine Frau mit einer ganzen Kinderschar aus dem Dorf entgegen, die gerade genau in Richtung dieses Tümpels unterwegs war für ein Bad wie sie uns freudestrahlend berichtete. Wir schluckten und wünschten ihnen viel Spaß.

Wir wechseln den Ankerplatz, fahren nur 3sm weiter, soll schön und geschützt dort sein. War es auch, wir schliefen hervorragend, wurden allerdings am nächsten Morgen recht früh geweckt. Wir sollten doch bitte ankerauf gehen, da auf der Insel gerade Survivor, so etwas wir das Dschungelcamp gedreht wurde. Bemerkt hatten wir das bereits am Vorabend, aber an diesem Morgen waren wir wohl im Weg, sollte ja schließlich einsam und verlassen wirken das Inselchen.

Wir wollten sowieso langsam wieder zur Zivilisation aufbrechen und das taten wir damit etwas schneller als geplant.

Denerau, Teil 1

Am 20. August fiel unser Anker in Denerau. Und der Hammer war noch am selben Tag erreichte auch die Lulungomena mit Angelika, Ernie und Michael (Sohn von Angelika) das Ankerfeld. Was eine Wiedersehensfreude! Sie hatten uns sogar in Deutschland besucht, doch unsere Schiffe lagen seit Französisch-Polynesien nicht mehr so nah beieinander. Toll! Das feierten wir mit Bier und Burger bzw. Sushi. Denerau ist eine Halbinsel voller Hotels und Resorts, verbunden mit der Hauptinsel Viti Levu. Direkt am Wasser eine für Touristen gemachte Einkaufpassage, der Absprunghafen für viele Ausflugsschiffe und es gibt einige Restaurants. Nicht ganz unsere Welt, doch für ein paar Tage sehr angenehm. Nach einem vom Angebot begeisterten Supermarktbesuch in der Einkaufsmeile, kam ich tatsächlich nur mit ‘ner Flasche Wasser raus. Angebotsüberfluss…Überforderung, nach 5 Wochen Inselleben.

Mit dem Bus fuhren wir nach Nadi rein und besuchten den Gemüse/Obst Markt, die hatten ein tolles Angebot und wir deckten uns mal wieder so richtig ein. Die Supermärkte hatten quasi alle dasselbe und das Angebot war letztlich doch nicht so umwerfend wie es zunächst schien. Aber es waren Supermärkte und keine kleinen Dorfläden mehr. Der Verkehr in der Stadt war erschreckend viel, laut und chaotisch. Wir machten uns schlau, wo Georg doch noch mal einen Abstrich und eine Blutuntersuchung machen lassen kann. Leider hatte auch Noah zwei von den schmerzhaften Pickelchen bekommen und wir wollten hier in der Zivilisation nichts unversucht lassen, um in der Zukunft keine weiteren Exemplare behandeln zu müssen. Arzt gefunden! Dr. Zens Medical Center sehr zu empfehlen, solltet ihr mal einen Arzt in Fidschi benötigen. Ende August gingen wir dann für eine Woche in die Marina Denerau. Die INVICTUS war ebenfalls am Steg und die Kids waren überglücklich über Steg Picknicks und die Möglichkeit sich ständig besuchen zu kommen. Wir schalten in Marinas immer gleich um auf Arbeitsmodus; die Marina kostet Geld und man hat Möglichkeiten, die wir dann gerne auch nutzen. Zum Beispiel hat man unbegrenzt Wasser zum Putzen, Strom um zum Beispiel die Poliermaschine in Betrieb zu nehmen und die Landnähe, um Einkäufe leicht an Bord zu bringen, Gasflaschen zu tauschen oder auffüllen zu lassen, Diesel und Benzin zu bunkern und einiges mehr. Wir desinfizierten den kompletten Innenraum des Bootes nur für den Fall den Hautentzündungen so besser vorbeugen zu können. Wir nutzten die Waschmaschinen und Trockner ausgiebig und konnten einfach mal ‘ne Runde Laufrad fahren und ein Eis essen. Täglich frisches Brot beim Bäcker vor der Stegtür kaufen und für lauter andere Annehmlichkeiten Geld ausgeben.

Die Duschpumpe musste repariert werden und zum ersten Mal seitdem wir unterwegs waren war unser Klo verstopft. Der Windgenerator musste neu ausgerichtet werden, alles Dinge die am Steg einfacher zu verrichten sind als vor Anker. Arbeitswoche.

Ich erinnere mich noch genau daran wie Noah vor dem Marina Office seine unterwegs gesammelten Steine vor der Türe ablegte und fragte, ob er die Schuhe ausziehen soll. Das war so süß…so hatte er es in den letzten Wochen gelernt; vor den Hütten der Einheimischen wurde jegliche Kokosnuss, Stöcke, Steine oder andere Gegenstände sowie die Schuhe abgelegt. Überrascht sah er mich an als ich ihm sagte er dürfe seine Schuhe anlassen.

Nachdem das große Reinemachen auf der ZIG ZAG fast erledigt war, fuhren wir nochmal zum Markt. Dort wollte ich mir bei einem der Jungen eine Schubkarre mieten, doch ich konnte nur Schubkarre inklusive Junge mieten. Das tat ich dann, er fuhr mit mir von Stand zu Stand und zeigte mir die besten Kürbisse, Melonen, Tomaten, Ananas, Papaya, Bananen, Äpfel, Birnen, Salatköpfe, Knoblauchzehen, Zwiebeln, Zucchini, Auberginen und Eier oder ich zeigte sie ihm, je nachdem wie zufrieden ich mit dem Angebot seiner Kumpels war.

Wir hatten beschlossen Noahs Geburtstag hier in Denerau zu feiern, eigentlich nicht mein Traum in dieser künstlichen Welt. Ich dachte eher an einen schönen Strand, aber den hatten wir hier nicht wirklich und so verbrachten wir seinen dritten Geburtstag im Bula Park; ein großer Wasserspaßpark mit vielen Rutschen und Pools. Genau mein Ding. NEIN. Aber es war toll. Gemeinsam mit INVICTUS verbrachten wir ein paar super schöne Stunden und das Wichtigste: Noah wird sich immer an den BULA Park erinnern. Ganz stolz erzählt er allen davon, dass er seinen Dritten dort gefeiert hat. Am Abend feierten wir dann mit einem schlafenden Noah weiter an Bord der ZIG ZAG. Special Guests: die Crew der Lulungomena (Lulu). Noah wachte dann später doch nochmal auf und ließ sich feiern. Ein großer Tag für unseren Großkleinen Mann. Und das alles ohne Geburtstagskuchen. Den gab es nämlich erst einen Tag später: Wir hatten einen super Kuchen für ihn gemacht und Papa Georg war wie immer der Back- und Dekomeister und das nach zwei Tagen Bootsputz und Politur von außen. Wir hatten uns einmal manpower dazu gekauft, um ZIG ZAG mal wieder auf Hochglanz zu bringen, anschließend backten wir dann Noahs Kuchen, er bekam ihm auch am Geburtstagsmorgen, doch da wir ihn nicht mit in den Bula Park nehmen wollten, stellten wir ihn in die klimatisierten Räume des Marina Offices, tja und dann kamen wir doch tatsächlich so spät aus dem Park, dass das Büro schon geschlossen hatte. So genossen wir am Abend köstliche Pizza von Land und Kuchen gab es dann einen Tag später.

Musket Cove, und ein bisschen Yasawas – Zeit für Entscheidungen

Nach fast 6 gemeinsamen Wochen verabschiedeten wir die Crew der INVICTUS, die sich bereits nach Vanuatu aufmachten. Wir waren noch nicht so weit, wir wussten noch nicht genau wie es genau weitergeht, ob Neukaledonien oder/und Vanuatu und irgendwie wollten wir uns doch die berühmt berüchtigte Musket Cove ansehen UND die Chance noch ein paar Tage mit der Lulu zu verbringen wollten wir unbedingt nutzen. So machten wir uns gemeinsam auf in die Annehmlichkeiten eines Pools der Musket Cove Marina. Georg und Ernie zauberten uns herrlichstes Sushi und wir genossen die Zeit zusammen, ob auf den Booten, im Pool oder beim Spazierengehen.

Hatten wir in Denerau noch dazu tendiert zunächst nach Vanuatu und dann über Neukaledonien nach Australien zu segeln, entschieden wir uns in unserer Musket Cove Auszeit Neukaledonien zu skippen und dafür mehr Zeit in Vanuatu zu verbringen.

Die Entscheidung fühlte sich sehr gut an. Auch am nächsten Tag waren wir noch glücklich über die Idee und waren befreit von den vielen Gedanken, die wir uns zuvor gemacht hatten. Wir verlegten vom Steg auf das Ankerfeld und machten einen Frühstücksausflug zum vorgelagerten Sandspit. Schön. Einfach schön. Schaut euch einfach die Fotos an.

Mit der Entscheidung über Vanuatu nach Australien zu segeln, stand für uns auch fest, dass wir uns zur Down Under Rally anmeldeten. Diese übernahm jegliche Einklarierungsgebühren in Australien und bot einem einige super Deals vor Ort mit unterschiedlichen Marinas, versorgte uns vorab mit allen notwendigen Infos und man konnte selber entscheiden wann man wo ausklarierte, man musste nur vor dem 22. November in Bundaberg ankommen. Das Visum für Australien war online schnell erledigt als wir einmal wussten, dass wir nicht mehr als ein ganz normales Touristenvisum brauchten. Fest stand auch, dass wir von Australien auch unbedingt unsere Lieben in Deutschland besuchen wollten. Es gab keinen speziellen Anlass, ich war weder schwanger wie mein Schwiegervater vermutete, noch ging es jemandem gesundheitlich schlecht. Wir haben immer gesagt, wir werden einmal im Jahr nach Deutschland kommen und daran liegt uns so viel, dass wir noch mehr Fakten schafften und buchten unsere Flüge.

Mia hatte in den letzten Wochen immer mehr gezeigt wie gut sie nicht nur schnorcheln, sondern inzwischen auch schwimmen konnte. In Musket Cove machte sie dann das ZIG ZAG Seepferdchen. Sie schwamm eine 25m Bahn und tauchte anstelle eines Tauchringes eine mit Sand und einer kleinen Gummibärchentüte gefüllte Plastikflasche auf. Großartig gemacht!

Gemeinsam mit der Lulu wollten wir uns noch etwas von den Yasawas ansehen. Erster Halt: Waly, leider sehr sehr rollig und wir gingen nur für einen kleinen Spaziergang an Land. Fazit: Insel sieht landschaftlich schön aus, aber wir wollten nicht länger bleiben, sonst wären wir noch am Ankerplatz seekrank geworden. Auf zu den Mantas; das war zumindest der Plan, aber gefunden haben wir keine. Ein kleiner Schnorchelausflug aufs Riff endete damit, dass ich es geschafft habe unser Dingi auf Riff zu setzen…grrrrr…was eine scheiße! Georg zog sich bei der Rettungsaktion von Wasser aus ein paar Kratzer von den Korallen zu, er wollte ja schließlich schnorcheln gehen und ich hab nur einen Moment nicht aufgepasst und schon war ich mit dem Dingi aufs Riff gespült worden uns so sehr ich auch paddelte, ich hab uns da nicht runter bekommen. Es erwartete uns viel Südwind und wir verholten zur Nordanchorage von Niviti. Eine super geschützte Bucht. Hier gefiel es uns! Die Inseln an denen wir seit Denerau vorbeigesegelt waren, waren hübsch anzusehen auch wenn wir nicht überall anhalten konnten. Hier in Niviti lagen wir ruhig und verbrachten drei Tage mit Spielen, Emails schreiben, Steuerrad nähen, Strandspaziergang und die Kids hatten riesen Spaß mit der Lulu und auch mit Silke und Mathias der FAJO im Wasser zu spielen und mit ihrem Standup Paddle Bord zu experimentieren. Super Nachricht aus Deutschland: Mareike (meine Schwester) hat gebucht und kommt uns zu Weihnachten in Australien besuchen. Silke backt Kuchen und langsam wird es Zeit für uns sich von den anderen zu verabschieden. Die Lulu bleibt in der Zyklonensaison in Fidschi, die Fayo fährt über Vanuatu und Neukaledonien nach Australien. Es gibt Begegnungen, da weiß man einfach, dass man sich wiedersieht und bei beiden Crews sind wir uns ganz sicher; wir bleiben in Kontakt und wo auch immer auf der Welt: Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Denerau, Teil 2 – Abschied von Fidschi

Für uns geht es zurück nach Denerau; proviantieren, tanken, ausklarieren, waschen, Souvenirs kaufen und wir mieten noch ein Auto für zwei Tage. Die Kinder fühlten sich in Denerau schon fast heimisch. Noah düste mit dem Laufrad los und einmal machte er sich auch so selbstständig, dass er alleine vom Supermarkt zur Laundry fuhr, weil er dachte ich wäre schon dort…puh da haben wir ihn aber gesucht und glücklicherweise auch schnell gefunden. Ein Ölwechsel stand auch noch auf der To do Liste und Maria und Thomas von der Modesta (aus Österreich) waren so freundlich und liehen uns ihre Ölpumpe. Job done. Nun waren wir bereit für den Landausflug; dieser startete durchaus interessant.

Morgens brachte man uns ein Auto und bei einem kleinen Check, stellte Georg fest, dass einer der Reifen mit einem kleinen Fetzen Stoff geflickt wurde. Reifen platt, Loch mit Stoff stopfen und mit Luft füllen. Loch zu. Bei einem leichten Zupfen, hatte Georg den Fetzen in der Hand und der Reifen war zum großen Entsetzen der zwei Männer der Autovermietung platt. Wir waren böse und sie waren böse und versuchten uns zu erklären, dass das die gängige Art einer Reparatur ist und keine Sicherheitsbedenken bestehen. Das sahen wir anders. Sie organisierten innerhalb einer Stunde einen neuen Wagen. Diesmal konnten wir keine Mängel feststellen. Wir verbrachten die Stunde damit, für Georg ein Fidschi Outfit zu erwerben; Sulu und Hemd. Schick! Als erstes fuhren wir zum Kula Park. Ein netter kleiner Ausflug, insbesondere für Familien. Ein paar Tiere, ein kleiner Pool, schöne und einfache Wanderwege, Leguane und Schlangen zum festhalten und Schildkröten zum Füttern. Die Landschaft sah toll aus und es war toll, Fidschi auch ein wenig mehr im Landesinneren zu entdecken. Überall wurde Zuckerrohr angebaut und man sah Gleise auf denen die Mengen von A nach B transportiert wurden. Die Hügel und Berge, die weiten Täler. Sehr schön. Am zweiten Tag wollten wir uns den Tempel in Nadi und Navala; ein Dorf in den Bergen ansehen. Für uns der erste hinduistische Tempel, wundervolle Farben und Bilder, großer Tempel, kleine Tempel auch wenn wir nicht ganz verstehen wer was wie wo wen anbetet. Wir mögen es bunt und unter blaustem Himmel im Sonnenschein gefiel uns der Besuch des Tempels ausgezeichnet. Navala: Ein Bilderbuchdorf in den Bergen. Als Tourist zahlt man einen Führer aus dem Dorf, der einem dann alles zeigt. Es ist ja nicht so als hätten wir nicht schon wirklich viele Dörfer Fidschis besucht, doch es ist wirklich schön dort und alleine die Fahrt zum Dorf ist eine Reise wert. Im Dorf fragte ich nach einer geflochtenen Matte, die in Fidschi üblich sind zum drauf sitzen, schlafen, leben. Ich wurde in einige Hütten eingeladen bis ich die richtige Matte für uns gefunden hatte; nicht zu groß, nicht zu klein und schön verarbeitet war sie auch. Ein letzter Stopp am Markt und wir waren bereit Fidschi zu verlassen.

Am 14.September klarierten wir aus und begaben uns noch auf eine letzte Mission: einem Besuch des lokalen Holzdreher. Wir verliebten uns in eine Kava Schüssel und liebäugelten auch mit der ein oder anderen Vase. Wat kost die Welt; wir kauften uns wohl das teuerste Souvenir unserer bisherigen Reise. Die Jungs zeigten uns wie sie arbeiteten und wir stöberten durch zwei Container voll mit ihren Arbeiten. Draußen standen Tische, Stehtische, Bänke und Stühle; riesen Stehtische, die nur aus einem Stamm gedreht worden waren. Hätte ich ein Haus einzurichten…hätte ich Geld…hätte hätte, es war schön ihre Meisterstücke zu bewundern. Unsere letzte Kavawurzel versprachen wir den freundlichen Drehern. Die Lulu war so freundlich und überbrachte sie ein paar Tage später, den für uns war es Zeit aufzubrechen.

Fidschi: großartig, vielseitig und so freundlich, noch offener und zugänglicher als die Menschen in Tonga. Bula und Vinaka! Danke Fidschi, dass wir dich kennenlernen durften. Danke INVICTUS, dass ihr uns im Schlepptau genommen habt; vinaka für Wasserspenden und Würstchen für unsere armen ausgehungerten, fleischgierigen Kinder am BBQ und für das nette Angebot die Waschleistungen eurer Freundin Miele wahrnehmen zu können! Danke das wir euch näher kennenlernen durften. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen! 10 Wochen voller Höhen und insbesondere gesundheitlicher Tiefen. Wir waren wirklich ein wenig traurig Fidschi zu verlassen und gleichzeitig wahnsinnig gespannt auf Vanuatu. Das Land in dem die glücklichsten Menschen der Welt leben sollen. Wir werden berichten.

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